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Falkensee Debatte über Bienenschutz am Wegesrand
Lokales Havelland Falkensee Debatte über Bienenschutz am Wegesrand
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15:46 25.09.2019
Grüner Salon in Falkensee: mit Benjamin Raschke, Martin Eiselt, Melanie von Orlow und Knut Horst (v.l.). Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Benjamin Raschke war direkt von den Koalitionsverhandlungen aus Potsdam nach Falkensee gekommen, um im Grünen Salon über Bienensterben in Brandenburg zu sprechen. Der Landtagsabgeordnete der Grünen war einer der drei Gesprächspartner der lebhaften Diskussionsrunde, durch die Martin Eiselt führte.

Von Hummeln und Bienen

Wenn es um Hummeln, Bienen und Hornissen geht, dann kennt sich Melanie von Orlow bestens aus. Die Berlinerin ist Sprecherin der Nabu-Fachgruppe Hymenopterenschutz, der sich um die Hautflügler kümmert. „Der Artenrückgang ist seit den 50er-Jahren zu beobachten“, sagte sie, „aber seit den 90er-Jahren ist der Prozess noch beschleunigt.“ Noch gibt es in Berlin 320 Arten von Wildbienen, aber es werden weniger.

Kampf um Artenvielfalt

Artenvielfalt erhalten“, ist deshalb eine große Forderung, die die Referenten an diesem Abend aufmachten. Da ist die große Politik ebenso gefordert, wie jeder einzelne. Dass einige wichtige Forderungen im Sondierungspapier für eine neue Landesregierung drinstehen, werte Benjamin Raschke als gutes Signal. Da gehe es um Biodiversität, die Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsbeirates, um Waldumbau und Blühstreifen.

Konsumtion und Klimaschutz

Auch wenn alle Referenten die industrielle Landwirtschaft mit dem Pestizid- und Glyphosateinsatz als großes Problem ansahen, wollten sie den Landwirten doch nicht den Schwarzen Peter zuschieben. Das Konsumtionsverhalten aller wirkt hier mit: Was sind uns qualitätsvolle Nahrungsmittel wert? Die Frage gehört in diese Debatte mit hinein.

Im Grünen Salon von Falkensee hatte sich vor allem städtisches Publikum eingefunden, das war sehr aufgeschlossen für Ratschläge, selbst etwas tun zu können.

Schild in Falkensee Quelle: Marlies Schnaibel

Benjamin Raschke berichtete aus seinem Heimatdorf im Spreewald und die Aktion „Schönwalde brummt“, wo Blühwiesen und Blühstreifen angelegt wurden. Da könnte jeder etwas tun – im Garten, selbst auf dem Balkon.

Rasen als Feindbild

„Wir müssen unsere Sehgewohnheiten und unser Verständnis von Grünpflege ändern“, meinte Melanie von Orlow. Englischer Rasen als Schönheitsideal hat ausgedient.

„Mut zur Farbe, auch mal Dinge stehen lassen“, forderte sie, auch mal etwa Vertrocknetes ertragen. Danach entspann sich eine Diskussion darüber, ob denn auch innerstädtische Grünstreifen an den Straßen als Blühstreifen zu nutzen sind. Einige Teilnehmer hatten da schon ihre Erfahrungen gemacht: Die reichten von Anfeindungen durch mähfreudige Nachbarn bis zu der Tatsache, dass ungemähte Flächen mit ihren Gräsern und Blumen als Mülleimer und Hundeklo genutzt werden.

Nächster Grüner Salon: 5. November zum Thema Mauerfall

Von Marlies Schnaibel

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