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Falkensee Nonnemacher und die Grünen wollen in Falkensee das Direktmandat
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12:33 06.08.2019
Ursula Nonnemacher zieht als Spitzenkandidatin der Grünen in den Wahlkampf. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

 Ursula Nonnemacher als Ministerin, gar als Ministerpräsidentin? Sie sagt nicht ja, sie sagt nicht nein. Sie sagt Sätze wie: „Wir drücken uns nicht“ und „Wir werden uns dazu im August äußern“. Dann gibt es noch einmal so etwas wie einen kleinen Parteitag. Ursula Nonnemacher ist nicht nur grüne Kandidatin für das Direktmandat im Wahlkreis 6, sie ist auch Spitzenkandidatin der Grünen für Brandenburg.

Anfragen aus ganz Deutschland

Und dann sagt Ursula Nonnemacher, die immer so sachlich und konzentriert an die Dinge geht, doch mal das Wort „wahnsinnig“. Es ist wahnsinnig, was gerade passiert. Die Grünen sind im Aufwind, der trägt auch sie, „jetzt kommen Presseanfragen aus ganz Deutschland und darüber hinaus.“

Bisher hatten die Grünen in einer kleinen Sechs-Kopf-Fraktion Oppositionsarbeit geleistet, jetzt wollen sie mitregieren und mitgestalten. „Es wird wohl auf eine Drei-Parteien-Regierung hinauslaufen‘“, sagt Ursula Nonnemacher. Auf welche, ist aber längst nicht klar.

Hochgradig spannend

Sie selbst will in ihrem Wahlkreis möglichst viele Stimmen bekommen. Und das Direktmandat. „Dieser Wahlkreis ist hochgradig spannend“, sagt sie. Auch weil hier drei prominente Frauen aufeinandertreffen: Ursula Nonnemacher tritt gegen Barbara Richstein von der CDU und Ines Jesse von der SPD an.

Eintrittswelle bei den Grünen

Die Kandidatin der Grünen sieht dabei Barbara Richstein als Favoritin, aber längst nicht mehr so klar wie noch vor Monaten. Die CDU ist nicht geschlossen, die Grünen dagegen sind im Aufwind. Eine Eintrittswelle für die Partei spricht dafür. Aber auch die Umfragewerte.

Klimafragen rütteln auf. „Unsere Themen sind für viele relevant“, sagt sie, das sind Themen, die die Menschen am Abendbrottisch diskutieren. Es geht um eine ökologische, weltoffene, sozial gestaltete Gesellschaft.

Tiefer Riss in der Gesellschaft

„Das sind keine abstrakten Themen, viele merken, dass es sie angeht“, sagt Ursula Nonnemacher. Sie weiß aber auch, dass damit längst nicht alle Menschen erreicht werden, dass ein tiefer Riss durch die Gesellschaft geht. Auch durch ihren Wahlkreis, denn so gut die Grünen in Falkensee und Dallgow-Döberitz dastehen, so schwer haben sie es doch in Schönwalde-Glien, wo viele AfD-Plakate hängen.

Trotzdem gilt der Wahlkreis für die Grünen als gewinnbar. Ursula Nonnemacher ist hier wie im ganzen Land unterwegs. Der Wahlkampf hatte eigentlich schon im November begonnen.

Die basisorientierte Kandidatensuche der Partei brauchte so ihre Zeit. Im Juni hat Ursula Nonnemacher mit ihrem Mann noch einmal zwei Wochen Urlaub in Mecklenburg gemacht. Noch mal ausspannen, noch mal auftanken. Seitdem ist sie unermüdlich auf Achse.

Zur Person

Ursula Nonnemacher wurde 1957 in Wiesbaden geboren. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Seit 1996 wohnt sie in Falkensee.

Humanmedizin hat sie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und an der FU Berlin studiert. Sie hat mehrere Monate während der Ausbildung in Argentinien gearbeitet. 1983 begann sie als Ärztin in einem Spandauer Krankenhaus zu arbeiten.

1997 trat sie in die Partei Bündnis 90/Die Grünen ein und ist ein Gründungsmitglied des Ortsverbandes Falkensee.

Seit 2003 ist Ursula Nonnemacher Abgeordnete in der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung, seit 2009 sitzt sie im Brandenburger Landtag. Dort gehört sie dem Innenausschuss, der Parlamentarischen Kontrollkommission und dem Ausschuss für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie an. Außerdem war sie Mitglied im Petitionsausschuss und im NSU-Untersuchungsausschuss.

Bereits 2014 war Ursula Nonnemacher die Spitzenkandidatin der Partei im Landtagswahlkampf.

Vor zehn Jahren war sie das erste Mal als Abgeordnete der Grünen in den Brandenburger Landtag gezogen. Die Ärztin hängte ihre Tätigkeit in der Klinik an den Nagel und ging in die Politik. „Ich habe diesen Wechsel nicht bereut“, sagt sie, „ich hatte einen Beruf und meine Lebenserfahrung im Rücken.“

Es entsprach ihrer Lebensvorstellung, noch einmal etwas Anders, etwas Neuen zu machen. Dass die Arbeitsbelastung noch größer als im Krankenhaus sein würde, hätte sie vielleicht nicht unbedingt erwartet.

Rekord am Rednerpult

Zum Teil mit 80-Stunden-Wochen. Aber in einer kleinen Fraktion stehen nicht so viele Menschen für all die zu besetzenden Ausschüsse und Gremien zur Verfügung, auch nicht so viele Redenschreiber.

Nonnemacher hielt in der letzten Legislaturperiode mit fast 400 Reden im Plenum den Rekord am Rednerpult. Aber nach der Landtagswahl werden die Aufgaben wohl auf mehr Schultern verteilt werden können.

Von Marlies Schnaibel

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