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Falkensee Emotionale Debatte mit Kevin Kühnert
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13:13 28.01.2019
In der Stadthalle Falkensee diskutierten der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert und andere SPD-Mitglieder. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Einmal gab es Szenenapplaus für Kevin Kühnert. Der Juso-Chef war Donnerstagabend zu Gast in der Falkenseer Stadthalle, seine Forderung an die Politik: „Wir sollten nicht nur Banken, sondern Arbeitsplätze retten“ kam gut an bei dem Publikum. Mehr als 100 Zuhörer waren gekommen, um den Hoffnungsträger der Sozialdemokratie zu hören.

Von No-Groko in den Alltag

Das Time Magazin hatte Kühnert im Mai vergangenen Jahres zum „Next Generation Leader“ gekürt. Ein ganz schön großer Titel für den 29-jährigen Berliner, der vor allem durch seine No-Groko-Aktion bekannt geworden war.

Als großer Revoluzzer oder Hau-Drauf war er nicht in Falkensee zu erleben, eher als freundlicher und politisch denkender Mensch, der inzwischen auch einige Zwänge der parteilichen und parlamentarischen Arbeit kennengelernt hat. Und die Falkenseer erlebten Kevin Kühnert als einen, der die politische Flinte nicht ins Korn wirft, sondern für die SPD eine Zukunft sieht.

Für mehr Klarheit

„Die SPD ist nicht abgeschrieben. Wir brauchen Klarheit und da müssen wir es auch ertragen, dass es Feinde gibt und uns nicht alle gern haben“, sagte der Juso-Chef und verwies auf den Satz: „Eine Partei, die versucht, es allen recht zu machen, kann es niemandem recht machen.“ Zustimmendes Gemurmel aus dem Publikum begleitete die Aussagen des Gastes.

Suche nach Grundwerten

Ebenfalls auf dem Podium stand an diesem Abend Henning Meyer, Neu-Falkenseer und Mitglied der SPD-Grundwertekommission. Er sah nicht alles so wie Kevin Kühnert, wenn es um das Thema „auch mal Feinde machen“ geht.

Für ihn ist die SPD eine Volkspartei, soll und kann es bleiben. „Sie muss weiter die Partei des sozialen Ausgleichs sein“, sagte Henning Meyer, so müsse die Gesellschaft organisiert werden, sonst wäre die soziale Marktwirtschaft nicht zu halten.

Dass die Sozialdemokratie mit Hartz IV und Agenda 2010 keine so gute Figur gemacht hat, wenn es um „sozialen Ausgleich“ geht, ist den Genossen wohl auch klar.

Jüngere hadern mit der Bildung

„Man muss die Debatte um Hartz IV einmal zu Ende führen“, sagte Kevin Kühnert, „und zeigen, was danach kommt. Was uns Jüngere mal betrifft.“ Das mit den Jüngeren war an diesem Abend im Saal durchaus zu merken. Entgegen anderen Veranstaltungen lag der Altersdurchschnitt diesmal deutlich unter dem Üblichen, relativ viele jüngere Leute waren gekommen.

Die hatten an diesem Abend aber vor allem ein Thema, das sie bewegte und das sie in der Fragestunden mehrfach anbrachten: Das war der Bereich Bildung. Warum muss es in jedem Land unterschiedliche Lehrpläne geben, warum ist das Bayernabitur mehr wert als das Brandenburgabitur? „Der Bildungsförderalismus treibt einen Keil zwischen die Absolventen“, kritisierte Pascal Lange, 21-jähriger Student aus Falkensee.

Die Antworten vom Podium waren an der Stelle eher gedruckst als klar. Den Bildungsförderalismus wollte Cathy Bockelmann nicht abschaffen, sie plädierte für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Ländern.

Suche nach mehr Frauen

Bockelmann, Grundschullehrerin und Chefin der Jusos im Havelland, hatte die Falkenseer Diskussionsrunde mit Kevin Kühnert angeregt. Sie forderte am Donnerstag junge Leute auf, sich als Kandidaten in den demokratischen Prozess einzubringen. Und sie forderte die Partei auf, weiblicher zu werden: „Frauen sollten sich was zutrauen.“ Ein Blick in den Saal zeigte: Hier waren die Frauen in der Minderheit, in der durchaus lebhaften Diskussionsrunde stellten ausschließlich Männer ihre Fragen.

Reinhold Ehl aus Schönwalde will mehr Dinge in staatlicher Hand geregelt wissen. Quelle: Tanja M. Marotzke

Die reichten von der Forderung nach mehr direkter Demokratie über die Hoffnung auf mehr Druck von links bis zur Forderung wieder mehr zu kommunalisieren – von Wohnungen bis Alterspflege.

Von Marlies Schnaibel

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