Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Falkensee Jugendklub „Alte Post“ erfindet sich ständig neu
Lokales Havelland Falkensee Jugendklub „Alte Post“ erfindet sich ständig neu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 25.04.2019
Jugendklubleiter Sebastian Hölzel erfindet sich ständig neu. Quelle: Laura Sander
Falkensee

Ein Jugendklub fernab des Brennpunkts hat seine ganz eigenen Gesetze. Graffiti-Workshops, Prävention und Aufklärung ziehen hier nicht. In der „Alten Post“ am Bahnhof Finkenkrug können Jugendliche stattdessen philosophieren, musizieren oder mittelalterliche Live-Rollenspiele veranstalten.

Angebote schaffen, die wirklich interessieren

„Es ist eine Herausforderung, sich immer neu zu erfinden und Angebote zu schaffen, die wirklich interessieren. Aber nur mit innovativen Ideen kann ein Jugendklub außerhalb von Brennpunkten funktionieren“, weiß Sebastian Hölzel. Der 37-Jährige leitet den ASB-Jugendklub am Bahnhof Finkenkrug seit sechs Jahren, zuvor war er in der „Brücke“ im Falkenhorst beschäftigt.

„Was in der Schule zu kurz kommt, versuchen wir im Klub aufzufangen. Lehrer der Kant-Gesamtschule bieten einen Pädagogik-Zirkel sowie einen philosophischen Gesprächskreis an – weit weg vom schulischen Kontext können die Jugendlichen aus sich herauskommen“, so Hölzel, der bei den Jugendlichen vor allem mit Musik punktet. „Ich setzte mich immer donnerstags mit meiner Gitarre in die ,Musikecke’ und jeder, der Lust hat, kann mitmachen. Es ist ein offenes Angebot“, so der 37-Jährige.

Neben Gitarrenstunden und Jam-Sessions hat der Jugendklubleiter, der sich in seiner Freizeit für Sterne, Galaxien und schwarze Löcher begeistert, eine Astronomie-AG ins Leben gerufen. „Ich möchte die Jugendlichen mit ins Boot holen und begeistern. Die Angebote sind sehr speziell, werden aber gut angenommen“, so Hölzel.

Improvisationskünste beim Live-Rollenspiel beweisen

Wie die LARP-Gruppe, die alle zwei Wochen, immer freitags ab 17 Uhr, in der Alten Post zusammenkommt. LARP, also Live Action Role Playing, bezeichnet ein Rollenspiel, bei dem die Spieler ihre Spielfigur verkörpern und ihre Eigenschaften und Handlungen frei improvisieren. Und weil zu einem solchen Spiel auch die richtige Gewandung gehört, kommen bei den regelmäßigen Treffen nicht selten Nadel und Faden zum Einsatz.

„Die Jugendlichen gestalten ihre Kostüme und kreieren ihre Charaktere eigenständig. Das eigentliche Spiel hat einen geschichtlichen Hintergrund und steht unter einem mittelalterlichen Motto“, so Sebastian Hölzel, der in der Vergangenheit ebenfalls die ein oder andere Rolle übernommen hat. „Es geht vor allem um die Interaktion und darum die eigenen Stärken zu erkennen. Meistens steht die Lösung eines Rätsels im Vordergrund“, so der 37-Jährige. Vor allem stünden jedoch das Spiel an sich sowie der Spaß am Darstellen der eigenen Figur im Vordergrund. Neben der LARP-Gruppe wird zudem regelmäßig im kleinen Kreis Dungeons and Dragons gespielt.

In erster Linie bin ich Ansprechpartner

Und weil in Finkenkrug neben alteingesessenen Falkenseern eben auch viele Zugezogene wohnen, möchte Sebastian Hölzel mit den Jugendlichen DDR-Zeitzeugen befragen. „Neben allen Angeboten bin ich natürlich in erster Linie Ansprechpartner und Bezugsperson. Ich habe immer ein offenes Ohr für die Jugendlichen“, so Hölzel. Denn auch außerhalb des Brennpunktes gebe es immer wieder Probleme. „Vor allem die neuen Medien sind ein Thema. Wir wollen Medienkompetenzen stärken und planen Veranstaltungen unter anderem zum Thema Fake-News“, so der 37-Jährige.

Zu Gast in der „Alten Post“

„Im Schnitt kommen pro Woche rund 50 Jugendliche in den Klub. Viele kommen speziell wegen der Angebote“, weiß der Leiter, der regelmäßig Neuigkeiten auf der Facebook-Seite des Jugendklubs postet. Regelmäßig sind seit März zudem die Mitglieder des Falkenseer Jugendforums in den Finkenkruger Räumlichkeiten zu Gast. Sie haben in der „Alten Post“ übergangsweise ihr Domizil gefunden, nachdem sie ihre alten Räume in der Bahnhofstraße 80 Anfang des Jahres leerziehen musste.

Von Laura Sander

Falkensee ist nicht weltberühmt, hat aber einige Besonderheiten aufzuweisen. An die soll ein Netz aus Informationstafeln erinnern. Die ersten stehen am Falkenhagener Anger.

25.04.2019

Das gedruckte Buch ist beliebt wie eh und je. Wer noch nach einer geeigneten Sommerlektüre sucht, sollte jetzt zugreifen. Havelländer Buchhändler haben der MAZ verraten, was derzeit besonders gerne gelesen wird.

25.04.2019

Ein Kreisverkehr ersetzt schon bald die derzeitige Ampellösung an der Falkenseer Bahnhofstraße/Ecke Poststraße. Aber kann ein Kreisel im stark frequentierten Falkenseer Zentrum funktionieren? MAZ hat sich vor Ort umgehört.

24.04.2019