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Falkensee Falkensee: Kann ein Kreisel das Zentrum entlasten?
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17:14 24.04.2019
Ist ein Kreisel an der stark frequentierten Falkenseer Kreuzung die Lösung? Die Meinungen gehen weit auseinander. Quelle: Laura Sander
Falkensee

Langsam schiebt sich die Autoschlange durch den Tunnel, in der Falkenseer Bahnhofstraße staut sich der Verkehr bis zur Einfahrt des Akazienhofs. Eine Traube von Fahrradfahrern und Fußgängern wartet geduldig auf grün, überquert anschließend zügig die Poststraße. Es vergeht keine Minute und die nächste Traube wartet auf den sicheren Überweg zum Falkenseer Bahnhof.

Ab Mitte August beginnen die Bauarbeiten

Wo heute eine Ampel den Verkehr regelt, entsteht ab Mitte August ein Kreisverkehr. Er soll Poststraße, Bahnhofstraße und den Akazienhof miteinander verbinden und das Falkenseer Zentrum entlasten. Zebrastreifen und Mittelinseln sollen Fußgänger sicher durch den Kreisverkehr bringen.

Radler sollen künftig vom Bürgersteig auf die Straße geleitet werden und sich die Fahrbahn mit den Autofahrern teilen. Doch funktioniert ein Kreisel an dieser stark frequentierten Kreuzung? MAZ hat sich vor Ort umgehört.

„Ich weiß nicht, ob ein Kreisverkehr an dieser Stelle die beste Lösung ist. Es ist selbst mit dem Abriss des Gebäudes sehr eng und ich befürchte, dass er unter den hiesigen Bedingungen eher ein zusätzliches Hindernis werden könnte“, sagte Wolfgang Döhnert.

Denn begegnen sich Autofahrer, Radler und Fußgänger im Kreisel, könnte es brenzlig werden. „Und das würde zu Stau auf der stark befahrenen Durchfahrtstraße nach Schönwalde führen“, so der 89-Jährige, der früher viel mit dem Auto unterwegs war und die Kreuzung an diesem Vormittag zu Fuß überquerte.

Der Fußgänger hat absoluten Vorrang

„Im Kreisel hat der Fußgänger absoluten Vorrang. Wir nehmen damit in Kauf, dass wir das Zentrum noch weiter verlangsamen“, prognostizierte auch der Stadtverordnete Thomas Fuhl (CDU).

Jahrelang wurde über die richtige Lösung für den Knotenpunkt diskutiert, Gutachter gaben schließlich grünes Licht für den Kreisel. Vor allem die Zufahrt zum Akazienhof, die derzeit über den Gehweg in der Bahnhofstraße erfolgt, soll mit dem Bau entschärft werden.

An der bisherigen Stelle begegnen sich Fußgänger, Rad- und Autofahrer, regelmäßig kommt es zu brenzligen Situationen. Nach dem Abriss des Eckhauses, der Bahnhofstraße 80, soll die Zufahrt über einen eigenen Arm des Kreisverkehrs erfolgen.

Stau im Tunnel

„Das wird höchste Zeit“, findet Regina Neumann. „Ich habe dort schon viele gefährliche Situationen erlebt. Vom neuen Kreisel erhoffe ich mir außerdem, dass der Verkehr besser fließt“, so Neumann weiter. „Ich fahre oft mit dem Bus und stehe regelmäßig im Stau. Bis wir es durch den Tunnel zum Busbahnhof geschafft haben, ist der Anschlussbus nach Berlin längst weg“, sagte die Falkenseerin.

„Ich hoffe nur, dass er vernünftig gebaut wird und nicht so eng, dass Lkws über die Mittelinsel müssen. Ich sehe kein Problem darin, dass Fußgänger über Zebrastreifen geführt werden sollen – das klappt schon“, zeigte sich Ralf Krüger optimistisch, der die Kreuzung in Richtung Bahnhofstraße überquerte.

„Wenn die Bauarbeiten beginnen, bricht das Chaos aus“

„Ich glaube nicht, dass der Kreisverkehr zu einer Entlastung führt“, sagte dagegen Ernst Stendel am Mittwochvormittag und kämpfte mit seinem Fahrradschloss. „Mit dem Auto fahren wir nur im Notfall ins Zentrum, normalerweise nehmen wir die Räder.

Sollten künftig Auto- und Fahrradfahrer gemeinsam den Kreisel nutzen, wird das eine richtige Katastrophe“, befürchtete auch Ehefrau Christa Stendel. „Mir tun vor allem auch die Leute leid, die täglich hier lang müssen. Wenn die Bauarbeiten losgehen und der Tunnel gesperrt ist, bricht das Chaos aus“, so Christa Stendel weiter.

Vollsperrung des Bahnhofstunnels

Für den 12. August ist der Baubeginn geplant, für Falkensees Verkehrsteilnehmer bedeutet das die Vollsperrung des Bahnhofstunnels und große Umleitungen.

Bis voraussichtlich Weihnachten bleibt der Tunnel gesperrt, danach schließen sich zwei Bauabschnitte an, bei der Teile der Poststraße und der Bahnhofstraße einseitig gesperrt sind.

Bis dahin schiebt sich der Verkehr weiter durch die Falkenseer Innenstadt. Zäh, aber kontinuierlich.

Von Laura Sander

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