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Falkensee Fliedners-Theatergruppe führt Krimi auf – und sucht Helfer
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19:27 20.03.2019
Gerüchte ranken sich um das wertvolle Kunstobjekt.
Gerüchte ranken sich um das wertvolle Kunstobjekt. Quelle: Laura Sander
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Falkensee

Das Objekt der Begierde: Ein Falke. Sein Wert: Unschätzbar. Um das wertvolle Kunstobjekt ranken sich Gerüchte, die Mord und Erpressung nach sich ziehen. Bösewichte, Privatdetektive und ein gieriger Kunstsammler verfolgen seine Spur bis nach Falkensee.

Klassischer Krimi und neue Herausforderungen

Im neuen Stück der Fliedners Theatergruppe wird es spannend. Der klassische Krimi stellt die Schauspieler mit und ohne Behinderung vor ganz neue Herausforderungen.

Denn statt sich selber zu spielen, wie in ihrer ersten Inszenierung, schlüpfen die Schauspieler jetzt in die Rolle des Ermittlers, der bösen Schwester oder des Polizisten. „Den Text zu lernen, ist für mich kein Problem. Ich spiele schon seit der Grundschule Theater und kenne das“, sagt Steffie Burmeister, die als intrigante Stiefschwester überzeugt.

Auch ein Privatdetektiv ermittelt im Fall. Quelle: Laura Sander

Neu mit dabei ist Felix Tran. Der 19-Jährige jagt im Stück als Kunstsammler den Schurken hinterher, um endlich den heiß begehrten Falken in den Händen zu halten.

„Als ich ihn dann gefunden habe, ist er eine Fälschung. Da will ich natürlich mein Geld zurück“, so Tran, der ebenfalls einige Erfahrung als Schauspieler mitbringt.

„Meine größte Rolle hatte ich bislang im Stück ,König der Löwen’. Ich habe den bösen Ska gespielt“, sagt der 19-Jährige.

Seit mittlerweile vier Jahren steht die Gruppe gemeinsam auf der Bühne. Seit rund einem Jahr unter neuer künstlerischer Leitung. Ingo Behne ist Sozialpädagoge und Schauspieler beim „Theater Tusdoch e.V.“ in Berlin.

„Das ist nicht mein erstes Theaterprojekt. Ich habe bereits diverse Stücke geschrieben, mache Kindertheater und habe lange mit Menschen mit Behinderung im betreuten Einzelwohnen zusammengearbeitet“, so Behne, der sich für den Falkensee-Krimi den Klassiker „Der Malteser Falke“ von Dashiell Hammett zum Vorbild genommen hat.

„Ich wollte etwas schreiben, das ganz im Gegensatz zum ersten Stück steht. Die Schauspieler sollen in Rollen schlüpfen, die überhaupt nichts mit ihrem Alltag zu tun haben“, sagt Ingo Behne, der auf der Bühne die Rolle des Krimiautoren übernimmt. So könne er gleichzeitig auf der Schreibmaschine tippen und im Notfall soufflieren.

Derzeit arbeitet der Berliner bereits an einer weiteren Inszenierung. Die soll wieder etwas lauter, bunter und glamouröser werden – ein Stück mit mehr Glitzer. Federboas, Goldregen und Katzenohren kamen beim ersten Stück eben am besten an.

Zugriff: Ein Bösewicht konnte dingfest gemacht werden. Quelle: Laura Sander

Die Requisiten für den Krimi, wie der Porzellan-Falke, die Revolver und die Schreibmaschine, stammen vom Flohmarkt. Nach Kostümen wurde in einem großen Berliner Second-Hand-Laden gestöbert.

„Die Stellwände kamen bereits bei der Inszenierung des ersten Stückes zum Einsatz, wie auch die Technik“, so Michaela Bauske, die das Projekt seit der ersten Stunde begleitet.

Neue Licht- und Tontechnik dank MAZ-Sterntaler-Aktion

Licht- und Tontechnik konnte die Gruppe Anfang 2017 anschaffen, MAZ-Leser hatten die Gruppe im Zuge der Sternaler-Aktion mit Spenden unterstützt. Die Schauspieler, die alle in den Fliedners Werkstätten im Osthavelland beschäftigt sind, bedankten sich damals mit einer Aufführung.

Rund zwei Jahre später wird nun der Krimi erstmals öffentlich gezeigt. Am 12. April beginnt um 18.15 Uhr der Einlass in der Spandauer Straße 113. „Und es wird auf jeden Fall spannend“, sagt Bauske.

Felix Tran (Mitte) ist neu in der Theatergruppe. Seine Rolle als Kunstsammler spielt er überzeugend. Quelle: Laura Sander

Ehrenamtliche gesucht!

Aktuell ist die Theatergruppe auf der Suche nach Ehrenamtlichen, die die Schauspieler bei den Proben und Aufführungen unterstützen. Interessierte können sich per Mail an acleve-rudnick@lafim.de wenden.

Von Laura Sander