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Falkensee Die Damen der Falkenseer Tafel stemmen Kleiderkammer, Möbelbörse und Essensausgabe
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11:18 10.10.2019
Nicole Grosser und Doreen Sohn (v.l.) arbeiten in der Falkenseer Tafel. Sie sortieren Essen, Kleider und Möbel und haben immer ein offenes Ohr.
Falkensee

An manchen Tagen klingelt Doreen Sohns Telefon im Halbstundentakt. Die Anrufer bieten ihr ausrangierte Möbel, Kühlschränke, Lampen oder Kleider an, die sie der Tafel spenden wollen. Da sei es wichtig den Überblick zu behalten, sagt Sohn, die sich um die Organisation der Möbelbörse und der Kleiderkammer am Falkenseer Tafel-Standort kümmert.

Möbel müssen unbeschädigt sein

„Wir vereinbaren Besichtigungs- und Abholtermine. Wir achten darauf, dass die Möbel unbeschädigt und funktionstüchtig sind“, sagt Doreen Sohn. Brandlöcher in Sofas, herausgebrochene Schranktüren oder kaputte Elektrogeräte sucht man in dem großen Ausstellungsraum vergebens. Auch Schrankwände in Eiche rustikal oder schwarze Möbelstücke seien längst nicht mehr zeitgemäß und würden von den Mitarbeitern gar nicht erst abgeholt.

Nicole Grosser und Doreen Sohn (v.l.) arbeiten in der Falkenseer Tafel. Neben Essen, Kleidern und Möbeln sind es vor allem die Gespräche zwischendurch, die viele Menschen am Tafel-Team schätzen. Quelle: Laura Sander

Alles, was die Tafel gespendet bekommt von der Bettwäsche über Weihnachtsdeko bis zum Lattenrost, wird anhand einer Orientierungsliste mit einem Preis versehen. So ist ein Dreisitzer in floralem Design mal eben für 60 Euro zu haben. „Wir verkaufen die gespendeten Sachen für einen schmalen Taler, um einen Teil der Miete davon bezahlen zu können“, sagt der Tafel-Vorsitzende Volker Mueller.

Zufrieden am neuen Standort

Vor rund einem Jahr hat die Falkenseer Tafel den neuen Standort, eine ehemalige Kunststofffabrik in der Döberitzer Straße 15, bezogen. Sein altes Domizil in der Heinkelstraße musste der gemeinnützige Verein aufgeben. Nach der Kündigung ein vergleichbares Objekt in zentraler Lage zu finden, gestaltete sich schwer. „Wir sind sehr zufrieden am neuen Standort.Der Platz ist in etwa gleich geblieben, die Miete leider nicht – wir zahlen etwa doppelt so viel“, so Mueller weiter.

Neben Sachspenden sei der Verein daher auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. „Wir bekommen im Jahr 10 000 Euro von der Stadt für die Miete. Das reicht leider nicht aus“, sagt Mueller.

Der Umzug und notwendige bauliche Veränderungen seien ins Geld gegangen. „Die Räume für die Kleiderkammer sind auch noch nicht fertig. Zum Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, bis dahin müssen wir wieder investieren“, so Volker Mueller.

Montag bis Freitag

Rund 40 Leute kommen derzeit pro Tag zum Kleider- und Möbelkauf. Hinter einem Paravent können Hosen, Kleider und Pullis anprobiert werden, gekaufte Möbel werden auf Wunsch geliefert. Geöffnet ist von Montag bis Freitag.

Drei Mal in der Woche findet zudem die Lebensmittelausgabe statt. „Wir haben feste Partnerschaften mit verschiedenen Märkten, aus denen wir die Lebensmittel holen.

Äpfel, Pflaumen oder Walnüsse bekommen wir auch von Privatleuten aus dem Garten“, sagt Volker Mueller. Es sei eben immer auch eine ökologische Frage. „Wir verteilen das Essen, das Supermärkte nicht mehr verkaufen, obwohl es nicht schlecht ist. Eine Tonne Lebensmittel sortieren wir pro Ausgabetag – eine Tonne die nicht im Müll landet“, so Mueller.

Alle packen mit an

Beim Sortieren der Lebensmittel packen alle mit an. „Ohne unsere ehrenamtlichen Helfer wäre das nicht zu stemmen. Derzeit suchen wir außerdem Bundesfreiwillige“, so der Tafel-Chef, der weiß, was sein Team alles leistet. „Die Tafel gibt der Armut ein Gesicht. Es gehört so viel mehr dazu, als nur Kleidung zu sortieren oder Essen auszugeben“, sagt Volker Mueller.

Möbel- und Kleiderspenden

Derzeit werden Winterkleidung für Kinder und Erwachsene, warmes Bettzeug, Küchenzeilen, Kühlschränke, Elektroherde, Waschmaschinen, Lampen, Betten und Sofas mit Schlaffunktion dringend gebraucht.

Die Möbel werden, soweit sie unbeschädigt und funktionstüchtig sind, von den Mitarbeitern der Tafel abgeholt.

Kleiderspenden können in der Döberitzer Straße 15 zu den Öffnungszeiten abgegeben werden.

Es sind die netten Gespräche zwischendurch, die die Tafel-Kunden so schätzen. „Wir erleben hier täglich Schicksale, die man nicht so einfach wegsteckt. Gerade die älteren Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben und deren Rente nicht mal das Überleben sichert“, sagt Doreen Sohn, die immer ein offenes Ohr hat.

„Manche Leute kommen fast täglich vorbei. Ihnen fehlt der Kontakt zu anderen und den finden sie hier“, sagt auch Nicole Grosser, die ehrenamtlich in der Tafel hilft.

Von Laura Sander

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