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Falkensee Ein Haus aus Lehm
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18:42 26.04.2019
Katrin Plümer und Gereon Legge gaben ein kleines Konzert in dem Lehmhaus. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Ein Haus ganz aus Lehm? Geht denn das? Die Antwort darauf ist in der Falkenseer Clara-Zetkin-Straße zu finden. Architekt Gereon Legge hat hier auf seinem Grundstück ein solches Haus gebaut: Die Wände sind aus gestampften Lehm, sie sind selbsttragend und ohne Verbinder errichtet. 32 Zentimeter Stärke geben ausreichend Halt. Am Freitag wurde das fertige Haus vorgestellt.

Bei der Eröffnung des Lehmhauses in Falkensee. Quelle: Marlies Schnaibel

In dem Gebäude wurde eine Ausstellung eröffnet. Die Hausherren, der Architekt Gereon Legge und die Flötistin Katrin Plümer, hatten dabei für japanische Impressionen gesorgt. Die Wesenberger Keramikkünstlerin Cornelia Nagel stellte ihre Raku-Arbeiten vor. Sie zeigt Objekte, Zeichnungen und Teeschalen und verstärkt dadurch die meditative Wirkung des Raumes.

Raum für Besinnung und Begegnung

Das neue Gebäude ist ein Sommerhaus. Es bietet Raum für Besinnung, aber auch für Begegnungen, für kleine spontane Konzerte oder für eine Teezeremonie. Am Freitag gaben Katrin Plümer und ihr Mann ein Mini-Konzert für Querflöte und Säge.

Einladung zum Wochenende

In den nächsten Tagen stellen die Macher ihr Haus vor und laden Besucher ein. Am Wochenende und am 1. Mai wird Lehmwissen vermittelt, werden kleine Konzerte gegeben, Teezeremonien durch Tan Kutay abgehalten.

Bei der Eröffnung des Lehmhauses in Falkensee. Quelle: Marlies Schnaibel

Den Wunsch, mit Lehm zu bauen, hatte Gereon Legge schon lange. Der aus dem Rheinland stammende Mann hat in seinem Berufsleben viel mit Beton und Holz gearbeitet, er hatte ein Jahr in Japan gewirkt und Erfahrungen gesammelt. Sein Lehmhaus baute er schließlich, nachdem die Familie in Falkensee ein geeignetes Grundstück zum Wohnen und Bauen gefunden hatte.

Beachteter Experimentalbau

Der Experimentalbau entstand in Zusammenarbeit mit dem Berliner Ingenieurbüro Ziegert. Vor zweieinhalb Jahren waren Architekturstudenten aus vielen Ländern mit dabei, die Stampflehmwände zu bauen. Das war schwere körperliche Arbeit: Schicht für Schicht wurde der Lehm in zuvor gebaute Holzverschalungen gestampft.

2016 war mit Bau des Hauses begonnen worden. Quelle: Marlies Schnaibel

Was vor Jahrhunderten durchaus üblich war, ist inzwischen eine außergewöhnliche Technik, die bei Öko- und Nachhaltigkeitsdiskussionen Interesse weckt. Legge setzt auf die warme, natürliche Ausstrahlung des Materials Lehm und ist mit dem Ergebnis hochzufrieden.

Ungewöhnliches Dachgeschoss

Sein Büro hat der Architekt inzwischen auch aus Berlin nach Falkensee verlegt. Dafür hat er dem Wohnhaus aus den 30er-Jahren ein ungewöhnliches, aber stimmiges Dachgeschoss verpasst.

Das Lehmhaus in der Clara-Zetkin-Straße 35 von Falkensee ist am Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Auch am 1., 3. und 4. Mai.

Von Marlies Schnaibel

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