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Falkensee Falkenseerin verwandelt ihren Garten in ein Märchenland
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08:15 11.07.2019
Zaungäste im Schneeweiß-Garten: Der Garten in der Poststraße lädt nicht nur zum Pflanzengucken ein. Besucher können an vielen Ecken Kunst bestaunen. Quelle: Judith Meisner
Falkensee

Mit 1600 Quadratmetern ist der Garten von Annette Schneeweiß und Heiner Hardt schon fast ein Park. Und so gestaltet das kreative Paar ihn auch, mit Teich und urigen Mauern, die alte Scheune und Bäume dürfen stehen bleiben.

Es gibt Sichtachsen, wie von dem großen Landschaftsarchitekten Peter-Joseph Lenné auf dem Potsdamer Pfingstberg angelegt. Auch ein Glashaus steht im hinteren Bereich auf dem Grundstück, in der Falkenseer Poststraße, für die Aufzucht von Pflanzenbabys, Paprika und Peperoni.

Die Falkenseerin Annette Schneeweiß hat ihren Garten in ein antiautoritäres Märchenland verwandelt. Auf der einstigen Hundewiese können heute blühende Pflanzen und allerlei Kunst bestaunt werden.

Der Besucher wird von einem weißen Blumentopf in XXL-Größe mit Beleuchtung am Eingang begrüßt. Im Schneeweiß-Garten gibt es Freiheit für alle Pflanzen. Blauer Agapanthus, Passionsblume, Mispel, Flieder, japanischer Fächerahorn, Kiwi, Salomonsiegel, Berberitze und Wacholder, der gestutzt ist zu einem Riesenbonsai.

Umgestaltung wird mit dem Sohn besprochen

„Mein Sohn Fabian hat meinen Traumberuf, er studierte Garten- und Landschaftsbau. Wir beraten uns ausführlich, bevor etwas in den Garten gepflanzt wird“, sagt Annette Schneeweiß. Zuweilen kommen die Anregungen aus Parks der weiteren Umgebung, etwa der Rosentunnel entstand nach Rheinsberger Vorbild.

Annette Schneeweiß hat sich ein kleines Paradies geschaffen. Quelle: Judith Meisner

Jede Pflanze darf rein – nur Eichen müssen weichen. Dieses urdeutsche Symbol mag die Gärtnerin nicht so gern. Dafür liebt Annette Schneeweiß Sukkulenten, sie zieht die Babys, wie sie junge Pflanzen liebevoll nennt, in Schalen. Hortensien blühen in Rosa und Weiß nach einer langen Zuchtphase. Sie machen den Garten zu einem blühenden Märchenland.

Als die Besitzerin 1988 hier mit Mann und zwei Kindern einzog, war das Gelände mehr eine Hundewiese als alles andere. Heute zeigt es geschwungene Wege, Hügel und gesammelte Baumstämme, die sich in den Augen mancher Besucher in Fabeltiere verwandeln können. Für Veranstaltungen, wie Lesungen und Konzerte in der Scheune oder davor, stehen Hocker aus Baumstämmen bereit.

Teich inklusive Laufenten

Die 15 Oleander sind das Spezialgebiet des Schauspielers Heiner Hardt. Er hat sie getauft auf die Namen von Figuren in William Shakespeares Dramen, in denen er schon aufgetreten ist. Er nennt es „die Shakespeare-Riege“. Zwischen den Säulen auf der Terrasse stehen „Ophelia“ und „Hermia“. Auf dem roten Sofa dahinter lernt Heiner Hardt seine Rollen. Am Teich mit vier Lauf-Enten und quakenden Fröschen steht „Hamlet“; auch dieser ein Fund auf einer Pflanzenbörse, wie die anderen Oleander.

Rostige Ornamente hängen in dichten Hecken und bilden mit funkelnden Glassteinen als Augen magische Wesen. Umgedrehte Gießkannen aus Zink werden zu Vogelnestern. In den Bäumen hängen Keramik-Puppen und schlenkern mit den Beinen. Vorm Haus liegt lässig eine männliche Schaufenster Puppe auf grünen Blättern, der „Vorleser“.

Der gemeine Zünsler hat keine Chance

Ein Foto von 1945 zeigt eine üppige Rotdornhecke, davon sind nur noch vier Bäume übrig geblieben. Dafür ist der Buchsbaum resistent gegen den gemeinen Zünsler. Oft schauen Gartenfans wie Zaungäste von der Straße auf das prächtige Grün und fragen Annette Schneeweiß, was sie für ein Geheimrezept gegen den bösen Schädling hat. „Keins“, sagt sie dann schlicht.

Das alte Laub und Totholz darf auf dem Boden liegen bleiben. Die Besitzerin verarbeitet sogar die Gartenabfälle, die ihr die Liebhaber des eleganten, englischen Rasens über den Zaun werfen. So hat sich eine gesunde Insektenwelt entwickelt. Dagegen hat der gemeine Buchsbaumzünsler keine Chance.

Die Enten fühlen sich am Teich sichtlich wohl. Quelle: Judith Meisner

Unterm Pflaumenbaum am ausgeblichenen Holztisch treffen sich oft Kreative zum Porzellanbemalen, denn die Gärtnerin betreibt die Porzellan- Galerie Schneeweiß.

Da ist es nur folgerichtig, dass sich jede Menge Kunst im Garten tummelt, ganz neu ein prachtvolles Huhn in Raku-Keramik von Charlotte Link, kürzlich erworben auf deren Ausstellung im Kreativ-Verein Schönwalde-Glien.

Urige Tonfiguren von Christiane Schulze betrachten die Besucher auf dem Weg zur Galerie durch einen Fensterrahmen.

In Planung ist derzeit ein Beet auf den Fundamenten des alten Hundezwingers Auf die Mauer fürs kniehohe Beet darf man gespannt sein, sie wird bestimmt genauso schön und ungewöhnlich wie alles andere im antiautoritären Schneeweiß-Garten.

Von Judith Meisner

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