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Falkensee Im Tierheim wird auch Weihnachten gefüttert
Lokales Havelland Falkensee Im Tierheim wird auch Weihnachten gefüttert
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17:07 26.12.2019
Die Katzen hatten schon ungeduldig auf ihr Futter gewartet, das ihnen Katja Schulz liebevoll zubereitet hat. Quelle: Enrico Berg
Falkensee

Während die meisten Menschen am ersten Weihnachtstag mit ihren Familien beim Festessen zusammensitzen, schaut Marion Jäckel konzentriert auf den Medikamentenplan. Gewissenhaft stellt sie anhand der Dokumentation die Arzneimittel für ihre Schützlinge zusammen. Mit einer Medikation macht sie sich auf den Weg zur 14 Jahre alten Schnurrsula, die schon auf sie wartet.

Marion Jäckel ist keine Krankenschwester, sondern ehrenamtliche Helferin im Tierheim Falkensee. Insgesamt sechs Ehrenamtler und eine angestellte Tierpflegerin kümmern sich am 25. Dezember um die Tiere. Denn denen ist es egal, ob Weihnachten oder ein anderer Feiertag ist – sie brauchen Futter und Pflege.

Mehlwürmer als Zugabe

Nach der Medikamentengabe geht es im Katzenhaus etwas lauter zu. Die Stubentiger kennen ihre Fütterungszeiten genau. Und dann kann es nicht schnell genug gehen. Katja Schulz und Marie Ewald haben sich auch zum Dienst gemeldet. Sie teilen sich die Arbeit: Katzen füttern, deren Toiletten säubern und die Fressnäpfe spülen. Wäsche fällt ebenfalls an. Decken und Handtücher müssen gewechselt werden. „Das hat der Frühdienst bereits erledigt“, erklärt Katja Schulz. Sie schneidet gerade Möhren, Paprika und Obst für zwei Ratten, die seit einiger Zeit im Tierheim sind. Zur Feier des Tages bekommen beide Nager drei kleine Mehlwürmer zu ihrer pflanzenlastigen Kost dazu, normalerweise erhalten sie nur dreimal wöchentlich eine Extraportion Proteine.

Sie haben die Tiere versorgt: die ehrenamtlichen Helfer Constantin Müller, Sandra Moorenweiser, Katja Schulz, Marion Jäckel, Marie Ewald (hintere Reihe v.l.) sowie Tierpflegerin Jessica Jänicke mit ihrem Hund Otto und Helferin Amrei von Wagner. Quelle: Enrico Berg

Nach der Fütterung geht es für die drei Helferinnen in die nächste Runde. „Jede Katze bekommt ihre Streicheleinheit“, sagt Marie Ewald. Ob Weibchen oder Männchen – sie schnurren und schmiegen sich an die Beine der Menschen, die sie versorgen. „Es ist so einfach, diese Tiere glücklich zu machen“, sagt Ewald.

Wo bleibt das Weihnachtsessen? Quelle: Enrico Berg

Hund „Otto“ mit Fliege

Im Hundehaus hat Tierpflegerin Jessica Jänicke Dienst, die ihren eigenen Hund Otto mitgebracht hat. Der trägt eine kleine Fliege an seinem Halsband. „Schließlich ist Weihnachten, da muss man sich ein wenig rausputzen“, erklärt Ottos Frauchen lächelnd.

Die Waschmaschine ist bereits in Betrieb, später muss die Wäsche noch getrocknet werden. Jetzt ist Fütterungszeit. Zur Unterstützung sind die Helfer Sandra Moorenweiser, Amrei von Wagner und Constantin Müller ins Tierheim gekommen. „Zuerst werden unsere Fellnasen gefüttert. Die kriegen frisches Wasser und die Zwinger werden gesäubert”, erklärt Jessica Jänicke den Ablaufplan.

Gassi gehen muss sein

Nach der Fütterung haben die Vierbeiner etwa 30 Minuten Pause, bevor sie endlich raus dürfen. Gassi gehen steht an, was den Hunden Weihnachten genau so viel Spaß macht wie an den anderen Tagen auch.

Für die meisten Helfer ist der Einsatz an den Weihnachtstagen im Tierheim kein Problem. „Wenn ich meiner Familie sage, dass ich bei den Tieren bin, ist das okay. Alle finden gut, was wir machen”, erzählt Sandra Moorenweiser. Das zustimmende Nicken der anderen Helfer zeigt, dass es in den anderen Familien ähnlich ist.

Von Hannelore Berg

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