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Falkensee Frauenwoche: Havelländer Unternehmerinnen setzen auf engen Austausch
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16:59 05.03.2020
Henriette Weber (v.l.), Tina Steffan und Andrea Hein nutzen den Stammtisch um ins Gespräch zu kommen. Quelle: Danilo Hafer
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Falkensee

„Mädchen sind fleißig“, diesen Satz hörte Andrea Hein in ihrem bisherigen Berufsleben als Architektin nicht nur einmal von Vorgesetzten. „Dabei waren wir alle erwachsene Frauen und längst keine Mädchen mehr“, erzählte die Falkenseerin beim ersten Treffen des Stammtisches für Unternehmerinnen und Gründerinnen im Falkenseer Rathaus in diesem Jahr. Es war die erste Veranstaltung im Rahmen der Frauenwoche, die in diesem Jahr unter dem Motto „2020 – Zurück in die Zukunft“ steht. Zu dem Treffen hatten Babett Ullrich von der Wirtschaftsförderung der Stadt Falkensee und Michaela Schwarz vom Regionalen Lotsendienst des Landkreises geladen.

Frauen erfahren häufig Benachteiligungen

In der Arbeitswelt sind Frauen auch 2020 noch häufig von Benachteiligungen betroffen und müssen sich, wie das Beispiel von Andrea Hein zeigt, mitunter unangebrachte Sprüche, vor allem männlicher Führungskräfte, anhören.

Drei bis viermal im Jahr treffen sich Unternehmerinnen und Gründerinnen, um sich auszutauschen. „Man lernt hier andere Frauen kennen, die immer irgendeine Sache besser können, als man selbst. So kann man von einander profitieren“, sagte Henriette Weber. Die Brieselangerin hat im vergangenen Sommer ihr eigenes Modelabel „Weberling“ gegründet und arbeitet vor allem von zu Hause. „Der Stammtisch ist eine gute Gelegenheit mal rauszukommen. Gleichzeitig kann man sich mit anderen vergleichen und schauen, wo man eigentlich selbst steht“, erzählte sie.

Familie und Beruf unter einen Hut bekommen

Zum ersten Mal besuchte Tina Steffan am Donnerstag den Stammtisch. Die Brieselangerin hat letztes Jahr ihr Geschäft „fachart“ eröffnet, in dem sie Produkte regionaler Anbieter verkauft, unter anderem die Stücke von Henriette Weber. „Ich glaube das Wichtigste ist, egal ob Man oder Frau, einfach loszulegen. Man kann eine Sache nämlich auch totdenken“, sagte sie. Sie selbst habe ihre Idee, ein eigenes Geschäft zu eröffnen, innerhalb von drei Monaten umgesetzt. Als Frau sei es dennoch nicht einfach, Familie und Berufsleben unter einen Hut zu bekommen. „Man möchte es ja auch alles gut machen“, so Steffan.

Grundsätzlichen Nachholbedarf beim Thema Gleichberechtigung in der Arbeitswelt sieht Mirjam Duin. Die selbstständige Interior Designerin lebte und arbeitete 20 Jahre lang in Amsterdam. 2019 zog sie mit ihrer Familie nach Falkensee. „Mir ist aufgefallen, dass in Deutschland schon noch sehr alte Strukturen herrschen. In den Niederlanden haben viele Unternehmen sehr flache Hierarchien, das ist ein ganz grundlegender Unterschied“, sagte sie.

„Alte Bilder und Systeme durchbrechen“

Man müsse die alten Bilder und Systeme durchbrechen, betonte die gelernte Architektin Andrea Hein. Sie selbst hat ihrer Branche, in der 60 Arbeitsstunden pro Woche zum guten Ton gehörten, derweil den Rücken gekehrt. „Als ’Frau Hein’ habe ich angefangen, zu nähen und zu bloggen“, erzählte sie. Derzeit richtet Andrea Hein ihr neues Atelier ein, in dem sie am 4. April einen gemeinsamen Nähtag veranstalten möchte. Dort soll es dann regelmäßig Workshops und Nähwochenenden geben.

Seit 2017 existiert der Unternehmerinnen-Stammtisch in Falkensee. Bei jedem Treffen gibt es einen kurzen Vortrag. Diesmal stellte sich das Netzwerk „Unternehmerinnen in Brandenburg“ vor, in dem derzeit knapp 60 Frauen aktiv sind. „Über ein paar mehr Frauen in Führungsposition würde ich mich bei den Treffen des Stammtisches noch freuen. Denn auch die gibt es hier in der Region“, betonte Babett Ullrich.

Engagierte und kreative Frauen stellen sich am Sonnabend von 12 bis 16 Uhr einem Markt im Falkenseer Musiksaalgebäude vor. Neu ist der Flohmarkt „Frauensachen“.

Von Danilo Hafer

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