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Falkensee Buchhändler verraten ihre Lesetipps für den Sommer
Lokales Havelland Falkensee Buchhändler verraten ihre Lesetipps für den Sommer
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07:08 25.04.2019
Kristine Millberg betreibt in Falkensee die Buchhandlung „Die Leseratte“ und kennt die Buch-Vorlieben ihrer Stammkunden ganz genau. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee/Nauen

Mehrfach wurde das gedruckte Buch in der Vergangenheit schon für tot erklärt. „Erst kamen die Hörbücher, als alle plötzlich dachten, nun wird niemand mehr selbst lesen. Dann waren es die E-Reader“, erzählt Kristine Millberg von der Falkenseer Buchhandlung „Die Leseratte“. Ausgestorben ist das gedruckte Buch in beiden Fällen nicht.

Menschen mögen das haptische Buch

„Hörbücher und E-Books waren in kurzer Hype, der dann wieder abflaute. Die Leute haben einfach immer noch ganz gerne etwas haptisches in der Hand“, so Millberg. Da immer mehr Menschen beruflich am Computer arbeiten, würden sie es zunehmend wieder schätzen, zu Hause dann nicht auch noch ihr Buch auf einem digitalen Bildschirm zu lesen, schätzt die Buchhändlerin.

Bei der Buchauswahl halten es die Havelländer dann meist klassisch. „Gelsen werden vor allem die bekannten Autoren, Bücher aus der Spiegel-Bestseller-Liste und ganz viele Krimis“, erklärt Millberg. Für den Frühling und Sommer empfiehlt die Buchhändlerin das neueste Buch von Ferdinand von Schirach „Kaffee und Zigaretten“ und „Gebrauchsanweisung für Pferde“ von der Autorin Juli Zeh. Wer sich an einen richtig „dicken Schinken traut“, kann auch auf „Der Pakt“ von Michelle Richmond zurückgreifen. Ideal um den Sommer lesend im Garten zu verbringen.

Ken Follett ist ein Verkaufsschlager

„Für manche Leser kann ein Buch gar nicht dick genug sein, die möchten am liebsten, dass die Geschichte gar nicht endet“, sagt Kristine Millberg. Diese Erfahrung hat auch Norbert Gebauer von der gleichnamigen Noten- und Buchhandlung in Falkensee gemacht. „Die Bücher von Ken Follett werden sehr gerne gekauft. Das neuste Werk ’Fundament der Ewigkeit’ hat knapp 1160 Seiten, lässt sich aber gut lesen“, erklärt Gebauer.

Die meisten seiner Stammkunden würden ihrem Leseverhalten über die Jahre hinweg treu bleiben. Wer einmal sein Genre gefunden hat, will meist nichts anderes mehr lesen. „Die Menschen ändern ihr Leseverhalten meist dann, wenn sich auch in ihrem Leben etwas ändert. Das kann zum Beispiel auch eine Scheidung sein“, so Gebauer. Klar sei jedoch auch, dass man mit 60 Jahren nicht mehr das lesen würde, was man als 20-Jähriger Mensch noch gelesen hat.

In Nauen wird viel Regionalliteratur verkauft

Gerade jetzt in der Frühlingszeit, wenn das Havelland allmählich aus dem Winterschlaf erwacht, scheinen auch dessen Bewohner, ihre Region wieder aufs Neue zu entdecken. „Bei uns hat sich ’Das kleine Havelbuch’ zu einem richtigen Renner entwickelt“, sagt Gerhard Wilhelm von der Nauener Buchhandlung. Das Buch umfasst Geschichten von der Quelle zur Mündung.

„Im Fontane-Jahr verkaufen sich natürlich auch alle Bücher rund um den bekannten Dichter“, so Wilhelm. Insbesondere die Werke von Robert Rauh, wie etwa das jüngste Buch „Fontanes Ruppiner Land“. „Grundsätzlichen kaufen die Kunden sehr viel biografisches über Fontane aber auch alles was mit Kochen und Fontane zu tun hat, da gibt es inzwischen einige Bücher“, erklärt der Buchexperte. Generell würden die Nauener Kunden sehr gerne regionale Literatur kaufen, wie etwa die Havelkrimis von Tim Pieper. „Die gehen immer“, sagt Gerhard Wilhelm.

Auch die Jugend liest gerne Bücher

Die Meinung, dass vor allem die Jugendlichen heutzutage nicht mehr lesen, unterstützen nicht alle Buchhändler. „Der Markt für Kinder- und Jugendbücher war noch nie so groß wie heute“, sagt Kristine Millberg. Es sollte jedoch den Kindern selbst überlassen werden, was sie lesen möchten. Nur so können sie selbst Freude am Lesen entwickeln und werden womöglich die nächsten Stammkunden der Buchhandlungen.

Norbert Gebauer wird sich zum Jahresende übrigens von seinen Kunden verabschieden. „Wir hören auf, geben die Buchhandlung aber in gute Hände, sodass es hier weitergehen wird“, erklärt er.

Von Danilo Hafer

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