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Falkensee Mann schießt am Falkenhagener See in Personengruppe
Lokales Havelland Falkensee Mann schießt am Falkenhagener See in Personengruppe
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13:39 31.05.2020
Der Tatort am Falkenhagener See, wo eine Mann in eine Personengruppe geschossen haben soll, ist für die Untersuchungen abgesperrt worden. Quelle: Enrico Berg
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Falkensee

Zu einer Gewalttat, bei der ein Mann verletzt wurde, ist es am Samstagabend am Falkenhagener See in Falkensee gekommen. Der Vorfall hatte sich gegen 20 Uhr im Bereich einer Düne nördlich der Spandauer Straße ereignet. Zeugen informierten die Polizei über einen flüchtigen Mann, der auf eine Personengruppe geschossen haben soll, die dort anscheinend einen Geburtstag nachgefeiert hat.

Zuvor hatte es offenbar Streitigkeiten zwischen dem Mann und den Feiernden gegeben. Der Tatverdächtige soll sich durch die laute Musik der Gruppe, der Personen im Alter von Mitte 20 angehörten, gestört gefühlt haben. So soll es mehrfach einen verbalen Schlagaustausch gegeben haben. Die Stimmung wurde dann mit der Zeit immer aggressiver.

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Dann drückte er ab

Schließlich zog der Mann die Waffe und drückte ab. Ein 27-jähriger Mann erlitt bei der Tat eine Handverletzung und wurde im Anschluss von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht.

Der Schütze flüchtete nach der Tat mit einem Pkw, dessen Kennzeichen von den Zeugen erkannt und an die Einsatzkräfte weitergegeben wurde. Nach einer sofortigen und umfangreich durchgeführten Fahndung nach dem Tatverdächtigen konnte kurze Zeit später ein 56-Jähriger in Berlin durch Polizeibeamte festgenommen werden.

Tatwaffe wird untersucht

Ob er unter Drogen oder unter Alkoholeinfluss stand, konnte die Polizei noch nicht sagen. Es wurde aber eine Blutprobe entnommen. Ob der Tatverdächtige schon früher polizeilich aufgefallen ist, dazu gab es seitens der Beamten keine Aussage.

Die mutmaßliche Tatwaffe konnte bei Durchsuchungsmaßnahmen für weitere Untersuchungen sichergestellt werden. Es soll sich nicht um eine Schreckpistole handeln, sondern um eine Waffe, „die geeignet ist, Menschen schwer zu verletzen oder gar zu töten“, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Staatsanwalt beantragt Haftbefehl

Der Sachverhalt wird von der Staatsanwaltschaft als versuchtes Tötungsdelikt bewertet. Ermittler der Mordkommission und Spezialisten der Kriminaltechnik wurden umgehend mit der Tatortarbeit, den Vernehmungen und der Spurensuche und -sicherung beauftragt.

Eine Haftrichterin des Amtsgerichts Potsdam hat Sonntagmittag einen Haftbefehl gegen den wegen des versuchten Totschlags verdächtigen 56-Jährigen erlassen und verkündet. Der Berliner wird zeitnah in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, in der er auf den Abschluss der Ermittlungen warten wird.

Von MAZ Havelland