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Falkensee Erster CSD in Falkensee gefeiert
Lokales Havelland Falkensee Erster CSD in Falkensee gefeiert
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16:10 30.06.2019
Mit einer so großen Teilnehmerzahl hatten selbst die Organisatoren des ersten Falkenseer CSD nicht gerechnet. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Unter Jubel und Applaus wanderte die Regenbogenflagge den Fahnenmast vor dem Falkenseer Rathaus empor. Hunderte Menschen waren gekommen, um gemeinsam zu feiern und ein deutliches Zeichen für mehr Akzeptanz und Toleranz zu setzen. Mit einer solchen Teilnehmerzahl hatten selbst die Veranstalter des ersten CSD in Falkensee nicht gerechnet.

Dabei sein, wenn was Großes passiert

Neben Glitzerperücken, bunten Kostümen und dem Traktor-Oldtimer des Falkenseer Porsche-Junior-Teams, der mit schillernden Farben ausstaffiert die Parade begleitete, brachte die Menschen vor allem ein Grund auf die Straße: Dabei sein, wenn etwas Großes passiert. Denn neben Großstädten, wie Berlin oder Köln, ist Falkensee die wohl kleinste Kommune mit einem eigenen CSD.

Hunderte Menschen feierten am Freitag den ersten Falkenseer CSD und setzten ein deutliches Zeichen für mehr Akzeptanz und Toleranz. Neben dem politischen Hintergrund der Parade blieb viel Platz für bunte Perücken, einigen Glitzer und gute Stimmung.

„Wir sind froh, dass erstmals im Havelland ein CSD stattfindet. Vielleicht ist es sogar ein Anstoß für andere Kommunen im ländlichen Raum, diesem Beispiel zu folgen“, sagte Harald Petzold, der die Demonstration angemeldet hatte.

„Es ist super, dass Falkensee einen eigenen CSD hat. Ich komme aus Spandau, um die Sache zu unterstützen“, sagte der 14-jährige Nick, der seit 2017 Paraden in Berlin, Köln, Hamburg und Leipzig besucht hat. „Ich reise dem CSD nach und bin begeistert, dass er nun in einer kleineren Stadt angekommen ist. Bei dem Umschwung, der in der Gesellschaft derzeit passiert, ist es noch wichtiger, Flagge zu zeigen“, so der 14-Jährige.

Platz für politische Statements

Denn hinter lauten Samba-Klängen, schrillen Kostümen und guter Laune steckte am Freitag auch viel Ernstes. „Wir waren einige Male beim CSD in Berlin, finden ihn allerdings zu kommerziell. Wir wollen bewusst ein politisches Statement setzen“, sagte Marlies Wutta vom Organisatorenteam. Weltweit gebe es weiterhin viele Probleme, in einigen Ländern gelte nach wie vor die Todesstrafe für queere Menschen, so Wutta. Niemand solle sich verstecken müssen, sondern offensiv mit seiner Sexualität umgehen können.

„2017 haben wir die Regenbogenflagge erstmals vor dem Falkenseer Rathaus gehisst. Daraus ist mit den Jahren die Idee entstanden, einen eigenen CSD auf die Beine zu stellen“, sagte Wutta. Gemeinsam mit dem Falkenseer Jugendforum hatte das Falkenseer Regenbogencafé die Veranstaltung organisiert.

Die Community hält zusammen

Die unterstützte neben einigen Lokalpolitikern aus Falkensee, Brieselang, Wustermark und Nauen auch die Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe. Sie fand am Freitag deutliche Worte: „Egal, ob laut, stolz und fantasievoll, wie heute, oder in leisen, persönlichen Begegnungen, wie im Regenbogencafé: Die Community hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich zur Wehr gesetzt und vieles erreicht“, sagte Monika von der Lippe.

Der Christopher-Street-Day

Der Christopher Street Day (CSD) hat seinen Ursprung in der Gay Pride Bewegung im New York der 1970er-Jahre.

Er ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Es wird gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert.

Neben traditionellen CSD-Paraden und Kundgebungen gibt es in vielen Städten häufig Straßenfeste und Kulturwochen.

Wie sehr die Community zusammenhält, bewiesen auch die drei Musiker der Berliner Band „Transophonix“. „Wir sind heute extra nach Falkensee gekommen, um die Veranstaltung zu unterstützen. Es ist so wichtig, dass wir sichtbar sind und es auch bleiben“, sagte Luna, die am Freitag grelles Grün passend zur roten Perücke trug.

Rund 1000 Menschen versammelten sich zur Parade, die bis zur Falkenseer Stadthalle zog. Hier wurde ausgelassen bis in die späten Abendstunden gefeiert.

Von Laura Sander

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