Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Falkensee Falkenseer Therapeutin setzt auf die Kraft der Pferde
Lokales Havelland Falkensee Falkenseer Therapeutin setzt auf die Kraft der Pferde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:09 08.10.2019
Natalia Eichhorn setzt auf pferdgestützte Therapie – auch Hund Tofu ist regelmäßig als Unterstützer dabei. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

Von ihrem Haus, im Falkenseer Wohngebiet Waldheim, läuft Natalia Eichhorn nur ein paar Minuten durch den Wald, bis zu ihrer Arbeitsstätte. Dort stehen ihre Pferde, mit denen die 47-Jährige seit nunmehr fünf Jahren pferdegestützte Therapien, Coaching und Beratung anbietet.

„Unter freiem Himmel und eingebunden in die Natur entstehen viel einfacher Gespräche, als wenn man gezwungen an einem Tisch sitzt“, sagt die Falkenseerin. Die Arbeit mit den Pferden bezeichnet sie selbst als „Energiearbeit“. „Das kling immer sehr esoterisch, aber die Tiere strahlen eine beruhigende Energie aus und wer auf ihnen sitzt, muss sich auch immer bewegen“, sagt sie. Die wechselseitige Stimulation sei ein bewehrtes Mittel in der Therapie. Bei den Pferden geschieht es ganz automatisch.

Ängste und Depressionen

Warum die Menschen zu ihr kommen, hat ganz unterschiedliche Gründe. „Bei Kindern kann es zum Beispiel die Trennung der Eltern sein, die zu einer Belastung führt“, erzählt die 47-Jährige. Bei Erwachsenen ist wiederum häufig Stress und hohe Anforderungen im Beruf eine Ursache, für Belastungsstörungen, Ängste oder auch Depressionen. „Im Beruf läuft es meistens noch ganz gut, aber das Privatleben und die Gesundheit leiden. Jeder Mensch hat irgendwo seine Soll-Bruchstelle“, sagt sie.

Häufig sind die Ursachen für die Probleme jedoch nicht auf den ersten Blick sichtbar, sondern ergeben sich erst im Laufe der Gespräche und der Arbeit mit den Pferden. „Nach einigen Sitzungen fällt den Menschen dann auf, dass das Problem für sie gar keins mehr ist. Das geschieht oft ganz beiläufig“, sagt Natalia Eichhorn.

Die Welt wird immer schneller

In der hohen Geschwindigkeit, die das Leben heute angenommen habe und dem gesellschaftlichen Druck sieht die Falkenseerin einige der Hauptursachen, aus denen die Psyche des Menschen krank wird. „Vor allen in den großen Städten kommt man gar nicht mehr Ruhe“, sagt sie.

Die 42-Jährige zog selbst 2012 von Berlin-Schöneberg nach Falkensee, um sich den Traum vom Haus im Grünen zu erfüllen. Hier lebt sie mit ihrem Mann und den vier Kindern. Ursprünglich hat Natalia Eichhorn einmal Wirtschaftskorrespondentin gelernt und BWL studiert und lange in der Wirtschaft gearbeitet. Dort hat ihr jedoch zunehmend die Menschlichkeit gefehlt. Dabei seien die Menschen schon immer mit ihren Problemen zu ihr gekommen, einfach um zu reden.

Natalia Eichhorn ist auf vielen Gebieten aktiv

Und so machte die Falkenseerin mehrere Aus- und Fortbildungen. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Gesprächstherapeutin, Mediatorin und Konfliktmanagerin und natürlich Coaching zur Therapie mit Pferden. Ein weiteres Feld ist die Hypnose. „Ich bin selbst immer wieder überrascht, welche Erfolge man damit erzielen kann, vor allem bei leichteren Problemen“, sagt sie. Andere Knackpunkten, etwa Dinge, die sich durch ganze Familiengeschichten ziehen, einem Schwerpunkt ihrer Arbeit, könne man hingegen nicht so einfach aus dem Unterbewusstsein löschen.

Natalia Eichhorn ist klar, dass sie mit ihrer therapeutischen Arbeit nicht reich werden wird. Aus diesem Grund arbeitet die 47-Jährige an drei Tagen in der Woche für ein Start-Up. Die Therapiearbeit ist ihre Herzenssache. „Meinen Bürojob werde ich wahrscheinlich bis zur Rente machen, die Reittherapie so lange, bis ich sterbe“, sagt Natalia Eichhorn.

Von Danilo Hafer

Der Brieselanger Künstler Guido von Martens war Teilnehmer des Bildhauer-Symposiums, das auf der Spandauer Zitadelle sechs Künstler aus mehreren Ländern vereinte. Die Arbeiten sind jetzt auf der Zitadelle zu sehen.

06.10.2019

Toni Sanftleben muss wieder ran: Der Krimiautor Tim Pieper schickt seinen Ermittler in die Spur. In Falkensee stellte er sein neues Buch „Stille Havel“ vor. Das Publikum war neugierig und so gar nicht still.

06.10.2019

150 Kinder mit Förderbedarf leben in Falkensee. Nicht jedes kommt in einer Regelschule zurecht. Die Schüler pendeln mit Fahrdiensten zur Schule in Nauen, Potsdam oder nach Oberhavel. Eltern beklagen zu lange Fahrtzeiten, zu volle Transporter und zu wenig Betreuung.

05.10.2019