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Falkensee Mehr Schau- als Kauflustige auf Antikmarkt
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05:53 21.10.2019
Einen Blick von oben auf das Angebot des Antik- ,Trödel- und Sammlermarktes in der Stadthalle. Quelle: Enrico Berg
Falkensee

Liebhabern von antiken Gegenständen und Trödelsachen konnte am Wochenende in Falkensee das Herz aufgehen. Aussteller aus verschiedenen Bundesländer und Österreich luden zum Schauen und Stöbern ein. Von kostbaren Stücken bis zum Superschnäppchen war alles vertreten. Die Händler der wertvollen, teuren Sache kamen allerdings eher nicht auf ihre Kosten.

Bekannte Manufakturen

Arbeiten bekannter Porzellanmanufakturen gehörten ebenso zu den angebotenen Exponaten wie alter Schmuck und Uhren, Silber, Gemälde, alte Stiche und moderne Grafik, Jugendstilglas, Keramik, Puppen und antikes Spielzeug. Aber auch Trödel und Gebrauchtes waren ausgestellt. Für Sammler von Briefmarken, Münzen, Geldscheinen und historischen Ansichtskarten gab es ebenfalls ein Angebot.

Peter Fischer aus Starnberg bot französische Uhren aus dem 18. und 19. Jahrhundert an Quelle: Enrico Berg

Jürgen Klitzke aus Greiz bot Puppen, Porzellan aus Meißen und von der Manufaktur KPM aus Berlin sowie Hummel-Sammelfiguren an. „Hampelchen”, eine Käthe-Kruse-Puppe aus den Jahren um 1930, gehörte zu seinem Angebot, leider war die Originalbekleidung nicht mehr vorhanden. Dieses Stück hätte man für 1700 Euro erwerben können.

Unterschiedliche Wertungen

Es seien zwar wenig Besucher in der Stadthalle, aber das Interesse sei groß, so Klitzke. Das sah sein Kollege Peter Fischer aus Starnberg allerdings anders. „Ich bin gar nicht zufrieden, bei den Besuchern besteht absolut kein Kaufinteresse“, lautete sein Resümee am Samstagnachmittag. Er handelt hauptsächlich mit französischen Uhren aus dem 18. und 19. Jahrhundert und ist europaweit auf Antikmärkten und Messen anzutreffen. In Falkensee tickten aber offensichtlich die Uhren anders, hier traf er nicht den Nerv der Käufer.

Hochpreisige Waren

Klaus und Karin Hahnfeld aus Sassenberg waren mit dem Verkauf ihrer Porzellan- und Silberwaren in Falkensee allerdings sehr zufrieden. Besonders hübsch hatten sie Stücke der Porzellanserie „Apponyi grün” der Firma Herend hergerichtet. „Die Besucher sind eher zurückhaltend, es dauert ein wenig, bis sie sich zu fragen trauen”, so Klaus Hahnfeld. Das liege wahrscheinlich daran, dass die Waren der bekannten Manufaktur doch hochpreisig seien.

links im Bild ein Teil der Porzellanserie "Apponyi grün" der ungarischen Manufaktur Herend Quelle: Enrico Berg

Eine Besonderheit hatten die Hahnfelds im Angebot: Eine Handschuhbox aus Holz mit Ornamenten aus Bein. In dieser befand sich ein Paar original Damenhandschuhe aus der Zeit um 1890. Dazu gehörte auch ein Spreizer aus Bein, nach dem Waschen wurde dieser in die einzelnen Finger gesteckt und der Stoff wurde so beim Trocknen gedehnt.

Miniaturautos soweit das Auge reicht Quelle: Enrico Berg

Wem die antiken Exponate zu teuer waren, der kam trotzdem auf seine Kosten, denn es wurde auch Trödel angeboten. Ob Blechspielzeuge, Comichefte, Glas- und Keramikwaren, Bücher, alte Ansichtskarten und Briefmarken, Schmuck und so einiges mehr ließ das Herz eines Trödelfans schneller schlagen.

Gut für Trödelfans

„Ich bin eher der Trödelfan“, sagte Michael Bolz, „beim heutigen Trödel kann man Stöbern und Anfassen, was bei den teureren, antiken Waren nicht immer möglich ist”, erklärte der Falkenseer. Der Antik- und Trödelmarkt in dieser Location gefalle ihm jedoch sehr gut und diese Veranstaltung sollte beibehalten werden. Allerdings sei mehr Fachpublikum und weniger Trödelfans vor Ort.

Schätzung von Einzelstücken

„Als Service bieten wir den Besuchern an diesem Wochenende eine kostenlose Schätzung von Sammlungen und Einzelstücken durch Fachleute an”, erklärte Veranstalterin Bärbel Nobis. Sie sei sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Messe. „Die Besucher haben bei der ersten Veranstaltung dieser Art keine genauen Vorstellungen und denken vielleicht, es sei eher ein Trödelmarkt. Sie sind dann erstaunt über das hochwertige Angebot und über die Fachkompetenz der Aussteller.“

Die Welt des Salzes

Große Fachkompetenz bewies Gerd Hövermann aus Verden an der Aller. Er wusste viel über Salzgefäße und Salzlöffel zu berichten. Diese filigranen Gefäße und kleinste Löffelchen waren oft aus Perlmutt, Glas und Silber. „Salz war früher sehr teuer, die gehobene Gesellschaft hat dieses dann in speziellen Salieren, zumeist aus Silber, mit entsprechenden Löffeln gereicht.”

Von Hannelore Berg

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