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Falkensee Ein Mann und seine Quetschkommode: Falkenseer Urgestein spielt Herrentag für Feierlustige
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16:21 28.05.2019
Axel Szigat aus Falkensee steht seit 50 Jahren auf der Bühne und bringt mit seinem Akkordeon jede Party zum Kochen. Quelle: Laura Sander
Falkensee

Gebt ihm ein Akkordeon und er bringt jede Party zum Laufen. Axel Szigat aus Falkensee stand mit zehn Jahren zum ersten Mal auf einer Bühne. Konzerte im Friedrichstadtpalast, in urigen Kneipen oder Oktoberfestzelten sind seither sein täglich Brot.

Der Falkenseer spielt regelmäßig vor großem Publikum, 15 000 Menschen im Berliner Olympiastadion unterhielt er einst problemlos mit seiner Quetschkommode.

Falkensee: Meine Heimatstadt

Und dabei sind es ganz andere Anlässe und Feierlichkeiten, die dem 60-Jährigen bis heute in Erinnerung geblieben sind.

„Ich schätze den familiären Rahmen und spiele heute vorzugsweise in Falkensee, meiner Heimatstadt. Hier kennt man sich und ich weiß, wie ich das Publikum mitreißen kann“, so Szigat, der viele Jahre im Falkenseer Kronprinz musiziert hat und über viele Jahre der Feier-Meute im Schräädecke-Partyzelt oder bei der traditionellen Herrentagsfeier von Heiko Richter eingeheizt hat.

„Das schönste Konzert war aber vor gerade einmal zwei Leuten. Ein Ehepaar feierte seine Goldene Hochzeit, die Gäste blieben aus“, erinnert sich der Musiker. Er ließ es sich nicht nehmen, trotzdem für das Paar aufzuspielen. „Das war in einer kleinen Berliner Wohnung. Und auf einmal fingen sie an, miteinander zu tanzen.“

Üben unter der Bettdecke

Bevor er den Lebensweg des Berufsmusikers einschlug, lernte Axel Szigat Koch. Ganz solide, weil es der Vater, selber ein Musiker, so wollte.

„Ich habe schon ganz früh stundenlang auf dem Akkordeon geübt, manches Mal sogar unter der Bettdecke, damit es meine Eltern nicht mitbekommen“, so der 60-Jährige, der seine ersten Auftritte im heutigen Kulturhaus Johannes R. Becher bestritt. Dort spielt er noch heute für die Senioren.

Axel Szigat aus Falkensee steht seit 50 Jahren auf der Bühne und bringt mit seinem Akkordeon jede Party zum Kochen. Quelle: Laura Sander

Im Laufe seiner Karriere hat er neben Frank Zander und Otto Waalkes sogar schon Musik für Loriot gemacht. „In meinen ersten Jahren habe ich tagsüber im Berliner Tierpark gespielt und nachts in verschiedenen Bars und Kneipen. In Ost-Berlin war ich in allen großen Häusern“, erinnert sich der Falkenseer.

Egal, ob Erdbeerfest im Falkenseer Hofladen, 80. Geburtstag oder gut gelaunt in Lederhosen – Band-Kollege Paul Wilke ist immer an Axel Szigats Seite. „Mit Paul mache ich Musik, seitdem wir 15 Jahre alt sind. Über Ecken haben wir uns damals hier in Falkensee kennengelernt und schnell gemerkt, dass es zwischen uns passt.“

1989 machte die Familie in den Westen rüber

Und das blieb auch so, als Axel Szigat 1989 mit seiner Familie in den Westen rübermachte. „Das war kurz vor der Maueröffnung, wir sind damals über Ungarn gefahren. Ich hatte ganz einfach keine Lust mehr“, erinnert sich der Falkenseer.

Kurz zuvor war ihm die Spielerlaubnis entzogen worden, weil er während einer Jugendtanzveranstaltung verbotenerweise den „Sonderzug nach Pankow“ von Udo Lindenberg zum Besten gab.

Himmelfahrt auf dem Campusplatz

Der Himmelfahrts-Vater-Tag wird Donnerstag ab 11 Uhr auf dem Campusplatz an der Stadthalle gefeiert. Der Veranstalter Falkensee Events um Heiko Richter lädt dazu ein.

Zum Auftakt spielen ab 11 Uhr Axel Szigat. Ab 16 Uhr stimmen Rock´s Core und DJ Andy & Friends auf den Abend ein.

Hinweis: Das Mitbringen von Flaschen ist nicht erlaubt ist.

„Das hat denen gar nicht gepasst. Im Westen habe ich mich dann gar nicht erst arbeitslos gemeldet, sondern einfach weitergemacht. Dass ich aus dem Osten kam, hat keiner gemerkt – ich kannte ja alle Lieder“, so Szigat, der bis 1997 in der Spandauer Wilhelmstadt lebte.

„Dann wollten wir wieder zurück in unser Falkensee“, so der Musiker, der ganz privat eigentlich nur mit Nachbar Kay „Mukke“ macht. Er am Akkordeon, Kay am Kontrabass.

Das Entertainer-Gen

Szigats Sohn Dennis spielt kein Instrument, das Entertainer-Gen habe er jedoch trotzdem vom Vater geerbt. „Er hat vor kurzem seinen eigenen Laden im Outlet-Center eröffnet und bringt die Menschen nun dort zum Lachen“, so der Falkenseer stolz.

„Meine Frau hat mir immer den Rücken frei gehalten, unseren Sohn erzogen und sich um alles gekümmert. Ohne ihren Einsatz wär das alles so nicht gegangen“, sagt Axel Szigat.

Und obwohl dem eingefleischten Musiker auf der Bühne keiner so schnell etwas vormacht, schlägt er privat lieber ruhige Töne an.

„An meinem 60. Geburtstag bin ich einfach abgehauen. So gerne ich für andere spiele und mit ihnen feiere, ich mag es lieber ruhig“, so der Liedermacher, der vor einigen Jahren gemeinsam mit seiner Band eine CD mit eigenen Songs herausbrachte.

„Aktuell ist nichts in Planung, keine neue Platte oder so. Die nächste große Veranstaltung ist die Herrentagsfeier am Donnerstag hier in Falkensee“, sagt der 60-Jährige. Hier steht er gemeinsam mit seinen Band-Kollegen Hans Fabian, Paul Wilke, Hans-Dieter Wetzel und Alexander Fügner auf der Bühne.

Von Laura Sander

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