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Falkensee Mit 63 Jahren: Lutz Neumann arbeitet als Bufdi bei der Falkenseer Tafel
Lokales Havelland Falkensee Mit 63 Jahren: Lutz Neumann arbeitet als Bufdi bei der Falkenseer Tafel
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12:41 21.12.2019
Tafel Falkensee Lutz Neumann Bundesfreiwilligendienst Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

Tatenlos zu Hause herumsitzen und nichts tun kommt für Lutz Neumann nicht in Frage. Täglich macht sich der 63-Jährige auf den Weg zur Falkenseer Tafel. Hier leistet er einen Bundesfreiwilligendienst, als sogenannter Bufdi, ab.

Lutz Neumann sortiert die gespendeten Lebensmittel

„Meine Hauptaufgabe ist es die angelieferten Lebensmittel zu sortieren“, sagt der Brieselanger. Dabei achtet er besonders penibel darauf, dass kein Obst und Gemüse mit schlechten Stellen in eine der Kisten für die Ausgabe gelangt.

Lutz Neumann sortiert täglich die gespendeten Lebensmittel. Quelle: Danilo Hafer

Berührungsängste hatte der 63-Jährige anfangs weder mit dem Thema Tafel noch mit der Arbeit und dem Sortieren der Lebensmittel. „Ich bin da nicht so“, antwortet er kurz und knapp.

Seine dunkelblaue Trainingsjacke, die er an diesem Tag trägt, verrät viel über die Vergangenheit des Brieselangers. Lange Jahre war der nämlich Platzwart und kümmerte sich darum, dass der Fußballrasen immer im besten Zustand ist. „Eigentlich bin ich aber gelernter Schlosser, jedoch schon viele Jahre arbeitslos“, sagt er.

Nach der Wende kam die Arbeitslosigkeit

Nach der Wende wurde der Betrieb, in dem Lutz Neumann beschäftigt war, von einem neuen Eigentümer übernommen. Dieser habe zunächst etliche Mitarbeiter entlassen, darunter auch Neumann. „Dann habe ich nie mehr einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden. Jetzt, mit 63, ist der Zug eh abgefahren“, so Neumann.

Um die Kisten höher stapeln zu können, müssen die Transporter der Tafel noch speziell ausgerüstet werden. Quelle: Danilo Hafer

„Ein Bekannter hat mir dann erzählt, dass es die Möglichkeit gibt, bei der Tafel in Falkensee einen Freiwilligendienst zu leisten.“ So hatte er sich schließlich beim Humanistischen Freidenkerbund beworben und wurde genommen. 30 Stunden in der Woche arbeitet der 63-Jährige in der Tafel und bekommt dafür ein Taschengeld.

An der Arbeit bei der Tafel schätzt Lutz Neumann vor allem den Umgang untereinander. „Mit den Kollegen hier kann man auch mal Späße machen“, so Neumann.

Freidenkerbund könnte noch sechs weitere Stellen besetzen

Über engagiert Helfer, wie Lutz Neumann, freut sich auch Volker Mueller, Vorsitzender des Humanistischen Freidenkerbundes. „Der Bundesfreiwilligendienst ist ein wichtiges Standbein unserer täglichen Arbeit in der Falkenseer Tafel“, betont Mueller.

So können Sie helfen

Wer die MAZ-Weihnachtsaktion unterstützten will, nutze bitte das Konto der Falkenseer Tafel bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse DE29 1605 0000 3812 0062 34. Bitte das Kennwort „Sterntaler“ nicht vergessen.

Alle Spenden fließen in voller Höhe dem Verein der Falkenseer Tafel zu. Falls Sie eine Spendenquittung benötigen, vermerken Sie das bitte beim Überweisen.

Zwei Bundesfreiwillige sind dort zurzeit beschäftigt. Dabei könnte der Freidenkerbund acht Stellen besetzen. „Wir freuen uns daher immer über engagierte und kommunikative Menschen, die unsere Arbeit unterstützen möchten. Ob jemand 18 oder 70 Jahre alt ist, spielt dabei keine Rolle“, so Mueller.

Viele Bufdis bleiben der Tafel als Ehrenamtler erhalten

So ergibt sich aus den Bundesfreiwilligendiensten häufig eine langfristige Unterstützung für die Tafel. „Aktuell haben wir vier ehrenamtliche Helfer, die einst Bundesfreiwillige waren und jetzt noch stundenweise bei den alltäglichen Aufgaben aushelfen. Das ist natürlich toll“, betont Mueller.

Für Lutz Neumann endet die Zeit als Bundesfreiwilliger Ende Januar. Für ihn steht jetzt jedoch schon fest, dass er sich weiter ehrenamtlich bei der Tafel einbringen möchte.

Von Danilo Hafer

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