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Falkensee Leben mit dem Schmerz
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07:09 01.09.2018
Karin Klemme und C. Hennefuß Falkensee Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

„Nun hab dich mal nicht so.“ Oder: „Reiß dich zusammen.“ Oder: „Mir tut auch mal was weh.“ Solche Sätze hat Cornelia Hennefuß in ihrem Leben so manches Mal gehört. Und die Falkenseerin kennt viele, denen es ähnlich geht mit der Krankheit Fibromyalgie.

Vertrauter Zungenbrecher

Der Zungenbrecher „Fibromyalgie“ ist für sie sprachlich längst keine Hürde mehr. Vor 15 Jahren gehörte die heute 66-Jährige zu den Gründern der Falkenseer Selbsthilfegruppe zu dieser Krankheit, gemeinsam führt sie seitdem mit Karin Klemme die Geschicke der Gruppe. Die beiden Falkenseerinnen haben für den 6. September einen ganzen Selbsthilfetag zu dem Thema vorbereitet. In der Stadthalle stellen sich Selbsthilfegruppen aus Berlin und Brandenburg vor, kommen Fachleute zu Vorträgen und zum Gespräch.

Eigener Krankheitsschlüssel

„Bis Fibromyalgie diagnostiziert wird, haben viele wirklich eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich“, weiß Karin Klemme. Die Krankheit hat seit Anfang der 90er-Jahre einen eigenen Krankheitsschlüssel, lange galt sie als eine Art Weichteilrheuma. Sie ist kompliziert nachzuweisen, das Krankheitsbild ist diffus, oft wird sich über Ausschlussverfahren herangetastet. Die Betroffenen leiden unter großen Schmerzen.

Suche nach Gleichgesinnten

„Rücken und Beine, mir tat irgendwie alles weh“, erzählt Karin Klemme. Sie hatte es auf ihren Beruf geschoben, das viele Stehen im Friseursalon. Bei Cornelia Hennefuß taten zuerst die Hände weh: „Ich konnte nichts mehr anfassen und festhalten“, erzählt sie, „ich dachte auch, es kommt von der Arbeit in der Wäscherei.“ Karin Klemme sagt, sie hatte Glück, ihr Hausarzt hatte den richtigen Blick. „Nach der Reha fragte ich mich dann aber: Und wie weiter?“, erinnert sich Karin Klemme. Sie suchte Gleichgesinnte und wurde in der Selbsthilfegruppe aktiv. Die DAK unterstützte sie damals sehr: mit Ideen und Kontakten.

Monatliche Treffen

Mit einer Handvoll Leute begann die Selbsthilfegruppe im September vor 15 Jahren mit der Arbeit. Der Austausch über die Krankheit stand anfangs im Vordergrund, jetzt ist es oft auch der Zusammenhalt in der Gruppe. Das gemeinsame Motivieren zur aktiven Selbsthilfe, zur Wasser- und Trockengymnastik ist wichtig. Gesundheitsfahrten und Vorträge, etwa über Schmerztherapie oder gesunde Ernährung, gehören zum Gruppenleben dazu. Viele nehmen erst einmal telefonisch Kontakt auf (Telefon 03322-27 87 47). „Jeder kann zu unseren monatlichen Treffen kommen“, sagt Karin Klemme. Man trifft sich gemeinsam mit den Spandauern. In der Finkenkruger Straße hat die Selbsthilfegruppe ein Büro. Hier stapeln sich die Akten, Anträge, Abrechnungen. „Muss alles sein, aber muss es so viel Bürokratie sein“, fragt sich allerdings Cornelia Hennefuß.

Experten vom Schmerzzentrum

Längst wissen die beiden Frauen viel über die Krankheit, nehmen an Fortbildungen teil, informieren sich, kennen sich mit den S3-Leitlinien zur Fibromyalgie gut aus. Sie geben seit Jahren ihr Wissen weiter und haben den Aufbau von Selbsthilfegruppen in Hennigsdorf, Glienicke/Nordbahn, Potsdam, Köpenick, Hoyerswerda und anderen Orten begleitet. Am Donnerstag wollen sie viele dieser Selbsthilfegruppen zusammenbringen. Und sie haben Fachleute eingeladen. Von der Schmerzklinik Berlin-Weißensee kommt Dr. Michael Schenk. Jan-Peter Jansen, Ärztlicher Leiter des Schmerzzentrums Berlin, spricht zu Therapiemöglichkeiten. „Jeder ist willkommen“, sagt Karin Klemme, Betroffene, Angehörige oder Leute, die sich allgemein über die Krankheit informieren wollen.

Selbsthilfetag Fibromyalgie, 6 September, Stadthalle Falkensee, Beginn 10 Uhr, Eintritt frei.

Von Marlies Schnaibel

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