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Falkensee Der mühsame Weg zu einer Innenstadt
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10:55 13.05.2019
Bürgermeister Heiko Müller erläutert den Teilnehmern des Stadtspaziergang, darunter Karlheinz Sasse (vorn), wie es am Bahnhof künftig aussehen soll. Quelle: Ulrich Hansbuer
Falkensee

 Mit Tränen erstickter Stimme erinnerte er sich. „Hier bin ich zur Schule gegangen, habe den zweiten Weltkrieg überlebt und habe die Entwicklung von Falkensee immer verfolgt“, erzählte Karlheinz Sasse, Jahrgang 1921, zur Begrüßung auf dem Campusplatz in der Gartenstadt durch Bürgermeister Heiko Müller.

Er ist in Falkenhagen geboren und lebt seit 1922 in Falkensee. Zum fünften Tag der Städtebauförderung hatte die Stadtverwaltung ihre Bürger zu einem geführten Spaziergang durch das Sanierungsgebiet Zentrum Falkensee geladen.

Erinnerungen kamen hoch

Erinnerungen an das alte Falkensee kamen immer wieder bei dem 98-jährigen hoch, als alte Fotos von früheren Gebäuden gezeigt wurden. Und auch Bürgermeister Heiko Müller konnte persönliche Erlebnisse aus seiner Schulzeit beisteuern: „Und hier haben wir mal eine Scheibe eingeschmissen.“

Doch wie mühsam der Weg zu einer harmonischen Innenstadt Falkensees, die den Anforderungen einer zu schnell gewachsen Stadt gerecht wird, noch werden wird, wurde beim Rundgang jedem Bürger deutlich und verständlich.

24 Hektar groß

Vor allem der Ankauf einiger privater Grundstücke zur Umsetzung des neuen Zentrums erfordere viel Zeit und viel Geld, , sagte Müller: „Selbst, wenn wir die Mittel haben, können wir nicht handeln, wenn private Eigentümer nicht mitmachen.“

Das Stadtoberhaupt betonte aber beim Rundgang, das im Zeitraum von 2006 bis 2018 bereits eine Vielzahl von Planungen in dem festgelegten Sanierungsgebiet Zentrum Falkensee, das sich auf etwa 24 Hektar beläuft und mit europäischen Förderprogrammen (EFRE) sowie Mitteln des Brachflächen-Programmes des Landes Brandenburg mit 4,1 Millionen Euro bereits gefördert wurde, umgesetzt werden konnten.

Etliche Vorhaben umgesetzt

Mit dem Campusplatz (Gesamtkosten 1,57 Millionen Euro) und der Park- und Ride-Anlage Scharenbergstraße (Gesamtkosten 2,3 Millionen Euro), mit neuen Wegeverbindungen wie dem Erna-Offeney-Weg/Fritz-Müller-Weg und Adolf-Haferland-Weg, einem modernen Bürgeramt (3,8 Millionen Euro), dem Busbahnhof (1,88 Millionen Euro), der schon wieder zu klein ist, und der Gestaltung von Bahnhofsvorplatz, Bahnstraße und Bahnhofsstraße seien schon etliche Vorhaben umgesetzt.

„Besonders dankbar sind wir dabei auch privaten Investoren, so auch der Familie Ziesecke, die einen wesentlichen Anteil an der neuen Gestaltung des neuen Zentrums haben“, meinte Müller.

Wichtige Meilensteine

Durch die Sanierungsmaßnahmen wurden wichtige Meilensteine für die Entwicklung des Stadtzentrums Falkensee umgesetzt, doch so betonte Müller immer wieder: „Wir haben schon einiges geschafft, aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns. Und es erfordert Zeit und geht auch nicht so schnell, wie wir uns das wünschen.“

Aufmerksam hörte auch Martina Sachs dem Stadtoberhaupt zu. Sie lebt eit einem halben Jahr in Falkensee, war von Cottbus zu ihrer Tochter gezogen. „Mich interessiert die Entwicklung in meiner neuen Heimat, die sehr gemütlich ist“, sagte die Neu-Falkenseerin, die nach dem Stadt-Spaziergang nun eine Vorstellung bekam, wie das neue Zentrum einmal aussehen soll: „Die Pläne sind gut.“

Stadthalle wird abgerissen

Mit der Fußgängerzone, neuen Wegen und attraktiven neuen Gebäuden sollen Ortsbild und vorhandene Nutzung wieder Zentrumscharakter bekommen und die „Bausünden“ nach der Wende abgemildert werden.

Die alte Stadthalle wird noch Ende des Jahres abgerissen, so Müller. Baubeginn für ein neues attraktives Einkaufs- und Wohngebäude mit Tiefgarage auf dem Gelände soll dann schon im Januar 2020 sein. Im Zuge dieser Bauarbeiten werde dann auch der Platz mit dem kaputten Brunnen vor dem Gutspark neugestaltet.

Ideen werden geprüft

Aufmerksam schrieb der mit den Planungen des Parks betraute Landschafts-Architekt Thomas Trautmann die Wünsche der Stadtverwaltung und der Bürger beim Rundgang durch den Park mit. Ideen, wie ein Freilufttheater, ein größerer Spielplatz – Trautmann notierte fleißig und prüft.

„Selbst, wenn wir die Mittel haben, können wir nicht handeln, wenn private Eigentümer nicht mitmachen.“Zusammen mit Stadtplaner Georg Balzer soll bis Ende des Jahres ein Konzept vorliegen, wie der Park in 2020 aussehen könnte und sich dann in das Stadtzentrum einfügt.

Der mühsame Weg zu einem Stadtzentrum Falkensees. Er wird noch lang. Und das weiß jetzt auch der 98-jährige Karlheinz Sasse.

Von Ulrich Hansbuer

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