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Falkensee Entscheidung verschoben: Kommt das Hallenbad in Falkensee?
Lokales Havelland Falkensee Entscheidung verschoben: Kommt das Hallenbad in Falkensee?
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16:29 08.05.2019
Vorstellung des Hallenbades für Falkensee Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Im Detail ist alles klar, im Großen und Ganzen aber nicht. So könnte man die vertrackte Hallenbad-Situation in Falkensee zusammenfassen. Nach wie vor gibt es keinen Grundsatzbeschluss der Falkenseer Stadtverordneten, ein Hallenbad zu bauen. Und der wird vor der Kommunalwahl auch nicht mehr kommen.

SPD lud zur öffentlichen Beratung

Das wurde am Dienstagabend auf einer öffentlichen SPD-Fraktionssitzung deutlich. Die Sozialdemokraten hatten recht kurzfristig zu der Beratung eingeladen, weniger als 50 Zuhörer waren dazu ins Musiksaalgebäude am Campusplatz gekommen.

Warten auf die Baugenehmigung

Die Abgeordneten hatten im Herbst verabredet, erst nach dem Vorliegen einer Baugenehmigung den Grundsatzbeschluss über Bauen oder Nicht-Bauen zu fällen. Wenige Tage vor Weihnachten war der Bauantrag beim Landkreis Havelland eingereicht worden. „Bis heute liegt die Baugenehmigung nicht vor“, sagte Bürgermeister Heiko Müller (SPD) am Dienstag. Das meiste sei geklärt, doch beim Thema Brandschutz gibt es noch Klärungsbedarf.

Entscheidung nach der Sommerpause

Somit wird erst die neue Stadtverordnetenversammlung nach der Sommerpause eine Entscheidung fällen.

Die SPD wollte ihre Veranstaltung nutzen, um darauf hinzuweisen, dass ihre Partei das Vorhaben stets voll unterstützt hat. Dabei setzte sie am Dienstag noch einmal auf Fakten und Transparenz. Architekt René Franke von der Planungsgesellschaft Bauconzept stellte den Bau vor.

Detaillierte Planung

In der Steuerungsgruppe, in der Vertreter aller Fraktionen und vieler Verbände vertreten sind, waren alle Schritte detailliert besprochen und diskutiert worden. Bis hin zu der Frage, wo welche Fliese anzubringen ist und aus welchem Material die Bändchen für die Besucher bestehen.

Franke erklärte, warum das Farbkonzept auf eine kupferfarbene und grüne Fassade setzte, wie die Räume aufgeteilt sind, das ging bis in den letzten Zipfel des Kellergeschosses, dass eine Doppeldrehkreuzanlage geplant ist, warum ein Edelstahlbecken einem gefliesten Becken vorzuziehen sei.

Er stellte noch einmal das sechsbahnige Becken vor, die Rutsche mit eigenem Becken, die Lehrschwimmbecken, der Planschbereich mit Wasserkaskade und Wasserspritzen. Alles in allem ein funktionales, modernes Bad, das schwimmorientiert ist. Ergänzt mit einer mittelgroßen Saunalandschaft und mit einer Kegelbahn.

Zahlen über Zahlen: Thomas Meier erklärt das Betriebskonzept. Quelle: Marlies Schnaibel

Thomas Meier, Vertriebs- und Projektleiter der Münchner Bädergesellschaft GMF, stellte das Betriebskonzept vor. Er lobte den von Franke vorgestellten Entwurf: „Die Planung gefällt uns gut, es ist energieeffizient und kompakt geplant und hat die Option zur Erweiterung.“ Er stellte die bekannten Daten vor: geplante 135000 Besucher im Jahr, bei 340 Betriebstagen. Er stellte Rechnungen zu Preisen und zur Unterhaltung des Bades ein. Da käme auf die Kommune ein Bedarf von etwa 1,1 Millionen Euro pro Jahr zu.

Familienorientiertes Sportbad

Das Bad stufte Meier als „familienorientiertes Sportbad“ ein. Diese Vielfalt wurde am Dienstag von mehreren anwesenden Badbefürwortern unterstrichen: Margot Kleinert hatte sich als Vorsitzende des Falkenseer Seniorenbeirates jahrzehntelang für den Bau eines Bades eingesetzt. Die DLRG, Selbsthilfegruppe chronisch Kranker und die Kegler warben für den Bau des Hauses.

Unterschriftensammlung für ein Schwimmbad in Falkensee: Ingrid Junge und Margot Kleinert hatten jahrelang dafür gekämpft. Quelle: privat

Staatssekretärin Ines Jesse sprach sich für das Hallenbad aus: „Ein Hallenbad ist ein gutes und starkes Instrument, um Falkensee als Mittelzentrum für die Region zu stärken“, sagte sie. Als ehemalige Bildungsdezernentin in Falkensee weiß sie noch genau, wie kompliziert der Schwimmunterricht für Falkenseer Schüler derzeit ist. Das Bad wäre für alle Generationen ein Gewinn.

Skeptiker bleiben

Die Skeptiker kamen angesichts all der Zahlen und Argumente am Dienstag trotzdem nicht zum Verstummen. CDU-Mitglied Rainer Ganser, der für die Wahl zur neuen Stadtverordnetenversammlung antritt, wiederholte dabei eine in den letzten Jahren mehrfach gehörte Meinung: „Ich bin ja nicht gegen das Hallenbad, aber die Stadt hat auch andere Verpflichtungen.“

Von Marlies Schnaibel

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