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20:05 29.08.2019
Die Teilnehmer der Demokratiekonferenz konnten Wunschzettel an den Bürgermeister schreiben. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

Auch wenn die Reihen in der Falkenseer Stadthalle nur mäßig gefüllt waren, wurde auf der ersten Demokratiekonferenz für Kinder und Jugendliche am Donnerstagnachmittag viel diskutiert. Das Falkenseer Jugendforum hatte die Veranstaltung federführend, mit Unterstützung der Partnerschaft für Demokratie und der Stadt Falkensee, organisiert.

Dabei ging es vor allem darum, herauszufinden, was den Kindern in Falkensee und Umgebung wichtig ist und wie sie sich an bestimmten Themen beteiligen können. Unter dem Motto „#MachtZukunft – Breaking up with the politics“ hatte das Jugendforum insgesamt neun Workshops organisiert. Vom Argumentationsworkshop, über Beteiligung in der Schule bis zur Grundfrage, was Demokratie überhaupt ist.

Spontaner Frauenstammtisch

Besonders gut besucht war der Workshop zur Beteiligung von Mädchen und Frauen. „Männer treffen sich ja immer an Stammtischen, um über ihre Themen zu sprechen. Wir machen heute einfach unseren Frauenstammtisch“, erklärte Workshopleiterin Jule. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum die Politik vornehmlich von Männern dominiert wird und ob diese Ungleichheit in Falkensee ebenfalls eine Rolle spielt. Die männliche Dominanz ist auch den Mitgliedern des Jugendforums schon aufgefallen. „Wir hatten selbst 13 Bewerber und davon waren nur drei Mädchen. Das fällt schon sehr auf“, sagte Toni Kissing.

Gemeinsam wurde über die Beteiligung von Mädchen und Frauen gesprochen. Quelle: Danilo Hafer

Die 16-jährige Anna aus Elstal erklärt sich den Männerüberschuss vor allem mit der Frage nach dem Selbstbewusstsein. „Ich glaube Jungs sind eh selbstbewusster oder können ihre Unsicherheit besser überspielen“, erzählte sie. Dabei würden Jungs und Mädchen aus ihrer Sicht bei den gleichen Handlungen völlig anders wahrgenommen. „Wenn ein Junge lautstark seine Meinung vertritt, gilt er als sauer oder standhaft. Wenn ich das als Mädchen mache, gelte ich als zickig. Das nervt mich“, so die 16-Jährige.

Jugendlichen sind sich einig

Auch andere Teilnehmer haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Und sei es nur in der Feuerwehr, wo zuerst die Jungs gefragt würden, ob sie an einem Wettkampf teilnehmen möchten. Beim Thema Gleichberechtigung waren sich im Grunde alle einig. Dennoch fiel es den Jugendlichen schwer ein Fazit zu ziehen. „Wir waren heute alle der gleichen Meinung. Die Jugendlichen, die anders denken und einen schief angucken, sind heute nicht hier und das ist das Problem“, so Anna.

13 Schulen haben die Mitglieder des Falkenseer Jugendforums in den vergangenen Wochen angeschrieben, rund 6000 Briefe verschickt. Dennoch sei die Resonanz schlecht gewesen. „Wir haben so etwas in der Form zum ersten Mal organisiert und mussten schauen, wie es angenommen wird“, sagte Stefan Settels, Koordinator der Partnerschaft für Demokratie. In der Vergangenheit wurden bereits Workshops in Schulen organisiert, zu Umwelt- und Stadtplanungsthemen.

Wünsche an den Bürgermeister

Zu diesen und anderen Themen konnten die jungen Leute am Donnerstag Wünsche äußern, die sie auf einer Pinnwand verewigten. Diese werden gesammelt an Falkensees Bürgermeister Heiko Müller übergeben.

So fordern die Teilnehmer mehr Engagement für den Klimaschutz. Dazu gekört, den Autoverkehr zu reduzieren und das Radwegesystem auszubauen. „Hort- und Kindergarten- sowie Seniorenpfleger sollen mehr Geld bekommen“, stand auf einem anderen Wunschzettel. Viele Jugendliche wollen endlich das Hallenbad.

Von Danilo Hafer

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