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Falkensee Campusplatz wird zum Brennpunkt
Lokales Havelland Falkensee Campusplatz wird zum Brennpunkt
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18:07 09.04.2019
Auf dem Campusplatz ist es nicht immer so idyllisch. Abends treffen sich dort Jugendliche zum Feiern.
Auf dem Campusplatz ist es nicht immer so idyllisch. Abends treffen sich dort Jugendliche zum Feiern. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Der Campusplatz in Falkensee, zwischen neuer Stadthalle und Europaschule, hat sich mittlerweile zu einer Art Brennpunkt entwickelt. An manchen Wochenenden kommen dort bis zu 100 Jugendliche zusammen. Der Campusplatz ist ein beliebter Treffpunkt. Dabei kommt es immer wieder zu Streitigkeiten und körperlichen Auseinandersetzungen.

Erst am vergangenen Sonntag wurde wieder ein Jugendlicher bei einer Schlägerei auf dem Campusplatz verletzt. Die Polizei bestätigte den Vorfall auf Nachfrage der MAZ, konnte aber keine Details nennen.

Es begann mit einfachem Schubsen

Die Polizei war am Sonnabend um 22.45 Uhr alarmiert worden. Als die Beamten vor Ort eintrafen, waren die Schläger aber bereits über alle Berge. Auf dem Platz war auch der Sohn von Burghard Maslonka. Der 15-Jährige traf sich mit ein paar Freunden an der Stadthalle und konnte die Situation beobachten. Demnach habe eine Gruppe Jugendlicher begonnen andere zu schubsen und zu provozieren, berichtet Maslonkas Sohn.

„Irgendwann hat einer dann zurückgeschubst und es ist eskaliert“, erzählt er. Die Gruppe habe anschließend auf den jungen Mann eingetreten. Dieser sei dabei schwer verletzt worden, berichtet der 15-jährige Augenzeuge.

Bereits der zweite Vorfall in wenigen Wochen

Burghard Maslonka hatte an diesem Abend Dienst auf einem Rettungswagen und kam wenig später selbst zum Campusplatz. Rund 30 Jugendliche hätten sich zu diesem Zeitpunkt dort aufgehalten. Vorher seien es noch deutlich mehr gewesen.

Dies ist bereits der zweite Vorfall innerhalb weniger Wochen. Erst im März kam es ebenfalls zu einer körperlichen Auseinandersetzung. „Als Vater bin ich sehr besorgt und sehe die Stadt in der Pflicht“, sagt Maslonka.

Vandalismus, Lärm und Schmutz an der Tagesordnung

Dort ist das Problem bereits bekannt. „Es ist kein neues Phänomen. Wir sehen aber auch, dass sich dort Jugendliche treffen, die gar nicht aus Falkensee kommen“, erklärt Bürgermeister Heiko Müller (SPD). So hat sich der Campusplatz auch bei Jugendlichen aus Berlin herum gesprochen. Dies alles habe zur Folge, dass es nicht nur zu Auseinandersetzungen kommt, sondern auch Vandalismus, Lärmbelästigung und vor allem Verschmutzungen auftreten. „Wir lassen den Platz daher seit knapp drei Monaten bestreifen“, so Müller. Auch über ein Alkoholverbot denke die Stadt nach. Dies sei jedoch eher schwer umzusetzen.

Mit der Kontrolle des Platzes wurde die German Security beauftragt, die sich bei Veranstaltungen auch um die Sicherheit in der Stadthalle kümmert. Allerdings ist der Platz so groß, dass die Mitarbeiter nicht ständig jede Ecke im Blick haben können. „Zudem können wenige Mitarbeiter schlecht etwas gegen 100 oder mehr Jugendliche ausrichten“, sagt Müller.

Sicherheitsfirma führt Kontrollgänge durch

Bei ihren regelmäßigen Kontrollgängen sprechen die Sicherheitsmitarbeiter auch Platzverweise aus. „Es kommt jedoch immer wieder vor, dass die Jugendlichen dies ignorieren. Dann bleibt unseren Mitarbeitern nichts anderes, als die Polizei zu rufen“, erklärt Marie Konrad von German Security.

Auch Heiko Richter, Veranstaltungsmanager der Stadthalle,. blickt mir Besorgnis auf den Campusplatz. „Die meisten Besucher der Stadthalle nutzen den Haupteingang und werden so nicht belästigt. Allerdings wird sich die Situation von alleine nicht verbessern, gerade jetzt, wo es wieder wärmer wird“, so Richter.

Von Danilo Hafer