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Falkensee Rotes Kreuz: In ihrer Freizeit retten sie Leben
Lokales Havelland Falkensee Rotes Kreuz: In ihrer Freizeit retten sie Leben
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08:03 08.05.2019
Emma Wenzlaff von der DRK-Jugendgruppe ist erst neun Jahre alt, beherrscht die Herzdruckmassage aber schon wie ein Profi. Quelle: Foto: D. Hafer
Falkensee

 Konzentriert und mit kräftigen Bewegungen drückt Emma Wenzlaff den Brustkorb der Puppe nach unten. Die Herzdruckmassage beherrscht die Falkenseerin schon wie ein Profi, dabei ist sie erst neun Jahre alt. Gelernt hat sie diese im Notfall überlebenswichtige Maßnahme bei Heike Swillus und Ramona Staedler vom DRK-Ortsverein Falkensee. „Wir haben uns früh den Aufbau einer Jugendabteilung auf die Fahne geschrieben“, erklärt Ortsvereinschefin Heike Swillus. Anlässlich des heutigen Weltrotkreuztages hat die MAZ die ehrenamtlichen Helfer besucht.

Hälfte der Mitglieder sind Jugendliche

Auf ihre jungen Mitglieder ist Heike Swillus ganz besonders stolz. „Kinder und Jugendliche haben viel weniger Hemmungen oder Angst etwas falsch zu machen. Erwachsene sind bei Wiederbelebungsübungen viel zurückhaltender, weil sie denken, sie könnten etwas falsch machen“, erzählt sie. Derzeit zählt der Falkenseer Ortsverein etwas mehr als 20 Mitglieder. Die Hälfte davon gehören der Jugendabteilung an.

Damit ist die Falkenseer Gruppe ein eher kleiner Ortsverein, allerdings auch ein junger. „Wir sind 2016 nach Falkensee gekommen und haben den Ortsverein wieder zum Leben erweckt“, so Swillus. Einige Jahre existierte der Verein nur noch auf dem Papier, Mitglieder hatte er keine mehr. „In Falkensee ist ja auch die Konkurrenz mit Feuerwehr und DLRG hoch, wir wollen ja alle mit einander auskommen“, betont die 54-Jährige.

Einige engagieren sich schon in der Schule

Zu Hause ist der Ortsverein derzeit in einem Versammlungsraum auf dem Feuerwehrgelände. Dort lädt Bereitschaftsleiterin Ramona Staedler alle zwei Wochen zum Bereitschaftsabend. „Die Jugendabteilung trifft sich sogar wöchentlich“, erzählt die 47-Jährige. „Wir machen dann immer verschiedene Übungen. Zum Beispiel, was zu tun ist, wenn jemand bewusstlos wird“, erklärt die neunjährige Emma Wenzlaff. Die Schülerin gehört zu den besonders Engagierten. „In meiner Schule nennt mich die Sekretärin schon Krankenschwester Emma, weil ich immer die Kinder zu ihr bringe, denen es nicht gut geht“, erzählt sie. Und auch im Hort schnappt sich die neunjährige sofort den Erstehilfekoffer, wenn irgendwo ein Pflaster zu kleben, oder ein Verband anzulegen ist.

Wie überall gibt es auch beim DRK Nachwuchssorgen

Auch an zwei weiterführenden Schulen konnte der Ortsverband zwei Jungen für den sogenannten Schulsanitätsdienst gewinnen. Trotz allem, leidet auch der DRK-Ortsverein, wie so viele ehrenamtliche Verbände, unter Nachwuchsproblemen. „Vor allem bei den 25- bis 35-Jährigen haben wir eine Lücke“, erklärt Heike Swillus. Sie kann daher nur immer weider für das Ehrenamt werben. „Es gibt eigentlich nichts schöneres, als seine Freizeit damit zu verbringen, anderen Menschen zu helfen“, sagt sie.

Dabei soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen. „Daher veranstalten wir regelmäßig größere Übungen und wenn die Jugendlichen alt genug sind und einen Ersthelferschein haben, könne sie uns auch als Praktikant bei einer Absicherung begleiten“, erklärt Ramona Staedler.

Feste absichern gehört zu den Hauptaufgaben

Etwa zehnmal im Jahr sichern die Rotkreuzler Feste und Veranstaltungen in der Region ab, wir jüngst das Eisenbahnfest in Elstal. „Dann laufen wir mit unserer Ausrüstung auf dem Rücken Streife und helfen wo Hilfe benötigt wird“, so Staedler. Dabei gebe es auch hin und wieder Veranstalter, bei denen sich die ehrenamtlichen Helfer des Rotes Kreuzes im Hintergrund aufhalten müssen.

„Manche denken, unsere Präsenz könnte Unsicherheit bei den Besuchern auslösen, dann sitzen mir irgendwo in der Ecke, solche Fälle gibt es auch.“ Bestätigung für das, was sie in ihrer Freizeit leisten, bekommen die DRK-Mitglieder vor allem von denjenigen, denen sie geholfen haben. „Erst vor kurzem kam ein junger Mann auf einer Veranstaltung später noch einmal zu mir, um mir die Hand zu geben und sich persönlich zu bedanken. Diese Dankbarkeit zu spüren, ist ein schönes Gefühl“, so Staedler.

Von Danilo Hafer

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