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Falkensee So bringt der Lichtexperte aus Falkensee das Rathaus zum Leuchten
Lokales Havelland Falkensee So bringt der Lichtexperte aus Falkensee das Rathaus zum Leuchten
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08:51 24.12.2019
Der Falkenseer Jörg Puttnins setzt das Rathaus seiner Heimatstadt in fantastisches Licht. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

Licht hat ihn schon immer fasziniert, schon als Steppke hat Jörg Puttnins mit der Taschenlampe rumgespielt. Aus dem Gefunzel ist eine Firma geworden, die weltweit ihre Spuren hinterlässt. Auf vielen Flughäfen sind Leuchtelemente der Falkenseer Firma Light-Tool zu finden.

Licht zum Event gemacht

Jörg Puttnins ist in Falkensee aufgewachsen, der Vater war Elktromeister und Sohn Jörg schlug den gleichen Berufsweg ein, er erlernte den Beruf des Elektroinstallateurs. Als die Firma, bei der er arbeitete, die Schattenseiten der Marktwirtschaft kennenlernte, wurde Puttnins arbeitslos. Das setzte eine Menge Kreativität in dem jungen Mann frei. Mit Gleichgesinnten gestaltete er Events, mixte Kunst, Licht und Musik. So im Alten Lager von Dallgow-Döberitz oder im ehemaligen Heizhaus von Schönwalde.

Firma Light-Tool gegründet

Das machte viel Arbeit, brachte viel Lob, aber wenig Geld. Puttnins schaltete um. Er gründete 2004 seine Firma Light-Tool, die sich als Komplett-Dienstleister für Lichttechnik versteht. Hier gibt es kein Licht von der Stange, hier gibt es individuelle Lösungen, zugeschnitten auf den Raum.

Flexible Leuchten

„Wir machen Licht lebendig“, lautet Puttnins Spruch. So hat er in der Region vieles zum Leuchten gebracht, dauerhaft oder temporär. Etwa beim Berliner Festival of Lights. Die Spandauer Zitadelle, das Badeschiff an der Spree, die Orangerie Charlottenburg und das Zuckermuseum zählen zu den Objekten. Gerade hat er im Karls Erlebnisdorf die Gruselnacht in Szene gesetzt, hat den Garten des Falkenseer Hotels „Kronprinz“ überarbeitet. Die Falkenseer haben in diesem Jahr für eine große Firma in Marzahn, die weltweit agiert, flexible Sonderleuchten gebaut. Auch der neue Musiksaal am Falkenseer Bahnhof hat eine individuelle Beleuchtung aus acht Meter langen Sonderleuchten, die direktes und indirektes Licht ermöglichen, erhalten.

Jörg Puttnins in der Werkstatt. Quelle: Danilo Hafer

Die meisten Falkenseer kennen Jörg Puttnins durch die Installation am Falkenseer Rathaus. Das wird in diesem Jahr bereits das zwölfte Mal zu einer Lichtgestalt. In einem sanften Loop wechseln sich die Farben ab, Strahlen setzen die Architektur mit Fenstern und Säulen und die vor dem Haus stehenden Bäume dramatisch in Szene. Natürlich nicht so dramatisch, dass die Teilnehmer des Straßenverkehrs abgelenkt werden. Aber aus dem Augenwinkel sehen sie schon, wie das Haus zu leben und zu schweben scheint. Anderen ist das mit dem Augenwinkel viel zu wenig, viele kommen, um sich das fließende Farbenspiel am Rathaus anzuschauen, fotografieren und filmen.

Beleuchtetes Rathaus in Falkensee zur Weihnachtszeit. Quelle: Tanja M. Marotzke

„Ich wolle in meine Heimatstadt zeigen, was mit Licht möglich ist“, sagt Jörg Puttnins. Und: „Man könnte noch viel mehr in Falkensee machen.“ Die Weihnachtsbeleuchtung in der Bahnhofstraße ist eben doch arg in die Jahre gekommen. Viele Dörfer oder Kleinstädte haben da mehr zu bieten.

Vielfalt mit LEDs

Dabei geht es Jörg Puttnins nicht um Gigantismus. „Die LEDs sind deutlich effizienter“, sagt er, „sie sind ein Quantensprung. Sie sind viel beweglicher und bunter geworden.“ Nichts erinnert mehr ans zirpende und flackernde Lampen. Der Trend geht immer mehr zu Leuchten, die sowohl warme als auch kalte Anteile haben. Puttnins könnte endlos Vorträge halten über Kelvin-Werte, Phosphorbeschichtungen und Vorsatzlinsen. Er kann aber auch ganz einfach sagen: „Licht ist Emotion.“ Irgendwo steckt da in uns allen noch der Höhlenmensch drin, der sich am Feuer wohlfühlt und deshalb das rot-gelbe Licht mag. „Deshalb ist warmes Licht zur Weihnachtszeit so wichtig, es strahlt Wärme, Geborgenheit, Gemütlichkeit aus“, sagt Jörg Puttnins.

Gestaltung mit Licht

Er selbst bezeichnet sich dabei nicht als Extremschmücker. In der Wohnung wird zur Weihnachtszeit auf echte Kerzen verzichtet – aus Sicherheitsgründen wegen der kleinen Tochter. Jörg Puttnins hat sich aber in seinem Vorgarten ein bisschen verwirklicht, hat Haus und Bäume verkabelt und beleuchtet. Nicht zu viel, wie er sagt. Für ihn ist Licht ein Gestaltungselement. Dabei setzten er und seine Mitarbeiter nicht auf ein wildes Durcheinander, sondern auf eine ästhetische Lösung.

Davon will er weiterhin Planer, Architekten und Hausbesitzer überzeugen. Auf dem neuen Firmengelände, das Light-Tool kurz vor Weihnachten bezogen hat, will er im nächsten Jahr auch ein bisschen zeigen, was mit Licht möglich ist. Der Spitzbunker auf dem Firmengelände soll dann nicht so grau bleiben.

Von Marlies Schnaibel

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