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Falkensee Debatte über Finkenkruger Edeka-Erweiterung
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00:26 22.10.2018
Der alte Edeka-Markt wurde in den 90er-Jahren gebaut, nun ist er zu klein geworden. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Die Veranstalter waren vorsichtig: Sie hatten nur 20 Stühle im Bürgerhaus aufgestellt. Dann kamen aber am Donnerstagabend mehr als 50 Zuhörer und drängten in den Raum, um über die Pläne zur Umgestaltung des Wachtelfeldes zu diskutieren. Sie taten es offen, kritisch, konstruktiv, trotz manch unterschiedlicher und gegensätzlicher Meinung. Ein Gewinn für die Diskussionskultur in Falkensee war der Abend auf jeden Fall. Nun soll er auch ein Gewinn für die Stadtentwicklung werden.

Abholzen alter Bäume

Hans-Peter Pohl, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, hatte den Abend angeregt, nachdem sich Ende vergangenen Jahres der Bürgerverein schriftlich ablehnend zu den vorgelegten Umbauplänen des Edeka-Areals geäußert hatte. Das Abholzen vieler Bäume, die Verkehrslösung und die Gestaltung des Neubaus wurden kritisch gesehen. Nun waren Vertreter der Verwaltung, des Eigentümers und Investors sowie von Edeka zum Gespräch gekommen.

Alter Markt zu klein

Investor Michael Betker stellte das Projekt vor. Er hatte erste Pläne und einen visualisierten Entwurf mitgebracht. Der jetzige Edeka-Markt ist in die Jahre gekommen und zu klein.

Erste Pläne für den neuen Markt. Quelle: Marlies Schnaibel

Die Einkaufsfläche soll sich verdoppeln, damit mehr Ware und diese vor allem besser präsentiert werden kann: Breitere Wege, flachere Regale sind der Trend in heutigen Einkaufsmärkten.

Kooperation mit Drogerie

Für diese Lösung soll das bisher solitär stehende Haus abgerissen werden und durch eine großflächige, sechs Meter hohe Halle ersetzt werden, das alte Gebäude soll erhalten bleiben, hier wird eine Kooperation mit der Hamburger Drogeriekette Budnikowsky angestrebt, außerdem sollen weitere Nutzungen möglich sein: Arztpraxen, Apotheke, Sparkasse, Büros, Gastronomie . 111 statt bisher 104 Parkplätze sollen entstehen, während der Bauarbeiten soll der alte Edeka-Markt nicht geschlossen werden.

Vollsortiment braucht Platz

Markus Schwer von der Edeka-Immobilien-Service GmbH bestätigte noch einmal die Anforderungen an modernes Einkaufen und machte klar: Auf der bestehenden Fläche hätte Edeka auf längere Sicht keine Chance. Baudezernent Thomas Zylla (CDU) ergänzte, dass nach bestehendem Baurecht auf der Fläche ein Verkaufsmarkt von gut 1000 Quadratmetern möglich sein, diese Größe reiche derzeit nur Discountern, nicht aber den Supermärkten mit Vollsortiment. Um die Edeka-Umbaupläne zu ermöglichen, wird derzeit an der Änderung des Bauvertrages gearbeitet.

Solchermaßen mit Informationen, Fakten und Szenarien ausgestattet, stiegen die Finkenkruger in die Diskussion. Erwartungsgemäß war die Ablehnung um so größer, je dichter die Bürger an dem neuen Einkaufszentrum wohnen: zu groß, zu viel Verkehr. Mit etwas Abstand betrachtet, relativierte sich das Bild.

Fragen zum Verkehr

Immer wieder tauchten Fragen zur Größe des neuen Marktes auf, muss der wirklich so groß und so hoch sein? Vor allem Männer machten sich um die Art der Anlieferung Sorgen: Warum geschieht die nicht über die Meisenstraße? Wie sollen die Lkw auf dem Gelände wenden? Zu schwierig und zu gefährlich?

Vor allem Frauen waren es, die sich kritisch zur Gestaltung des Marktes äußerten: „sehr kastig“, „wirkt wie Lagerhalle“, „kalt“, „brutal“, „null Charme“. Hier hoffen die Finkenkruger auf einen konstruktiven Prozess, wie er ihnen bei der Gestaltung des Pennymarktes auch gelungen ist. Dieser Prozess wird noch eine Weile dauern, er stehe erst am Anfang, noch fehlen diverse Gutachten, etwa zu Bäumen und zum Verkehr. Die Finkenkruger wollen sich weiter einbringen.

„Die Fläche hat Potenzial für Finkenkrug, sie könnte bereichernd sein“, sagte Ines Gordon. Peter Ellmann von Bürgerverein, der durch den Abend führte, wagte zum Abschluss der Veranstaltung eine Abstimmung: Mehr als 90 Prozent der Anwesenden waren für den Erhalt des Vollsortimentes, also für die Erweiterung von Edeka, allerdings mit weiteren Diskussionen über Größe und Gestaltung des Gebäudes.

Von Marlies Schnaibel

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