Landesamt prüft Eintrag der Falkenseer Stadthalle in Denkmalliste
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Falkensee Landesamt prüft Eintrag der Stadthalle in Denkmalliste
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19:11 28.05.2020
Die Blumen täuschen über den tristen Anblick der Falkenseer Stadthalle etwas hinweg.
Die Blumen täuschen über den tristen Anblick der Falkenseer Stadthalle etwas hinweg. Quelle: Foto: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Die Stagnation geht weiter: Zumindest wenn es um das Falkenseer Stadtzentrum geht. Die Abgeordneten konnten sich Mittwochabend nicht darauf einigen, den Bebauungsplan F17A abzuwägen und damit die Zentrumsentwicklung voranzubringen. Zankapfel war dabei die alte Stadthalle.

Einstige Zustimmung

Seit sieben Jahren wird an diesem Projekt gearbeitet. Es geht um den Abriss und den Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses. Dazu hatte es 2017 einen viel beachteten Architektenentwurf und eine breite Bürgerbeteiligung gegeben. Der Siegerentwurf war auf sehr breite Zustimmung gestoßen. Sowohl Fachjury als auch Bürger stimmten für den Entwurf des Falkenseer Büros Gaebel. Auch viele Abgeordneten freuten sich über den gelungenen Wettbewerb und das ansprechende Ergebnis. Von der großen Zustimmung von damals war am Mittwoch nicht mehr viel zu spüren.

Die Stadthalle steht seit Jahren leer. Ihr Abriss war beschlossen.

Rückenwind bekommen die Gegner des geplanten Neubaus von der Denkmalpflege. Die hatte im Abwägungsverfahren zu dem Bebauungsplan erklärt, die Eintragung der alten Stadthalle in die Brandenburgische Denkmalliste als Zeugnis für DDR-Architektur zu prüfen. Sie wollte außerdem die Unterschutzstellung von drei Wohnhäusern in der Bahnhofstraße prüfen.

Denkmalbehörde prüft

Ein Prüfergebnis der Denkmalbehörde liegt derzeit noch nicht vor. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) erklärte, dass er nicht damit rechne, dass die Stadthalle unter Denkmalschutz gestellt wird.

Die Falkenseer Stadthalle war in den 70er- und 80er-Jahre als sogenannter Initiativbau entstanden, ohne bilanziertes Material war kein planmäßig-straffes Bauen möglich gewesen. Der bauliche und geruchliche Zustand des Gebäudes war schließlich so schlecht, dass sich die Abgeordneten für die Aufgabe des Objektes und den Neubau einer Stadthalle entschieden haben. Auch das damals mit breiter Zustimmung. Danach sollte die alte Halle abgerissen und durch einen Neubau mit Wohnungen, Geschäften und Tiefgarage ersetzt werden, um dem Zentrum wichtige urbane Impulse zu geben.

„Wir gehen davon aus, dass das Projekt umgesetzt werden kann“, zeigte sich Heiko Müller optimistisch. Dafür soll das Grundstück verkauft werden, endgültig ist aber dieser Verkauf noch nicht geschehen.

AfD will Marktplatz

Auch ohne die Entscheidung der Denkmalpflege gab es Mittwoch Kritik an dem Bauvorhaben. Ulrich Storm (AfD) erklärte für seine Fraktion, dass sie das bisherige Projekt inzwischen ablehnen und „von Grund auf eine neue Planung“ wollen. Ihm schwebt ein offener Marktplatz für Kultur, Veranstaltungen und Kommunikation mit ganz wenig Randbebauung vor.

Kritik an Fünfgeschossern

Anne von Fircks, Vorsitzende der grünen Fraktion, plädierte für eine weitere Diskussion. Die sei wichtig, denn es gehe hier um „das Herz unserer Stadt“. Die jetzigen Planungen würden einen Fünfgeschosser und auch ein Gebäude von 100 Metern Kantenlänge zulassen.

Angst vor Endlosschleife

Die Verwaltung schlug am Mittwoch vor, das Areal der alten Stadthalle aus dem Bebauungsplan herauszunehmen und den Plan „Zentrum-Campus“ in seinen anderen Teilen zu beschließen. So würden andere Projekte nicht weiter blockiert werden. Dieser Ansicht folgten jedoch nur Abgeordnete der SPD- und der CDU-Fraktion. Die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung jedoch war für eine weitere Verschiebung und Beratung. „Wir befinden uns hier in einer Endlosschleife und müssen uns nicht wundern, wenn ein Investor hier das Handtuch wirft“, kritisierte Daniela Zießnitz, Vorsitzende der CDU-Fraktion, diese Verschiebetaktik.

Von Marlies Schnaibel