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Falkensee Steinzeit statt Smartphone: Schüler entdecken das Leben, wie es früher war
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19:22 05.06.2019
Leben, wie in der Steinzeit: Eine Falkenseer Schulklasse testete im Brieselanger Forst ihre Survival-Kenntnisse. Die Bogenschützen bewiesen Ausdauer trotz lahmer Arme. Quelle: Laura Sander
Falkensee/Brieselang

Eine Woche ganz ohne Smartphone, Playstation und iPad: Im Brieselanger Forst ist die Steinzeit ausgebrochen. Rund 30 Schüler des Falkenseer Lise-Meitner-Gymnasiums trainieren auf dem Gelände der Oberförsterei Brieselang und im umliegenden Wald ihre Survival-Kenntnisse.

Feuer machen ohne Hilfsmittel

Feuer machen mit Stein und Magnesiumstab, Bogenschießen, Kochen auf der Feuerstelle oder die eigene Hütte zimmern - eine Projektwoche lang leben die Schüler fast ohne Hilfsmittel.

„Das Essen wird natürlich eingekauft und für die Befestigung der Hütten gibt es etwas Schnur. Für die Schüler sind es trotzdem sehr viele Eindrücke, die sie mit Freude meistern“, sagt ASB-Schulsozialarbeiterin Dina Radtke, die das Projekt gemeinsam mit Förster Volker Kademann bereits im zehnten Jahr anbietet.

Im Brieselanger Forst ist die Steinzeit ausgebrochen. Hier trainieren Falkenseer Schüler eine Woche lang ihre Survival-Kenntnisse. Wozu man einen Magnesiumstab braucht, warum Glasscherben im Wald nichts zu suchen haben und wie Kohl zur Suppe wird, lernen die Teenager in der Brieselanger Oberförsterei.

Selbstständig arbeiten und in der Gruppe kreative Ideen entwickeln – darum geht es Radtke vor allen Dingen. „Mehr als eine Anweisung oder ein Rezept bekommen die Schüler meist nicht in die Hand. Alles andere ist ihnen überlassen“, so die Sozialarbeiterin. Mit dem Verzicht auf ihr Handy oder andere Annehmlichkeiten, wie Döner und Pommes, kämen die meisten Steinzeit-Camper recht gut klar.

Wenn der Kohl in die Suppe kommt und nicht in den Döner

Gekocht wird mit heimischen Zutaten der Saison auf der kleinen Feuerstelle. „Am ersten Tag gibt es traditionell Kohlsuppe. Die mögen nicht immer alle, “, schmunzelt Dina Radtke. Die anhaltende Waldbrandgefahr war bereits vorab Thema im Schulunterricht, Glasscherben und sonstige Brandherde, die die Schüler beim Bau ihrer Unterstände im Wald finden, werden entsorgt.

Die Hütten sind gut getarnt und zwischen den Bäumen kaum zu erkennen. Mit Blättern und Zweigen dekoriert, stehen die Unterstände aus Totholz stabil, Design und Standort durften die Camper selber bestimmen. Schließlich ist es ihr Zuhause, wenn auch nur für eine Nacht.

„Sobald die Hütten fertig sind, ist es Tradition, dass die Schüler eine Nacht darin schlafen. In diesem Jahr sind leider so starke Gewitter angesagt, dass wir die Übernachtung absagen mussten“, bedauert Dina Radtke.

Highlight der Woche: Schlafen im Freien

Immerhin sei das Schlafen im Freien das Highlight einer jeden Camp-Woche. „Die meisten Schüler verbringen ohne Probleme die ganze Nacht im Wald. In einem Jahr gab es allerdings so viele Mücken, dass sie geflohen sind“, so Radtke.

Weniger Angst vor Mücken, als vor Spinnen hat die „Farn-Gruppe“, die beim Bau ihres Unterschlupfes viel Kreativität und einen Hang zur Dramatik bewies. „Der Farn ist unser Symbol und hängt deswegen als Glücksbringer an unserer Hütte. Gestern haben wir an der Feuerstelle ein Blatt verbrannt, als Zeichen für unsere Gruppe“, so die 13-jährige Charlotte.

Teamwork muss sein

„Das Gute ist, dass die Gruppen bunt zusammengemischt sind. So lernt man seine Klassenkameraden richtig kennen, selbst wenn man sonst nicht so viel miteinander zu tun hat“, sagt Viktoria (13). „Man muss zusammenarbeiten, um etwas hinzubekommen. Feuer machen ist zum Beispiel sehr kompliziert“, so Viktoria weiter. Viel trockenes Gras und jede Menge Durchhaltevermögen seien dabei gefragt.

Lahme Arme bei den Bogenschützen, volle Power an der Säge – nach einer Woche Steinzeit-Camp schmeckt das Eis zurück in der Zivilisation gleich doppelt so gut.

Von Laura Sander

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