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Falkensee Immer schön kühl bleiben: So gehen die Havelländer mit der Hitze um
Lokales Havelland Falkensee Immer schön kühl bleiben: So gehen die Havelländer mit der Hitze um
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16:03 26.07.2019
Ina Witte hat wohl den kältesten Arbeitsplatz im Havelland: Sie sorgt im Tiefkühllager des Falkenseer Selgros-Marktes für Ordnung. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee/Dallgow-Döberitz

Während die Havelländer derzeit bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius mit dem Schwitzen gar nicht hinterher kommen, setzt Ina Witte zur Sicherheit lieber noch die dicke Wintermütze auf. „Ohne die halte ich es nicht lange aus“, sagt sie. Die 57-Jährige arbeitet im Falkenseer Selgros-Markt und sorgt im Tiefkühllager, bei Minus 22 Grad, für Ordnung. Damit hat Ina Witte den wohl kältesten Arbeitsplatz im ganzen Havelland.

Planschen, gießen und viel trinken: So kommen Havelländer durch die heißen Tage. Den kältesten Arbeitsplatz gibt es in Falkensee, hier herrscht konstant eine Temperatur von Minus 22 Grad.

Rund 6000 Artikel, von der Torte bis zur Tiefkühlpizza werden hier auf mehr-etagigen Regalen gelagert. „Wenn wir neue Ware verräumen müssen, sind wir schon mal drei Stunden am Stück hier drin. Daher ist es wichtig, sich richtig warm anzuziehen. Selbst, wenn nur ein paar Meter weiter Hochsommer ist“, sagt Witte zur MAZ.

Trotz der ständigen Temperaturwechsel sei die 57-Jährige nicht häufiger krank als andere Menschen „Ich hatte schon ewig keinen Schnupfen mehr“, sagt sie.

Gefrorenes ist nicht nur das Metier von Ina Witte. Beim Eismann in Dallgow-Döberitz dreht sich derzeit alles um die kleinen gefrorenen Kugeln. „Wir haben sehr viele Stammgäste, die im Sommer jeden Tag kommen, weil sie auf ihr Eis nicht verzichten wollen“, sagt Eisverkäuferin Jana.

Schoko und Vanille sind als Klassiker nach wie vor beliebt. Aber auch Sorten wie Grieß oder Einhorn erfreuen sich bei den Dallgowern großer Beliebtheit. Inhaber Holger Jagodzinsky macht sein Eis noch selbst. Manchmal schon um fünf Uhr morgens, damit für den Tag ausreichend vorhanden ist. Während viele Erwachsene gerne das Altbekannte nehmen, wählen die kleinen Gäste nach anderen Kriterien aus. „Bei den Kindern geht es vor allem um die Farbe. Sie experimentieren auch mehr“, sagt sie.

Auch im Falkenseer Waldbad wird schon am Vormittag jede Menge Eis verzehrt. Kitagruppen und Ferienkinder planschen ausgelassen im Wasser. Erzieherin Caroline Fenger ist gemeinsam mit einer Kollegin und acht Kindern extra aus Spandau angereist.

„Bei den Temperaturen gibt es nichts besseres. Die Kinder freuen sich über jeden Tropfen Wasser“, so Fenger. „Es reicht schon, wenn wir bei uns im Garten den Sprenger anstellen oder ein Planschbecken aufbauen – dann sind sie glücklich“, sagt die Erzieherin weiter.

Alle Kinder gut im Blick hat im Falkenseer Waldbad Henry Drenko. Der Berufsfeuerwehrmann aus Brandenburg ist seit Juli als Rettungsschwimmer verantwortlich für die Sicherheit der Badegäste. „An solchen Tagen ist es permanent voll. Bis auf einige kleinere Verletzungen ist aber glücklicherweise noch nichts passiert“, sagt Drenko.

Auch hitzebedingte Einsätze habe es bislang nicht gegeben. Anders sieht es in den Rettungswachen der Havelland Kliniken in der Region aus. „Schon während der ersten Hitzewelle wurde der Rettungsdienst häufiger alarmiert. Viele Menschen vergessen zu trinken und kippen in der prallen Sonne um“, weiß Klinik-Sprecherin Silke Monte.

„Gerade ältere Menschen unterschätzen das Wetter und plötzlich bricht der Kreislauf zusammen. Sie fallen und kommen dann mit verschiedenen Frakturen in die Klinik“, so Monte weiter. Sie rät, schwere Arbeiten in der Sonne zu vermeiden, viel zu trinken und den Körper vor der Sonne zu schützen.

Für Petra Hohensee ist es gerade die Arbeit an der frischen Luft, die ihren Beruf ausmacht. „Im Sommer ist es manchmal zu heiß, im Winter zu kalt. Die Pflanzen brauchen trotzdem Wasser“, sagt die Gärtnerin. Im B&M Pflanzenparadies an der Falkenhagener Straße gilt es täglich hunderte Pflanzen zu wässern.

„Wir machen das einmal am Tag richtig und das ist auch ausreichend“, sagt die Expertin. Denn wird zu viel gewässert, schadet das den Pflanzen sogar.

„Staut sich das Wasser, kann ein Wurzelpilz entstehen. Man sollte sich nicht davon beeinflussen lassen, ob eine Pflanze die Blätter hängen lässt“, sagt Petra Hohensee.

Sei die Sonne erst einmal weg, kämen sie von ganz alleine wieder hoch. Wann gesprengt werden sollte, dafür hat die Garten-Expertin keinen besonderen Rat. Morgens oder Abends – das könne jeder selbst entscheiden.

Von Danilo Hafer und Laura Sander

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