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Falkensee Kein Hartz IV mehr: Rentnerin droht die Zwangsräumung
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17:23 23.02.2019
Der Räumungstermin steht: Regina Kieschnick soll aus ihrer Wohnung in Falkensee ausziehen. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

Regina Kieschnick ist verzweifelt. Die 64-jährige Falkenseerin soll am Montag ihre Wohnung verlassen, das habe ihr der Vermieter über einen Nachbarn mitteilen lassen.

„Ich suche ja schon länger eine Wohnung, habe aber noch nichts gefunden. Nun weiß ich nicht, wo ich hin soll, wenn am Montag tatsächlich der Vermieter mit einem Umzugswagen vor der Tür steht“, sagt die Falkenseerin und versucht, ihre Tränen zu unterdrücken.

Zahlungsverzug durch Wechsel von Hartz IV auf Rente

Seit 2007 wohnt sie in der obereren Etage des Hauses unweit des Falkenseer Bahnhofs. Dass sie nun plötzlich aus der Wohnung raus soll, habe einen ganz einfachen Grund.

„Da ich jetzt von Hartz IV auf Rente umgestellt wurde, hat sich der Zahlungsrhythmus geändert und ich konnte die Miete für Februar noch nicht zahlen“, sagt Regina Kieschnick, die früher selbstständig war.

Die Rente werde rückwirkend für einen Monat überwiesen, Hartz IV habe sie immer am Monatsanfang, also im Voraus, bekommen. Darüber habe sie den Vermieter aber informiert. Dass sie deswegen nun ausziehen soll, verstehe sie nicht.

Regina Kieschnick hat keinen eigenen Mietvertrag

Für den Vermieter der Wohnung ist neu, dass Regina Kieschnick ihre Miete aufgrund geänderter Zahlungsmodalitäten des Amtes nicht zahlen konnte. „Ich höre davon heute zum ersten Mal“, sagt Volker Bohnhoff auf Nachfrage der MAZ. Bohnhoff ist Vermieter des Hauses, hat das Grundstück samt Gebäude aber nur gepachtet.

Regina Kieschnick hat keinen eigenen Mietvertrag mit Volker Bohnhoff abgeschlossen. Ihr damaliger Lebensgefährte war ursprünglich der Hauptmieter des gesamten Objektes, zog dann aber im vergangenen Jahr aus. „Frau Kieschnick und ihre Tochter, die ein Geschäft in der unteren Etage im Haus betreibt, standen dann weinend vor mir, weil sie nicht wussten, wo sie hin sollen“, so Volker Bohnhoff.

Mieter duldete Mutter und Tochter bisher im Haus

Daher habe er sich zunächst dazu entschieden, die Frauen im Haus zu dulden. Dafür zahlten die ihm eine Nutzungsentschädigung. Im Fall von Regina Kieschnick seien dies 300 Euro für die obere Etage gewesen. Es sei jedoch von Anfang an klargewesen, dass dies keine Lösung auf Dauer sein könnte und sich Regina Kieschnick auf lange Sicht eine neue Wohnung in Falkensee suchen soll.

Regina Kieschnick habe ihm zudem schon im vergangenen Herbst zugesichert, dass sie eine neue Wohnung in Aussicht hätte und bald ausziehen könnte. „Doch passiert ist nichts“, so Bohnhoff.

Erster Auszugstermin bereits im Januar

Als die Zahlung für Februar nun ausblieb, war die Geduld von Vermieter Bohnhoff allerdings am Ende. „Ich habe beide per E-Mail darüber informiert, dass sie ausziehen sollen. Eine Antwort habe ich nie erhalten, auch telefonisch waren sie nicht zu erreichen“, sagt Volker Bohnhoff.

Den ersten Auszugstermin hatte der Vermieter bereits für Ende Januar angesetzt. „Es kam aber niemand“, sagt Regina Kieschnick. Den zweiten Auszugstermin am kommenden Montag ließ der Vermieter schließlich über einen Nachbarn mitteilen. „Der sagte uns, dass wir unsere Sachen packen und am Montag ausziehen sollen“, so die 64-Jährige.

Ohne Mietvertrag muss Vermieter keine Fristen beachten

In ihrer Verzweiflung habe sie sogar schon bei der Polizei angerufen. Die konnte ihr jedoch auch nicht helfen. „Sie haben zu mir gesagt, dass sie erst etwas machen können, wenn der Vermieter die Wohnung betritt“, sagt sie.

Dabei ist jedoch fraglich, welche Rechte die 64-Jährige überhaupt hat, so ganz ohne Mietvertrag. Da Regina Kieschnick nur in der Wohnung geduldet sei, müsse er als Vermieter keinerlei Fristen einhalten, meint Volker Bohnhoff.

Neue Wohnung erst im Juni in Aussicht

Eine neue Wohnung habe Regina Kieschnick tatsächlich in Aussicht. „Allerdings wird diese erst zum Juni frei“, sagt sie. Wenn sie jetzt daran denkt, dass sie am Montag womöglich ihre Wohnung verlassen muss und dann auf der Straße sitzt, bekommt Regina Kieschnick Angst.

„Wenn am Montag wirklich der Umzugswagen kommt, weiß ich nicht, was ich machen soll“, erzählt sie. Auch ihre Katzen müssten versorgt werden. „Die kann ich ja schlecht auf die Straße setzen“, sagt die 64-Jährige.

Von Danilo Hafer

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