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Falkensee Das Waldbad eröffnet und niemand merkt’s
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16:06 14.05.2019
Die neue Rettungsschwimmerin Nele Jeschinowski hatte am ersten Tag noch nicht sehr viel zu tun. Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Der Chlor- und PH-Wert des Wassers stimmt, die Liegewiese ist grün und weich, die Sonne scheint. Mit 17,5 Grad ist es im Wasser wärmer als an der Luft. Trotzdem wollen bei der Eröffnung des Waldbades nicht einmal die Hartgesottenen anbanden. Nur ein Badegast hat sich am Montagvormittag in das Becken getraut.

„Sonst sind morgens die Rentner da und jeder will der Erste im Wasser sein – auch bei 13 Grad. Das sind die Hartgesottenen, nicht die Jugendlichen“, sagt Barbara Wendt. Sie kassiert schon im sechsten Jahr den Eintritt zum Waldbad Falkensee. Badegäste gibt es am Montagmorgen aber keine. „Unsere jährliche Seniorenschwimmgruppe hat sich wegen einer Erkältung entschuldigt“, erzählt Ralf Haase, Geschäftsführer der Gegefa, die das Freibad betreibt.

Verspätetes Anbaden

„Krankheitsbedingt“ war auch schon die vor zwei Wochen geplante Eröffnung des Waldbads ins Wasser gefallen. Kurz vor dem 1. Mai hatten sich die Techniker der Wasseranlage krank gemeldet oder gekündigt. Ersatz gab es auf die Schnelle keinen. Die Folge laut Aushang: Ein bis zum 13. Mai geschlossenes Freibad. Wendt vermutet, dass deswegen die Badegäste ausbleiben: „Vielleicht denken die Leute, dass wir noch geschlossen haben“, sagt sie.

Eröffnung ohne Badegäste: Nur eine Stockente ließ sich am Morgen das Anbaden nicht nehmen. Quelle: Tanja M. Marotzke

Dass wieder geschwommen werden könnte, ist Jan Plessney zu verdanken. „Ich bin hier der Notnagel“, sagt der Schlosser vom Riedrich Facility Management, das das Personal für das Waldbad stellt. Vor zwei Wochen wurde er in die Wasseranlage eingewiesen und hält die Stellung, bis einer der zuständigen Techniker wieder gesund ist.

Not ohne Lösung

Plessney reinigt die Becken und die Siebe drumherum. Zur Eröffnung baut er das Volleyballnetz auf. Gibt es ein Problem mit der Wasseranlage, ist er vor Ort. So auch am Montag. Tun kann er aber wenig: „Als mir die Anlage erklärt wurde, funktionierte alles. Jetzt zeigt die Pumpe ein Problem mit der Chlorzugabe an“, sagt er. Sein Lösungsweg: Die Pumpenfirma anrufen und sich die Handgriffe erklären lassen.

Jan Plessney sprang als Techniker ein. Quelle: Tanja M. Marotzke

In Zukunft sollen die Techniker entlastet werden. Dazu soll auch das letzte Ventil der Wasserpumpe automatisiert werden. „Bisher musste ein Techniker das Ventil für die Chlordosierung öffnen und schließen. Wir haben die Automatisierung beauftragt“, erklärt Geschäftsführer Haase. Dennoch braucht es Techniker, die die Anlage im Auge behalten und bei Problemen reagieren können.

Wann sich die Personallage lösen wird, ist unklar. Der Geschäftsführer des Waldbads wollte sich dazu nicht äußern.

Vom Besucherrekord zur Stockente

Mit 50.000 Badegästen hatte das Waldbad im letzten Jahr seinen Baderekord. Schon der Mai war sehr warm und lockte ins Wasser. Von der für dieses Jahr versprochenen Hitze und Trockenheit ist zumindest im Waldbad bisher wenig zu bemerken. „Ich kann einiges beeinflussen, das Wetter hingegen nicht“, sagt Haase.

Die Geschichte des Waldbads

Das Waldbad wurde in den 1938 von der AEG gebaut. Davon hatten die Falkenseer aber wenig, da das Schwimmbad im Zweiten Weltkrieg zweckentfremdet wurde. Erst 1952 wurde nach einer Grundsanierung angebadet.

Bis 1995 lockte das Freibad jährlich 20.000 Besucher, was dazu führte, dass die Auflagen des Gesundheitsamtes nicht mehr eingehalten werden konnten.

Erst 2003 wurde das umgebaute Schwimmbad wieder eröffnet. Mit 50.000 Besuchern war das vergangene Jahr das besucherstärkste der Waldbad-Geschichte.

Zu retten hat deswegen Nele Jeschinowski niemanden. „Wir hatten nur eine Stockente als Badegast“, erzählt die frisch gebackene Rettungsschwimmerin. Sie wird in dieser Saison für die Sicherheit der Badenden sorgen. Aber auch hier: „Wir haben aktuell zu wenige Rettungsschwimmer und hoffen noch auf Bewerbungen“, sagt Jeschinowski.

Die Schwimmbahnen für die Badegäste hat Jeschinowski ausgelegt. Die Liegewiese ist gesäubert. Nur zehn Grad fehlen, bis sich hier die Menschen wieder drängen und jede helfende Hand gebraucht wird.

Von Jan Russezki

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