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Falkensee Kater in Falkensee angeschossen: Warum musste „Harley“ sterben?
Lokales Havelland Falkensee Kater in Falkensee angeschossen: Warum musste „Harley“ sterben?
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18:01 30.08.2019
Sandra Roy trauert um ihren Kater „Harley". Dass das Tier aus Versehen getroffen wurde, daran glaubt die Falkenseerin nicht. Quelle: Laura Sander
Falkensee

Kater „Harley“ ist tot. Schwer verletzt rettete er sich am Mittwoch in sein Zuhause in der Finkenkruger Straße von Falkensee. Dort saßen seine Besitzer Sandra Roy und Benjamin Eichhorst mit ihren beiden Kindern am Frühstückstisch. Sie feierten den zweiten Geburtstag ihres Sohnes, als der Kater vor ihren Füßen zusammenbrach.

„Wir brachten ihn sofort zum Tierarzt“

„Wir hatten ihn erst eine halbe Stunde zuvor rausgelassen. Er war völlig durchnässt, wahrscheinlich lag er vorher im Garten und der Rasensprenger ging los“, so Benjamin Eichhorst. Mit letzter Kraft schleppte er sich ins Haus. „Sonst hätten wir ihn gar nicht bemerkt. Wir brachten ihn sofort zum Tierarzt, weil wir zunächst vermuteten, dass er von einem Auto angefahren wurde“, erinnert sich Sandra Roy.

Auch Tierärztin Sabine Schön ging zunächst von diesem Szenario aus und versorgte den Kater mit Schmerzmitteln, um ihn anschließend genauer unter die Lupe zu nehmen. Am Nachmittag stand fest: Kater Harley wurde angeschossen. Deutlich ist das Projektil auf dem Röntgenbild zu erkennen, es zerstörte lebenswichtige Organe, unter anderem seine Lungenflügel.

Mit letzter Kraft schleppte sich Kater „Harley“ am Mittwoch nach Hause. Zu den Füßen seiner Besitzer Sandra Roy und Benjamin Eichhorst brach das Tier zusammen. Der Befund der Tierärztin ist eindeutig: „Harley“ wurde angeschossen. Er überlebte nicht, zu schwer waren die Verletzungen. Nun ist seine Familie auf der Suche nach dem Täter.

„Wir haben uns noch von ihm verabschiedet, dann musste er eingeschläfert werden. Er war nicht mehr zu retten“, sagt die Falkenseerin, die mit Harley ein geliebtes Familienmitglied verlor. „Wir haben ihn bekommen, als er noch ganz klein war. Er hat uns sechs Jahre lang begleitet“, sagt Sandra Roy, die nun Angst um ihre Katze „Sunny“ hat. „Ich habe seit dem Vorfall ständig ein ungutes Gefühl. Kommt Sunny nicht sofort, wenn ich sie rufe, werde ich nervös“, so die Falkenseerin.

Vor einem Jahr zog die kleine Familie in ihr kleines Reihenhaus in der Finkenkruger Straße, derzeit befindet sich das Paar in Elternzeit. „Wir leben quasi auf Sparflamme. Harley nicht behandeln zu lassen war für uns dennoch keine Option“, sagt Benjamin Eichhorst. Über 400 Euro hat die Behandlung beim Tierarzt gekostet, ein Teil des Geldes floss in die Entfernung des Projektils.

„Hier geht es ums Prinzip“

Das Geschoss, das höchstwahrscheinlich aus einem handelsüblichen Luftdruckgewehr abgefeuert wurde, übergab das Paar samt einiger Beweisfotos an die Polizei. „Ich werde alles versuchen, um den Täter zu finden. Hier geht es ums Prinzip“, sagt der Familienvater, der nicht an einen unglücklichen Zufall glaubt. „Wer schießt denn aus Spaß um 8 Uhr morgens mit einem Luftdruckgewehr in der Gegend herum. An einen Unfall glaube ich nicht“, so der Falkenseer.

Er möchte in den kommenden Tagen Flyer an Nachbarn verteilen, um sie zu warnen und so womöglich weitere Hinweise zu bekommen. Eine Nachbarin hatte den Kater kurz vor seinem Zusammenbruch über die Straße rennen sehen und sich bereits bei der Familie gemeldet. „Er hatte seine festen Routen und kann an diesem Tag noch nicht weit weg gewesen sein. Er wusste ja, dass er gegen 8 Uhr sein Frühstück bekommt“, sagt Sandra Roy.

Vorfälle dieser Art kommen in Falkensee häufiger vor

Dass solche Fälle immer wieder vorkommen, weiß die angehende Tierarzthelferin Lisa Schwan, die mitten in ihrer Ausbildung in der Falkenseer Praxis Dr. Andjela Sarcev steckt. „Es sind meistens Zufallsbefunde. Das heißt, dass die Besitzer mit ihren Tieren zu uns kommen und wir erst beim Röntgen feststellen, was ihnen fehlt“, sagt die Auszubildende. Etwa vier Mal im Jahr würden solche Schussverletzungen in ihrer Praxis diagnostiziert. In den meisten Fällen könnten die Projektile jedoch ohne Komplikationen entfernt werden. So viel Glück hatte Harley nicht.

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Dabei war der Tod des 6-jährigen Katers nicht der erste Vorfall im Wohngebiet rund um die Finkenkruger Straße. „Unsere Katze wurde vor einigen Jahren ebenfalls angeschossen, überlebte jedoch. Außerdem hat sie irgendjemand in einen Metallkäfig gesperrt und diesen dann bei den Nachbarn positioniert“, sagt auch Benjamin Eichhorsts Cousine Annika Linnig, die ebenfalls in der Gegend wohnt.

Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen im Fall „Harley“ bereits aufgenommen, bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion West. Sandra Roy und Benjamin Eichhorst setzen ihre Hoffnung auf ihre geplante Flyer-Aktion und weitere Hinweise aus der Nachbarschaft. Eine zweite Katze wollen sie sich vorerst nicht anschaffen. „Bis der Täter nicht gefasst ist, wollen wir das nicht. Wir möchten verhindern, dass so etwas noch einmal passiert“, sagt Benjamin Eichhorst.

Von Laura Sander

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