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Falkensee Einblicke in die Gartenwelt
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17:42 04.07.2019
Der Badeteich im Garten der Familie Klosa-Dringenberg hat eine Regenerationszone aus Pflanzen.
Der Badeteich im Garten der Familie Klosa-Dringenberg hat eine Regenerationszone aus Pflanzen. Quelle: Vivien Tharun
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Falkensee

Möglichst nachhaltig sollen sie sein: die Gärten, die bei der Aktion der Lokalen Agenda 21 mitmachen. Es können Stauden-, Familien-, oder Insektengärten sein. Am Wochenende öffnen drei Gärten in Falkensee und Schönwalde-Glien ihr Pforten, um Interessierten zu zeigen, wie ein nachhaltiger Garten aussehen kann.

Ein regenerierender Badeteich

Ein solcher gehört dem Ehepaar Rasamani Klosa-Dringenberg und Harald Klosa aus Finkenkrug. Bereits das dritte Mal ist das Paar bei den „Offenen Gärten“ dabei. „Beim ersten Mal, war ich überrascht, dass so viele Besucher kommen“, sagt Rasamani Klosa-Dringenberg. Etwa 50 Personen seien es gewesen. Die Höhepunkte in ihrem Garten sind ein selbst regenerierender Badeteich und der Rosenhügel. „Als wir den Teich anlegten, habe ich aus dem Erdaushub den Rosenhügel gemacht“, sagt Klosa-Dringenberg.

Der Garten kommt ganz ohne Chemie aus. „Der Badeteich hat eine bepflanzte Regenerationszone.“ Die Pflanzen und Mikroorganismen würden sich darum kümmern, dass die Wasserqualität stimmt. Und wenn die Rosen von etwas befallen seien, dann wäre das eben einmal so.

Bäume sind wichtiger Bestandteil

Der Familie ist ein naturnaher Garten sehr wichtig. Das bezieht den Baumbestand mit ein: „Als wir nach Falkensee zogen, hatte der Architekt beim Hausbau den Auftrag, zwei mehr als 100 Jahre alte Eichen und eine Linde stehen zu lassen“, sagt Klosa-Dringenberg.

„Manche Leute ziehen extra raus ins Grüne und holzen dann beim Hausbau erstmal alles ab“, ergänzt Harald Klosa. Dieses Vorgehen sei ihm unverständlich, da gerade alte Bäume einen wichtigen Lebensraum für Tiere und optimalen Hitzeschutz bieten würden. „Eine Neupflanzung ersetzt das in den ersten Jahren nicht.“

Die Flora und Fauna in dem Garten des Ehepaares spricht für sich: Im Teich leben Fische, Krebse und Wasserfrösche in einer selten Blaufärbung. In einer Hortensie tummelt sich ein Goldglänzender Rosenkäfer. Der Rosenkäfer gehört zu den gefährdeten Arten. Der Garten vereint japanische und englische Stilelemente und kleine Dekorationsgegenstände. Gerade Plattenwege gibt es dort nicht. Alle Führungslinien sind geschwungen.

Gut für Insekten

Gewundene Wege und üppige Pflanzen gibt es auch im Garten von Claudia Jörg.

Claudia Jörg in ihrem Garten. Quelle: Vivien Tharun

Die studierte Biologin hat die Stauden in ihrem Garten nach Insektenfreundlichkeit und Wasserverbrauch ausgewählt. „Gut 80 Prozent der Pflanzen sind für Insekten gedacht“, sagt sie. Und so ist schon im Vorgarten reichlich Summen zu hören.

Zur Aktion Offene Gärten

Am Sonntag, 7. Juli, öffnen von 11 bis 17 Uhr folgende Gärten:

Claudia Jörg, Feuerbachstraße 66a, Falkensee.

Rasamani und Harald Klosa-Dringenberg, Finkenweg 13, Falkensee.

Hildegard Goullon, Rüsternallee 3, Schönwalde-Glien.

Weitere offene Gärten in und um Berlin und Brandenburg sind auf der Internetseite www.urania-potsdam.de verzeichnet.

Eine Liste der Gärten in und um Falkensee ist zu lesen auf: www.agenda21-falkensee.de

Organisator ist die Lokale Agenda 21. Grundlage der Lokalen Agenda 21 ist die Agenda 21 der Vereinten Nationen von 1992. Das damals in Rio de Janeiro von 172 Staaten beschlossene Aktionsprogramm enthält Leitlinien für nachhaltige Entwicklung. Vielerorts wird versucht ,mit einer lokalen Agenda 21 nachhaltige Projekte umzusetzen und/oder zu fördern.

Mehrere Hummelarten, Bienen und Schwebfliegen schwirren zwischen Lavendel, Salbei und Rosenbusch herum. Das Besondere am Vorgarten ist, dass die meisten Pflanzen sich unter einer großen Kiefer befinden. „Ein Gärtner hat geholfen, die Fläche unter dem Baum dauerhaft mit Pflanzen zu begrünen“, so Jörg. Unter einem Nadelbaum ist das nicht so leicht. Hilfreich war dazu unter anderem eine dicke Schicht groben Steinsplitts, der den Boden vor dem Austrocknen schützt.

Automatische Tropfanlage

Der gesamte Garten wird nur mäßig gegossen. Zweimal in der Woche läuft eine automatisierte Tropfanlage, so dass der Verbrauch genau dosiert ist. „Besonders pflegeleicht sind Essigrose, Weißdorn und Pfaffenhütchen“, sagt Claudia Jörg. Diese Pflanzen würden Hitzeperioden gut überstehen und sind attraktiver Lebensraum für Insekten. Interessierten Besuchern gibt Jörg gerne Tipps für den Weg zum eigenen nachhaltigen Garten.

Von Vivien Tharun