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Falkensee Anwohner kritisieren See-Carré-Nachfolger
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01:17 06.05.2019
Anwohner der Leipziger Straße äußerten ihre Bedenken zum Neubauprojekt in direkter Nachbarschaft.
Anwohner der Leipziger Straße äußerten ihre Bedenken zum Neubauprojekt in direkter Nachbarschaft. Quelle: Laura Sander
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Falkensee

Wohnungsbau statt See-Carré: Das Einkaufszentrum ist Geschichte. Jetzt soll im Falkenseer Zentrum, genauer an der Dallgower Straße/Ecke Schwartzkopffstraße angrenzend an den Real-Markt und die Leipziger Straße, ein Komplex mit 450 Wohneinheiten, einem Parkhaus mit 500 Stellplätzen sowie rund 5000 Quadratmetern Gewerbefläche entstehen. Passend zum Gartenstadtcharakter präsentierte die Buwog Bauträger GmbH einen Entwurf mit begrünten Dächern und Fassaden, einem Innenhof mit Aufenthaltsqualität, E-Ladestationen und einer energieeffizienten Bauweise.

Bürgerdialog zu geplantem Bauvorhaben

Beim Bürgerdialog am Freitagabend setzte das Tochterunternehmen der Vonovia vor allem auf Transparenz. „Der öffentliche Druck geht an Vonovia nicht spurlos vorbei“, betonte Alexander Happ, Geschäftsführer der Buwog Bauträger GmbH. Die Wohnungsgesellschaft war in der Vergangenheit durch Mieterhöhungen in die Kritik geraten. „Wir wollen uns für das Projekt in Falkensee auf 20 Jahre selber binden und eine Mietsteigerung auf unter zwei Prozent festsetzen“, so der Geschäftsführer.

Neben Platz für Gastronomie und Einzelhandel im Erdgeschoss sollen Wohnungen für Senioren, junge Menschen, Singles und Familien entstehen. „Wir planen ein durchmischtes Wohnquartier, allein 20 Prozent der Wohnungen sollen für Falkenseer mit Wohnberechtigungsschein gebaut werden. Während der Planungs- und Bauphase soll es immer wieder einen Dialog mit Bürgern und Anwohnern geben“, so Happ.

Straßenöffnung in der Kritik

Zum Dialog am Freitagabend waren vor allem Anwohner der Leipziger Straße gekommen. Die in der Planung vorgesehene Öffnung ihrer Straße sahen sie kritisch. „Es gibt jetzt schon zu wenig Parkplätze und in Falkensee hat doch keine Familie nur ein Auto. Ich befürchte, dass das Parkhaus nicht ausreichen wird und die Leute dann auf die Leipziger Straße ausweichen“, so Anwohner Frank Drömer. Dass weitere Parkbuchten in der Durchgangsstraße zwischen Wohngebiet und Real-Markt geplant sind, konnten den Falkenseer nicht zufrieden stellen.

Die aktuell geplante Viergeschossigkeit der Gebäude kritisierte Anwohner Dieter Liesegang. „Das haben wir bereits aus Gesprächen mit Anwohner mitgenommen und sind dabei zu prüfen, ob die Geschossanzahl tatsächlich heruntergeschraubt werden kann. Das können wir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht zusichern“, sagte eine Buwog-Mitarbeiterin.

Verkehrskonzept bleibt unverändert

Am Verkehrskonzept halten Planer und Stadt fest. „Bereits während der Planungen für das See-Carré wurde der Verkehr begutachtet. Neben dem Ausbau der Schwartzkopffstraße und der Öffnung der Leipziger Straße sollen vor allem die Kreisel am Gesundheitszentrum und an der Bahnhof-/Ecke Poststraße zu einer Entlastung des Zentrums beitragen“, so Bürgermeister Heiko Müller.

Die Frage nach der Zukunft des Real-Marktes, künftig die wohl wichtigste Einkaufsmöglichkeit für das geplante Wohngebiet, beantwortete der Stadtchef gelassen: „Wie es um die Zukunft von Real steht, weiß ich nicht. Ich bin mir jedoch sicher, dass es aufgrund der Unterversorgung in Falkensee einen Nachfolger geben wird, sollte Real den Standort tatsächlich aufgeben.“

Beratung am 8. Mai

In der kommenden Versammlung der Falkenseer Stadtverordneten am 8. Mai soll erneut über den Bebauungsplan, der seit 2003 immer wieder diskutiert und verändert wurde, beraten werden.

Von Laura Sander