Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Falkensee Falkensee: Gartenstadt wird Betonstadt
Lokales Havelland Falkensee Falkensee: Gartenstadt wird Betonstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 30.07.2019
Ein Stadtspaziergang mit Blick auf Vorgärten in Falkensee: eine Galerie in Grau. Immer weniger Rasen, Beete, Sträucher, Bäume und Blumen. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Grau, grau, grau. Immer mehr Vorgärten in Falkensee sind zugepflastert und zubetoniert. Der bundesdeutsche Trend zu Vorgärten ohne Grün geht auch an Falkensee nicht spurlos vorüber.

Viel beschworene Gartenstadt

Dabei versteht sich die Kommune als Gartenstadt. In ihrem Leitbild hat sie den grünen Charakter des Ortes als Wert festgeschrieben. Die Liberalen hatten sogar ihr Wahlprogramm zum Kommunalwahlkampf im Mai mit „Gartenstadt bleibt Gartenstadt“ überschrieben.

Auch die anderen Parteien hatten mehr oder weniger ausführlich ihre Absicht formuliert, sich für das Grün in der Stadt einzusetzen.

Versiegelte Fläche

Grau ist aber in diesem Falle nicht die Theorie, sondern die Praxis. Immer mehr private Vorgärten bestehen nur noch aus versiegelter Fläche. Dabei gilt die Faustregel: Je jünger die Häuser, desto höher die Betonquote. Die Baumärkte bieten derweil eine breite Palette an Versiegelungsmaterialien: Das reicht von Edelsplitt „Siena“ bis zum Pflasterstein „Nature“.

Für manche sind sie pflegeleicht und modern, für andere sind es Vorgärten des Grauens. Bilder eines Falkenseer Stadtspazierganges.

Dabei geht es auch anders: In alten Wohnanlagen wie in Finkenkrug oder Falkenhain sind noch sehr viele Vorgärten mit Grün und Blumen zu finden. Falkenseer Gartenfreunde laden regelmäßig zur Aktion des Offenen Gartens ein.

Schöne Gärten öffnen

Was 2003 aus einem Wettbewerb zum schönsten natürlichen Garten der Stadt heraus mit drei Teilnehmern begonnen hatte, ist mittlerweile zu einer breitangelegten Aktion von Bürgern für Bürger geworden. Die Lokale Agenda 21 der Stadt organisiert sie. Hier ist man auch wenig angetan von dem grauen Trend in Falkenseer Gärten.

„Pflaster- und Schottergärten sind tote Gärten“, sagt Yvonne Scherzer von der AG Umwelt. Gärten des Grauens werden die Betonflächen schon mal bezeichnet. Sie mögen pflegeleicht sein, aber dem Klima nutzen sie nicht.

Kein Kühleffekt

„Solche Beton- und Steinflächen haben keine Kühleffekte mehr, sie treiben die Erderwärmung eher voran“, gibt Yvonne Scherzer einen Aspekt zu bedenken. Und natürlich sind sie auch total insektenunfreundlich.

„Eine prozentuale Festlegung, wie viel Fläche eines Grundstückes unbebaut sein muss, gibt es nicht“, sagt Stadtsprecherin Luisa Bellack, „für jedes Grundstück ist das Einfügungsgebot im Einzelfall zu beachten.“ Konkret verweist dabei der Fachbereich Stadtplanung auf den Paragraphen 8 der Brandenburgischen Bauordnung.

Zu begrünen und zu bepflanzen

Danach sind nicht mit Gebäuden überbauten Flächen der bebauten Grundstücke „wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen.“

Dann folgt aber in der Bauordnung eine kleine Einschränkung: „Soweit dem nicht die Erfordernisse einer anderen zulässigen Verwendung der Flächen entgegenstehen oder .... Bebauungspläne oder andere Satzungen Festsetzungen zu den nicht überbauten Flächen treffen.“

Kampf gegen Schottergärten

Umweltminister mehrerer Bundesländer hatten in diesem Jahr eine Kampagne gegen die Steingärten und für mehr Lebensraum gestartet. Immer mehr Kommunen geben sich Vorgartensatzungen. Eine derartige Satzung gibt es bislang in der Stadt Falkensee nicht.

In Falkensee agiert seit Jahren eine Baumschutzgruppe und es gibt eine Baumschutzsatzung; eine Vorgartenschutzgruppe und eine Gartenschutzsatzung gibt es aber nicht.

Von Marlies Schnaibel

Die Volkshochschule Havelland ist 100 Jahre alt und erfindet sich immer wieder neu. Dabei hat sogar die alte Schreibmaschine noch lange nicht ausgedient. Ab Montag locken neue Kurse.

29.07.2019

Jahrelang waren in Falkensee die Versuche gescheitert, das Stadthallen-Bistro kommerziell zu betreiben. Es fand sich kein Interessent für einen gastronomischen Versuch. Nun hat die Stadt sich zu einer kleinen Lösung aus eigener Kraft entschlossen.

28.07.2019

Wie löschen die Feuerwehrmänner- und Frauen der Wehren in Brandenburg brennenden E-Autos? Die Akkus oder auch die Batterien stellen die Männer und Frauen vor ein Problem – denn mit Diesel-und Benzinfahrezeugen kennen sie sich aus, nicht so mit der neuen Technik.

28.07.2019