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Falkensee Hinter den Kulissen: So lebt es sich als Zoo-Mitglied
Lokales Havelland Falkensee Hinter den Kulissen: So lebt es sich als Zoo-Mitglied
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06:21 27.05.2019
Auch hinter den Kulissen ist viel los. Nur in Teamarbeit ist die Show überhaupt möglich. Joey Renz hat die Kamele im Griff. Quelle: Jan Russezki
Falkensee

Wer das Zirkuszelt am Spandauer Kreisel sieht, denkt an Akrobaten und Clowns, Elefanten und Pferde – kurz: an die Show im Scheinwerferlicht. Hinter den Kulissen ist ein Zirkus jedoch viel mehr als das.

„Hier muss jeder alles können“, sagt Direktorin Tamara Renz. Für sie ist das Schaustellerleben nur als Familie möglich. Dass das Zirkuszelt in Falkensee überhaupt einen Platz hat, ist der Zirkusdirektorin Tamara Renz zu verdanken. Mit ihrem Handy und einem dicken Ordner bewaffnet, sorgt sie meist ein Jahr im Voraus für den Platz und die nötigen Genehmigungen.

„Es wird immer schwieriger, eine freie Fläche zu finden“, sagt die 49-Jährige. Immer mehr Siedlungen entstünden in den Städten. In Michendorf können sie deswegen nicht mehr gastieren.

Ohne Tamara Renz hätte das Zirkuszelt keinen Platz in den Städten. Sie ist Erzieherin, wovon auch ihr Neffe Jake profitiert. Quelle: Jan Russezki

Während sie in der Manege die Nummern anmoderiert, ist sie außerhalb der Show Erzieherin. „Wir nehmen Kinder auf, die selbst die Heime nicht mehr wollen“, sagt Tamara Renz. „Sie helfen bei den Requisiten und beim Vorhang, bis sie volljährig sind – oder auch länger, wenn sie wollen.“ Der Nebenjob helfe dem Zirkus über Durststrecken und den Kindern wieder in ein geregeltes Leben.

Vorhang auf, Spotlight an: Hermann Renz sorgt für die richtige Beleuchtung und Musik. Im Süßigkeitenwagen lauern aber viele Ablenkungen. Quelle: Jan Russezki

Für den Aufbau des Zeltes ist Hermann Renz verantwortlich. Er lebt in der 7. Zirkusgeneration und hat den Aufbau und die Lichttechnik von seinem Vater gelernt. „Ich war schon als kleines Kind immer dabei“, erzählt der 42-Jährige. Das Erlernte hat er dann bei einem speziellen Termin für Zirkusmitarbeiter erfolgreich prüfen lassen.

„Die Mädels wollen seitdem immer besondere Lichteffekte, die perfekt getimt sein müssen – sonst gibt es Ärger“, scherzt er. Unwahrscheinlich ist es aber nicht, weil er unter erschwerten Bedingungen arbeitet: Sein Pult ist im Süßigkeitenwagen. „Wenn die Popcornmaschine läuft, ist das schon verlockend“, gibt Hermann Renz zu.

Sein Neffe Jake will ihm die Arbeit aber in Zukunft abnehmen. „Ich will bunte Lichter machen“, sagt der Vierjährige, der sehr wohl um die Arbeitsumgebung weiß.

Rachel Hein gehört mit ihren 22 Jahren schon zu den Stars der Show. Sie tanzt auf dem Seil, schwebt in Tüchern über dem Boden oder zeigt Tricks mit dem Hula Hoop. Quelle: Jan Russezki

In der Manege ist Rachel Hein einer der Stars. Die 22-Jährige ist seit ihrer Kindheit Seiltänzerin und Akrobatin. Auch sie wurde in eine Zirkusfamilie geboren und ist für die Liebe zum Zirkus Renz gewechselt. „Für mich war immer klar, dass ich Akrobatin werde. Ich habe mir dann praktisch alles selbst beigebracht“, erzählt sie.

Rachel Hein hat als Kind im Zirkus ihrer Tante geübt. Heute trainiert sie maximal zwei Mal die Woche. „Wenn man das jede Woche macht, kommt man nicht aus der Übung. Und die Arbeit im Zirkus hält einen fit“, sagt sie. Sie hilft im Haushalt, bei der Werbung und dem Verteilen von Flyern. Auch die Kostüme näht sie um.

Einen anderen Beruf könnte Rachel Hein sich nicht vorstellen. „Dafür aber irgendwann einen eigenen Zirkus mit meinem Mann oder andere Engagements im Winter.“

Mehr zum Zirkus:

Joey Renz sind besonders die beiden Kamele Mogli und Schorsch ans Herz gewachsen. Er macht ihnen das Leben schön und sorgt für das richtige Outfit in der Manege. Quelle: Jan Russezki

Auch Joey Renz steht in der Manege. Er jongliert und balanciert Gegenstände auf dem Kinn. Hinter den Kulissen kümmert er sich aber um Mogli und Schorschi – zwei sibirische Steppenkamele.

Der 20-Jährige ist für den Stall der Tiere, das Futter und die Maske vor der Show verantwortlich. „Sie müssen geputzt sein und ihre Kostüme tragen“ erklärt er. Wenn nötig, kann er auch für den Dresseur in der Manege einspringen: „Ich habe das so oft gesehen, dass ich weiß, wie das geht“.

Ein gut dressiertes Tier könne jeder Vorführen, hängt er an. So gut sie auch dressiert sind, bei den 700 Kilogramm schweren Tieren muss er trotzdem aufpassen, dass sie sich beim Kuscheln nicht auf ihn setzen.

Aber mit Schwergewichten kennt Joey Renz sich aus. Als der Zirkus Renz noch Elefanten hatte, hat er sie als Kind mitbetreut.

Vorstellungen des Zirkus Renz

Der Zirkus Renz zeigt täglich bis zum 2. Juni Vorstellungen auf dem Platz am Spandauer Kreisel.

Jeden Tag finden die Vorstellungen um 17 Uhr statt, außer am Samstag, den 1. Juni um 15 Uhr und Sonntag den 2. Juni um 11 Uhr.

Tickets gibt es für Kinder ab 10 Euro. Erwachsene zahlen 12 Euro. Donnerstags und Montags zahlen alle 10 Euro sowie an den Familientagen Freitag und Sonntag.

Von Jan Russezki

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