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Falkensee Streit um Falkenmarkt und Rotunde
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16:22 05.02.2019
Der Einkaufsmarkt an der Spandauer Straße wird von vielen genutzt. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Zwei Baukräne stehen am Falkenseer Falkenmarkt. Sie künden vom Umbau des Areals. Nachdem der Aldi sich 2014 optisch verjüngt hat, wird nun im hinteren Teil der Anlage gebaut. Erst einmal wurde kräftig abgerissen, ehe eine neue Verkaufshalle errichtet wird. Das ganze Gebiet soll umgestaltet werden. So wollen es Investoren und so wollen es auch die Macher des Nahversorgungskonzeptes Falkensee. Und genau diese Position ist umstritten.

Der Falkenmarkt soll entwickelt werden. Was tut sich an der Rotunde?

Die Stadt Falkensee hat von 2012 ein Einzelhandels- und Zentrumskonzept, das sollte nun fortgeschrieben werden. Vor drei Jahren erhielt das Leipziger Büro Cima den Auftrag dazu, seitdem wird daran gearbeitet und nahezu endlos diskutiert.

Viele Discounter – Drogerien sind Mangelware

Die Bestandsaufnahme zeigt in Falkensee 77 Betriebe des Einzelhandels, davon 53 mit Lebensmittel. Auffällig ist, dass es in der Branche Drogerie nur einen Spezialbetrieb, den Rossmann im Zentrum, gibt. Lediglich bei Apotheken und Zeitschriften/Lotto wird der Stand als normal eingeschätzt.

Die große Zahl der Discounter mit ihrem eher begrenzten Sortiment verpasst Falkensee das Attribut „discounterlastig“ bei Lebensmittelmärkten. Im Vergleich mit anderen berlinnahen Städten wie Bernau, Königs Wusterhausen oder Oranienburg fällt auf, dass Falkensee in der Pro-Kopf-Ausstattung beim Nahversorgungssortiment unterdurchschnittlich bestückt ist.

Märkte gleichmäßig verteilt

„Die Lebensmittelmärkte sind recht gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt“, lobte Manfred Bauer vom Cima-Büro. Das wäre ganz im Sinne der angestrebten wohnungsnahen Versorgung, hier bescheinigte er der Stadtverwaltung eine „geschickte Standortsteuerung des Einzelhandels“. Natürlich könne eine Verwaltung nur Rahmenbedingungen schaffen, dafür sei ein Nahversorgungskonzept geeignet. Und darin sind die Schwerpunkte künftiger Entwicklung benannt.

Sechs Nahversorgungszentren

Neben dem Zentrum – mit dem großen Real-Kaufhaus und dem Einkaufsmarkt Akazienhof – hat das Konzept sechs vorhandene oder potenzielle Nachversorgungszentren ausgemacht: Falkenhain (Netto), Finkenkrug (Penny), Wachtelfeld (Edeka), Adlerstraße (Nachfolger für Kaiser’s), Falkenhagener Anger (Norma) und Spandauer Straße (Falkenmarkt).

Jahrelange Debatten um Penny

Die aufgezeigten Projekte haben es in sich. An mehreren Standorten wird seit Jahren an einer Veränderung gearbeitet. Seit mehr als sechs Jahren wird über den Umzug und die Erweiterung des Pennymarktes am Bahnhof Finkenkrug geredet.

Mühsame Suche nach Nachfolger

Vor drei Jahren schloss die Kaisers-Filiale im Falkenhorst, die undurchsichtigen Besitzverhältnisse machen die Suche nach einem Nachfolger schwierig. „An Interessenten für den Standort mangelt es nicht“, sagte Bürgermeister Heiko Müller, jetzt gäbe es endlich „einen ernsthaften Kontakt zum Besitzer“. Auch der Edekamarkt am Wachtelfeld will sich erweitern, Pläne wurden bereits vorgestellt.

Falkenmarkt mit Potenzial

Erweiterungspläne gibt es auch am Falkenmarkt, hier hat Edeka bereits Interesse signalisiert, an dem Kreisverkehr in Aldi-Nähe zu bauen. Die Fachleute werten die Kombination von Discounter und Supermarkt als sinnvoll. Aber gerade die Entwicklung dieses Standortes wird von Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung kritisch gesehen.

Kritik von Grünen und FDP

Der Umbau des Falkenmarktes, der kurz nach der Wende entstanden war, hat begonnen, die hinteren Hallen wurden bereits abgerissen. Quelle: Marlies Schnaibel

Der Einzelhandel ist hier für viele der oft älteren Bewohner von Falkenhöh wichtig, er ist fußläufig zu erreichen. Die Grünen fordern deshalb, dass der Einzelhandel der Geschäftszeile an der Rotunde mit in das Nahversorgungskonzept aufgenommen wird.

Kritik am vorgelegten Konzept gab es auch von der FDP-Fraktion. Auch die Liberalen sehen das Spannungsfeld von Falkenmarkt und Spandauer Straße/Rotunde. Außerdem fragen sie, warum der Bereich Netto/Biofreunde/Getränkehoffmann nicht in dem Konzept auftaucht. Auch den Lidl-Markt an der Falkenhagener Straße will die FDP berücksichtigt sehen.

Das Nahversorgungskonzept geht somit in die nächste Diskussionsrunde. Auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde das fast 70 Seiten starke Strategiepapier nicht beschlossen, sondern in den Fachausschuss zurück überwiesen.

Von Marlies Schnaibel

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