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Falkensee Leckeres und Interessantes am Denkmaltag
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19:42 08.09.2019
Bäckermeister Dirk Ziehm (l.) und sein Schwiegersohn Romano Bittner bereiten die Pflaumenplunder für den historischen Holzbackofen vor. Quelle: Enrico Berg
Falkensee/Lietzow

Wohlgerüche liegen in der Luft und lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Allein der Duft des frisch gebackenen Brotes verführt zum Schlemmen. Im Museum und in der Galerie Falkensee in der Falkenhagener Straße stand am Tag des offenen Denkmals das traditionelle Backofenfest an – zum 23. Mal.

Im Gertrud-Kolmar-Rosengarten waren Bierzeltgarnituren aufgebaut. Die vielen Besucher plauderten miteinander, lauschten der Musik des Jugendblasorchesters der Musik- und Kunstschule Havelland und freuten sich auf eine besondere Mahlzeit. In dem mehr als 220 Jahre alten Holzbackofen, der seinerzeit in Falkenhagen entstanden war, wurden am Sonntagnachmittag 260 Brote und unzählige Pflaumenplunder gebacken. Bäckermeister Dirk Ziehm und sein Schwiegersohn Romano Bittner, ebenfalls Bäcker, zeigten die Kunst des Handwerks. „Den Ofen haben wir bereits Donnerstag mit Nadelholz vorgeheizt, das dauert eben alles seine Zeit“, erklärte Museumsleiterin Gabriele Helbig. Sonntagmorgen wurde der Ofen dann um 8 Uhr richtig eingeheizt, damit er am Nachmittag bereit ist.

„Die Brote werden hier frisch gebacken, nicht nur aufgewärmt. Es dauert fast eine Stunde, bis sie fertig sind”, ergänzte Gabriele Helbig.

Dirk Ziehm (links) und Romano Bittner schieben die Brote in den Holzbackofen. Quelle: Enrico Berg

„Man benötigt viel Fingerspitzengefühl und Fachwissen, weil dieser alte Holzbackofen keinen Thermostat hat. Die Temperatur wird über Züge und Schieber reguliert, eben so, wie es früher im Bäckerhandwerk üblich war“, sagte Dirk Ziehm. Die Brotlaibe ging weg wie warme Semmeln. Außerdem gab es Steaks und Bratwurst vom Grill und die beliebten Schmalzstullen fanden reißenden Absatz.

Das Gelände hinter dem Museum glich einem kleinen Markt, dort gab es Honig, Wein, Naturseifen sowie handgeschmiedete Metallobjekte und Skulpturen.

Groß war der Andrang beim 23. Backofenfest in Falkensee. Quelle: Enrico Berg

Da nicht nur der Holzbackofen, sondern auch das historischen Fachwerkhaus, in dem sich das Museum befindet, ein eingetragenes Baudenkmal ist, hatten die Besucher die Möglichkeit, die dortige Dauerausstellung zu besuchen. Über die Lyrikerin Gertrud Kolmar konnte man ebenso etwas erfahren wie über die Gründung und den Aufbau von Falkensee. Die Zeit des Nationalsozialismus wurde beleuchtet und vom Leben der Falkenseer im Schatten der Mauer berichtet. In der Kunstgalerie wird zurzeit eine Sonderausstellung „Hans Zank und Willi Gericke – Malerei” gezeigt.

„Ein großes Dankeschön geht an alle ehrenamtlichen Helfer, die sich hier einbringen”, sagte Gabriele Helbig. So ein Fest sei ohne Hilfe nicht zu bewerkstelligen.“

Ein ganz anderes Denkmal stand in Lietzow im Mittelpunkt des Inter-esses: Das alte Gutshaus an der B 5.

Vor dem Gutshaus in Lietzow. Quelle: Norbert Faltin

Es war 1924 im Barockstil vom damaligen Domänenpächter Max Voigt als Wohnhaus errichtet worden. Bis zur Wendezeit diente das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude als Kindergarten, danach verfiel es.

2008 übernahm der Bieselanger Landschaftsbauer Michael Schob das Gutshaus. „Mittlerweile haben mein Sohn und ich das Dach abgedichtet, um das Haus vor dem weiteren Verfall zu bewahren.

Michael Schob erklärt, was saniert werden muss. Quelle: Norbert Faltin

Dort entstehen künftig Ferienwohnungen“, erzählte Schob beim Rundgang der Besuchergruppe. Auf einen Eröffnungstermin wollte sich der Bauherr nicht genau festlegen. 2021 wäre realisierbar.

Von Hannelore Berg

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