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Falkensee Hexenhaus: Kauft die Stadt das ungewöhnliche Gebäude in Finkenkrug?
Lokales Havelland Falkensee Hexenhaus: Kauft die Stadt das ungewöhnliche Gebäude in Finkenkrug?
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17:38 15.05.2019
Das Hexenhaus im Falkenseer Ortsteil Finkenkrug bei Dämmerung. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Kommt das Hexenhaus nach 2006 erneut unter den Hammer? Die Falkenseer diskutieren die Zukunft des originellsten Hauses der Stadt. Vor allem: „Ist es möglich, dass die Stadt das Hexenhaus kauft? Das wäre toll!“, heißt es auf Facebook und wird da lebhaft diskutiert.

Das Haus ist ein Unikum, verkleidet mit Eichenstämmen: Das Hexenhaus von Falkensee ist rustikal und fein zugleich.

Als Kaufpreis wollen Leute etwas von einer Million Euro gehört haben. Während die einen sich über die große Summe aufregen, verweisen andere auf das stattliche – nämlich 4200 Quadratmeter große Grundstück und auf das sanierte Haus.

Kleines Gastronomieangebot

Derweil stellte Gastronom Edmund Becker klar: „Witzbolde, die einfach mal so etwas posten, gibt es überall. Das Hexenhaus ist in guten Händen und steht seinen Gästen weiterhin für das beliebte Büfett zur Verfügung.“

Fakt ist, dass das Haus nach zehn Jahren sein Restaurant schloss, aber seit 12. Mai in reduzierter Form weiterhin ein Gastronomieangebot unterbreitet: Sonntags gibt es ein Menü in Büfettform, außerdem kommt Edmonds Foodtruck donnerstags, freitags und samstags und bietet im Biergarten Streetfood sowie selbst gemachte Saucen und Dressings zum Mitnehmen an.

Ganz schuldlos an den Spekulationen sind der jetzige Besitzer Lothar Hardt und Gastronom Edmund Becker aber nicht, denn zur Schließung des Hauses hatten sie auch von einem möglichen Verkauf gesprochen.

Rote Villa steht zum Verkauf

Derzeit steht das Haus mit seiner turbulenten Vergangenheit jedoch nicht zum Verkauf. Mit einem Preis von einer Million Euro würde es sich aber durchaus in den hochpreisigen Immobilienmarkt von Falkensee einpassen.

Die Rote Villa. Quelle: Laura Sander

So steht derzeit die „Rote Villa“ an der Schönwalder Straße für 1,15 Millionen Euro zum Verkauf.

Versteigerung in Potsdam

Lothar Hardt selbst hatte das Hexenhaus 2006 am Amtsgericht Potsdam bei einer Versteigerung für 135000 Euro erworben, als Mindestwert waren damals 48000 Euro aufgerufen worden. Zu dem Zeitpunkt hatte das mehr als 100 Jahre alte Gebäude bereits einige Jahre leergestanden und zeigte schwere Schäden.

Mit „Einzeldenkmal-Unikat in unüblicher Bauweise, Fäulnisbildung, Scheibenbockbefall“ war es beschrieben worden. Der neue Besitzer hatte es dann mit viel Geld und Sachverstand sanieren lassen.

Zuvor hatte es lange leer gestanden, hier war unter anderem der film „Männerpension“ gedreht worden.

Das Haus und Grundstück am Poetenweg befanden sich im Besitz einer Bank. Vor 2006 hatte es in Falkensee Bemühungen gegeben, das Haus von der Stadt zu erwerben.

Ein „Verein Hexenhaus Finkenkrug“ setzte sich dafür ein, die Kulturgesellschaft Falkensee um Dieter Masuhr spendete 3000 Euro für den Verein (und sprach sich für ein Harry-Potter-Museum aus), der CDU-Stadtverband spendete regelmäßig Geld aus seinem Preisskat. Einen ernsthaften Versuch, das Haus zu kaufen, gab es damals nicht.

Nutzen muss klar sein

„Ein Haus kaufen und viel Geld ausgeben, das geht nur, wenn auch Inhalt und Nutzen des Gebäudes geklärt sind“, sagte Bürgermeister Heiko Müller zu den Kaufdiskussionen. Genau da sieht er das Problem. Das Haus ist in seiner Struktur mit vielen kleinen und verschachtelten Räumen für eine öffentliche Nutzung kaum geeignet. Es ist nahezu das Gegenteil von barrierefrei.

Von Wohnhaus zur Filmkulisse

Nach der Parzellierung des ehemaligen Rittergutes Seegefeld durch die Deutsche Ausgleichsbank erwirbt der Berliner Textilkaufmann Alexander Steinmetz 1902 in Neu-Finkenkrug ein 16 000 Quadratmeter großes Grundstück.

Hier lässt er bis 1904 für seine drei Töchter durch den Architekten Ludwig Voigt aus Eisleben drei originelle Sommerhäuser errichten. Voigt verwendet rohes, naturbelassenes Eichen-, Buchen- und Birkenholz. Im Inneren arbeitet er in der Mode der Zeit, dem Jugendstil.

Nur das „Haus Waltraut” oder „Eichenhaus” bleibt in seiner Originalsubstanz weitgehend erhalten. bis nach der Wende wird es als Wohnhaus genutzt.

Der Volksmund nennt das Gebäude „Hexenhaus”, es dient auch als Filmkulisse. So 1995 für Detlev Bucks „Männerpension” mit Heike Makatsch und Til Schweiger.

2006 erwirbt Lothar Hardt das seit Jahren leerstehende Baudenkmal. 2009 eröffnet nach der denkmalgerechten Restaurierung „Edmond’s Literaturcafé Hexenhaus”.

„Wir als Stadt würden eine Nutzung als Café und Restaurant befürworten“, sagte er. Die Stadt hat mit den Besitzern Gespräche geführt, ebenso wie sie Kontakt zu den Besitzern des Hauses mit dem Ala-Kino hält.

Von Marlies Schnaibel

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