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Falkensee Gewerbegebiet Süd: Firmen klagen über lahmes Internet
Lokales Havelland Falkensee Gewerbegebiet Süd: Firmen klagen über lahmes Internet
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20:09 12.07.2019
Michael Ziesecke, Inhaber einer Schlosserei und Kreishandwerksmeister, wünscht sich schnelles Internet. Quelle: Jens Wegener
Falkensee

 Wenn Michael Ziesecke im Firmenbüro vor dem Computer sitzt und E-Mails mit Angeboten an Kunden verschicken will, braucht er Geduld. Je nach Datenmenge kann er sich zwischenzeitlich einen Kaffee holen oder in Ruhe telefonieren. Nicht mal 5 Mbit/s im Download sind bei der Schlosserei Ziesecke in der Leipziger Straße im Falkenseer Gewerbegebiet Süd verfügbar. „Wir sind ein weißer Fleck“, so Ziesecke.

Mails zu öffnen, kann lange dauern

Noch schlimmer ergeht es seinem Nachbarn Jörg Puttnins. Der Geschäftsführer der Firma Light-Tool muss mit einer Internetgeschwindigkeit von unter 2 Mbit/s leben: „Wir sind erst kürzlich an diesen Standort umgezogen und müssen nun mit diesen schlechten technischen Bedingungen irgendwie klarkommen. Es ist nervig, wenn wir 15 Minuten brauchen, bis eine Mail mit Fotos geöffnet oder versandt werden kann.“

Glasfaseranschlüsse haben nur einigen Firmen

Dabei wäre die Lösung des Problems recht einfach, denn nur wenige hundert Meter weiter verfügen Firmen wie BLG Logistik oder der Herlitz-Komplex an der Straße der Einheit über schnelles Internet. „Dort liegen Glasfaserkabel, die könnten bis zu uns verlängert werden“, sagt Michael Ziesecke.

Es ist scheint auf den ersten Blick eine Sache des Geldes. BLG-Logistik hat den Glasfaseranschluss selbst finanziert. Aber selbst, wenn das Geld vorhanden wäre, um das Glasfaserkabel im gesamten Gewerbegebiet zu verlegen, braucht man auch Firmen, die das verlegen können und wollen.

Förderprogramm lässt hoffen

Etwas Hoffnung verspricht eine Initiative des Landkreises Havelland. Dort kennt man die prekäre Ausgangslage, wie Kreissprecher Norman Giese sagt. Im Gewerbegebiet Falkensee-Süd sei, wie in allen anderen Gebieten im Landkreis, im Zuge eines Markterkundungsverfahrens im November 2016 die Ist-Versorgung ermittelt worden. Dabei kam heraus, dass es „diverse unterversorgte Anschlusspunkte gibt, die in die kreiseigene Ausbauplanung im Rahmen des Bundesprogrammes ’Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in Deutschland’ aufgenommen wurden. Diese werden mit Glasfaser ausgebaut.“

Aber ganz so einfach ist es denn doch nicht. Denn es gelte einiges zu beachten, so Giese. Nicht alle Anschlusspunkte können ausgebaut werden, „weil einige gegebenenfalls schon über entsprechende Standleitungen verfügen oder durch ein Telekom-Unternehmen höhere Leistungen zur Verfügung gestellt werden können.“

Baubeginn noch unklar

Kleiner Trost für die Anschlusspunkte, die nicht ausgebaut werden: Sie können auf Synergieeffekte hoffen, wenn bestehende Haupt- und Kabelverzweiger modernisiert werden.

Ob die Schlosserei Ziesecke und die Firma Light-Tool von dem Förderprogramm profitieren, ist noch unklar. Genauso wie der Zeitpunkt , bis Glasfaserkabel verlegt sind.

Derzeit werden beim Landkreis Havelland die eingegangenen Angebote der Firmen ausgewertet. Im dritten bis vierten Quartal 2019 soll einem Unternehmen der Zuschlag erteilt werden. Dann sei von einem Realisierungszeitraum von bis zu 48 Monaten auszugehen, so Giese, wobei im Vorhaben des Landkreises Bildungseinrichtungen sowie Gewerbeanschlusspunkte Vorrang vor den privaten Anschlusspunkten haben.

Von Jens Wegener

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