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Falkensee „Masterplan Gutspark“ nimmt Formen an
Lokales Havelland Falkensee „Masterplan Gutspark“ nimmt Formen an
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18:18 08.04.2019
Frühjahrsputz im Bäckerheim-Wäldchen zwischen Elbeallee und Rheinstraße.
Frühjahrsputz im Bäckerheim-Wäldchen zwischen Elbeallee und Rheinstraße. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

 Falkenhain ist schön, aber Falkenhain kann schöner werden. Das hatten sich am Falkenseer Umwelttag auch eine Gruppe Anwohner gesagt und das Wäldchen am ehemaligen Bäckerheim aufgeräumt. Sybille Dietrich war eine von ihnen. So sehr sie sich über den sichtbaren Erfolg der großen Aufräumaktion freut, so groß ist auch ihre Sorge über die Zukunft der Grünfläche.

Mehr Bänke erwünscht

„Die Anlage sollte erhalten bleiben und nicht bebaut werden“, hofft sie für die Zukunft. Und die Anlage soll gezielt gepflegt werden, möglichst mit Sitzgelegenheiten und Begegnungsmöglichkeiten aufgewertet werden. „Wir müssen die Plätze der Stadt attraktiv machen, damit gar nicht der Impuls aufkommt, dort Müll hinzuschmeißen“, sagt sie.

Gutspark, Lindenweiher, Geschichtspark – öffentliches Grün in Falkensee hat nicht gerade Parkcharakter, lädt aber viele zum Wandern und Spazierengehen ein.

Der Umwelttag in Falkensee hat dem Stadtbild gut getan. Wer sich in den öffentlichen Grünflächen umschaut, trifft auf saubere Anlagen. Im Geschichtspark sind am Sonntagvormittag Jogger, Spaziergänger mit und ohne Rollstuhl und Hundebesitzer unterwegs.

Berliner Hunde

Noch mehr Hundebesitzer sind am Falkenhagener See anzutreffen. Ein Blick auf die Kennzeichen der Autos verrät: Fast nur Berliner Hunde und ihre Besitzer sind hier unterwegs. Hinzu kommen viele Menschen mit Nordic-Walking-Stöcken, andere joggen oder schlendern um den See und lauschen den Vogelstimmen. Der See ist das Naherholungsgebiet Nummer 1 von Falkensee.

Ruhe am Lindenweiher

Eine Nummer kleiner ist es der Lindenweiher für die Finkenkruger. Auch er ist beliebt bei Spaziergängern und Vogelfreunden. Fischreiher haben sich auf der Insel im Teich eingerichtet.

Brücke abgerissen

Im Gutspark türmen sich derweil seit Jahren umgefallene Baumstämme und stapelt sich Gestrüpp. Einigen Bänken fehlt die Sitzfläche. Die Brücke über den Schlaggraben ist seit 1. März gesperrt. Sie wird erneuert. „Die Abstimmungen zum Schlaggraben als Landesgewässer sind mit dem Landkreis und dem Land bereits vorgenommen worden“, teilte die Pressestelle auf MAZ-Nachfrage mit.

Inzwischen liegen Angebote mehrerer Baufirmen vor. Der Ersatzbau soll schnellstmöglich erfolgen. Auch die fehlenden Sitzbänke sollen ersetzt werden.

Holz bleibt liegen

Zum Totholz wird erklärt: „Im Gutspark entlang des Radweges sind Stämme und Astwerk als Totholzhecken aufgeschichtet worden. Da solche Hecken zahlreichen Tieren wie Amsel, Zaunkönig und Rotkehlchen einen geschützten Bereich, den diese gerne als Nistmöglichkeit annehmen, bieten, sollen diese liegenbleiben.

Auch kleine Säugetiere wie Igel oder Insekten wie Wildbienen beziehen diese Totholzhecken gern“, gibt die Pressestelle die Antwort der Fachleute weiter und verweist darauf, dass der Waldbereich im Gutspark nach dem Waldgesetz „Wald“ ist und durch die Stadt als „natürlicher Bereich“ behandelt wird.

Wohnen im Grünen

Das Thema „Grün“ ist für Falkensee wichtig. Wird es auch in Zukunft sein, wenn man in das aktuelle Insek, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, blickt. Das war von den Abgeordneten in der zu Ende gehenden Legislaturperiode mühsam und in einem sehr langen Prozess erarbeitet worden.

„Das Wohnen im Grünen, ein gutes Infrastrukturangebot, attraktive Naturräume in der Stadt und der Umgebung sowie nicht zuletzt die Nähe zur Bundeshauptstadt Berlin prägen Falkensee als attraktiven Wohnstandort“, heißt es zum Selbstverständnis der Stadt.

Grünräume pflegen

Der Bereich „Grünräume und Orte der Begegnung“ ist dabei eine zentrale Kategorie. Die Strategie zielt auf die Aufwertung von Grünflächen und die Schaffung neuer Freizeitangebote und Treffpunkte für Jung und Alt. Ausdrücklich sind dort die Erarbeitung von Konzepten für den See, für den Geschichtspark und den Gutspark genannt.

Warten auf Seekonzept

Allein für den Gutspark sind – unter Erlangung von Fördermitteln – eine Millionen Euro veranschlagt. Am Seekonzept wird seit Jahren gearbeitet, vor fünf Jahren war bereits ein 159 Seiten starkes Papier erarbeitet, aber nie abschließend beraten worden. Für dieses Jahr sind zwar Mittel im Haushalt der Stadt dafür eingestellt, die Planung wurde jedoch noch nicht ausgeschrieben.

Masterplan entsteht

Weiter ist man da beim Gutspark. Der „Masterplan Gutspark“ ist beauftragt. Die Planer sind bei der Bestandsanalyse. „Zum Tag der Städtebauförderung am 11. Mai soll es dazu in Falkensee Aktionen geben“, teilt die Verwaltung mit.

Von Marlies Schnaibel