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Falkensee Ehrenabzeichen für den Brandmeister
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Feuerwehr Falkenrehde: Detlef Edeling bekommt Ehrenabzeichen

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07:45 16.11.2021
Detlef Edeling ist seit 47 Jahren bei der freiwilligen Ortsfeuerwehr Falkenrehde.
Detlef Edeling ist seit 47 Jahren bei der freiwilligen Ortsfeuerwehr Falkenrehde. Quelle: fotos: Franziska von Werder
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Falkenrehde

Detlef Edeling läuft vom Vorplatz der Feuerwehr Falkenrehde zur Fahrzeughalle. Er trägt einen dunkelblauen Kapuzenpullover, auf dem roten Emblem kreuzt sich ein silberner Helm mit einem Löschgerät. Hinter dem Rolltor, das Edeling hochfahren lässt, verbergen sich Löschfahrzeuge. Das eine stammt noch aus DDR-Zeiten. Ein Tanklöschfahrzeug vom Typ W 50.

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„Früher war fast jedes Kind im Dorf in der Feuerwehr“, erinnert sich Edeling. Seit 47 Jahren steht er nun schon im Dienst der Feuerwehr. „Irgendwann machen es die Knochen beim Fußball nicht mehr mit, dann bleibt man eben bei der Feuerwehr“, sagt er und lacht bescheiden. Seit 2003 ist er Vereinsvorsitzender des Fördervereins. Und das mit großer Leidenschaft. Für sein Engagement wurde er jetzt mit dem Ehrenzeichen im Brandschutz vom Land ausgezeichnet.

Das Besondere an der Feuerwehr ist für Edeling, dass Jung und Alt zusammenkommen. 97 Mitglieder hat der Verein. Über Sponsoren wurde die alte Scheune ausgebaut.

Edeling war treibende Kraft bei der Planung und dem Bau des Vereinsgebäudes: „Alle haben mitgeholfen. Das hat den Leuten tierischen Spaß gemacht“, erzählt Edeling. Der Ausbau der Scheune und der nachträgliche Bau der Vereinshalle haben die Mitglieder und Kameraden sehr zusammengeschweißt.

Während der Wende wurde die freiwillige Feuerwehr für einige Zeit eingestampft, der damalige Bürgermeister Horst Börner rief sie wieder ins Leben zurück. Quelle: Franziska von Werder

Dieser Zusammenhalt zeigte sich besonders, als ein Kamerad durch einen schweren Badeunfall querschnittsgelähmt wurde. Damit der Feuerwehrkamerad das Gebäude weiterhin betreten konnte, baute der Verein für ihn dort einen Fahrstuhl ein. Auch Menschen aus dem Ort beteiligten sich: Gemeinsam habe man ihm sein eigenes Haus bezugsfertig und barrierefrei ausgebaut. Als er aus dem Krankenhaus zurückkam, konnte er direkt einziehen.

Das Eisbeinfest lockt viele Menschen nach Falkenrehde

In der Mehrzweckhalle hinter dem Gerätehaus gibt es eine Tischtennisplatte. Auch eine große Küche lässt vermuten, dass hier ein munteres Vereinsleben stattfindet: Hier gibt es Platz für die Bewirtung vieler Gäste. Erst vor einigen Wochen habe hier das berühmte Eisbeinfest stattgefunden. „Da kommen normalerweise sogar Leute aus Potsdam, das spricht sich richtig rum“, so Edeling. Dieses Jahr sei man aber froh gewesen, dass viele pandemiebedingt zum Mitnehmen bestellten. 150 Eisbeine und 60 Kassler wurden verkauft.

Der Ausschankwagen ist auf Fest ein echter Renner

Dort steht außerdem ein großer Ausschankwagen. Auf den ist Edeling besonders stolz: „Es ist praktisch, wenn man auf Festen nicht immer alles aufbauen muss.“ Mit dem Wagen könne man einfach alles einpacken und loslegen. Vertreten ist die Freiwillige Ortswehr Falkenrehde auf vielen Dorffesten.

Ein Funke von Stolz

Wenn die Sirenen tatsächlich mal losgehen, dann steht die gesamte Straße im Dorf mit Leuten voll. Das weckte das Interesse von Edelings Enkeltochter Leni Röschke: „In dieser Hinsicht ist meine Enkelin ähnlich verrückt wie ich“, erzählt Edeling. Seit dem 8. Lebensjahr ist die mittlerweile 14-Jährige bei der Feuerwehr. Ein Funke von Stolz ist in den Augen des Feuerwehrmanns zu erkennen.

Mehr Anerkennung für die freiwillige Feuerwehr

Eine Auszeichnung zu bekommen für all die Arbeit und Zeit, die Edeling in die Feuerwehr steckte: „Ja, das ist schön – aber so eine Auszeichnung hätte eigentlich jeder bei der Freiwilligen Feuerwehr verdient“, findet der gelernte Installateur, der seit einem Jahr in Rente ist. Sich die Zeit neben der Arbeit zu nehmen, werde insbesondere für jüngere Leute schwieriger, die zunehmend in städtischen Gegenden wohnen. „Es reicht nicht mehr aus, zu sagen ihr seid die Größten und die Besten“, findet Edeling. So könnte es etwa eine Anerkennung in Form von Rentenpunkten für ehrenamtliche Tätigkeiten geben, wie es in anderen Bundesländern bereits eingeführt wurde.

Von Franziska von Werder