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Falkensee Mauerpilgern in Falkensee und Staaken
Lokales Havelland Falkensee Mauerpilgern in Falkensee und Staaken
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16:20 14.10.2019
Erinnerung an der Stadtgrenze. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Vor 30 Jahren haben sich viele Menschen im Osten auf den Weg gemacht. Auch in Falkensee. Genau daran will die Evangelische Kirchengemeinde in Seegefeld anknüpfen. Sie lädt für den 9. November 2019 zum Pilgern auf dem Mauerweg ein, sie lädt Menschen ein, sich auf den Weg zu machen.

Mit Mut und Zuversicht

„Pilgern, das heißt auch, sich etwas zuzumuten“, sagt Pfarrerin Gisela Dittmer. Wobei für sie im Wort „zumuten“ der Bestandteil „Mut“ der Wichtigste ist. Das Mauerpilgern heute soll an den Aufbruch vor 30 Jahren erinnern. Der Weg diesmal führt vom Bahnhof Albrechtshof über den Geschichtspark zur einstigen Grenze und auf dem Mauerweg bis zum Eiskeller, dieser geografischen Grenzbesonderheit.

„Es soll ein Tag werden mit Gebeten, mit Liedern, Erinnern, Besinnen. Und mit Gesprächen“, blickt Gisela Dittmer voraus.

Angebot für Neu-Falkenseer

„Unser Grundgedanke ist, dass jeder, der kommt, auch jemanden mitbringt“, sagt die Pfarrerin, „gerne auch Neu-Falkenseer. Damit sie ein Gefühl bekommen, was es hieß, mit einer Grenze zu leben.“ Drei Zeitzeugen stehen an der Strecke für ein Gespräch bereit. Die Mauergedenkstätte an der Spandauer Straße, die vor 30 Jahren Max-Reimann-Straße hieß, gibt in Text und Bild eine gute Übersicht und vermittelt Fakten.

Falkenseer Mauerweg und Mauergedenkstätte an der Spandauer Straße. Quelle: Marlies Schnaibel

Das Pilgern auf dem Mauerweg beginnt am 9. November am Bahnhofs Albrechtshof, wo heute die Grenze zu Berlin verläuft. Vor 30 Jahren verlief sie dort nicht, weil ein Teil Spandaus, nämlich das geografische West-Staaken, politisch zur DDR gehörte. Die Pilgerer können im Anschluss an die Wanderung an der Gedenkveranstaltung in der Heilig-Geist-Kirche in Falkensee teilnehmen.

Berichte von Zeitzeugen

Die Stadt Falkensee, die Kirchengemeinde, der Evangelische Kirchenkreis und die städtischen Kultureinrichtungen haben die Veranstaltung vorbereitet. Vorgetragen werden Zeitzeugenberichte sowohl zum Mauerbau als auch zur Maueröffnung.

In Falkensee wurde die Spandauer Straße geöffnet. Quelle: Archiv

Die Falkenseer erlebten ihren Mauerfall am 13. November gegen 18 Uhr. Von der überraschenden Verkündigung über die Maueröffnung am Abend des 9. November bis zum 13. November hatte es gebraucht, um die unterbrochene Straßenverbindung zwischen Falkensee und Spandau wieder herzustellen.

Film „Zeitenwende im Rathaus“

Provisorisch wurde ein Stück Asphalt ausgebracht, am 13. November öffnete sich dann auch in Falkensee der Schlagbaum. Das Jubiläum des „Falkenseer Mauerfalls“ wird am 13. November 2020 genutzt, um den Film „Zeitenwende“ von Heide Gauert zu zeigen. Im Rathaussaal ist er an dem Tag zu sehen.

Der Berliner Mauerweg ist ein Teil der Falkenseer Stadtgrenze. Quelle: Marlies Schnaibel

Die Filmemacherin hatte vor zehn Jahren einen Dokumentarfilm über die Mauer und ihren Niedergang gefertigt. Bislang unveröffentlichtes Archivmaterial, aktuelle Aufnahmen und Interviews lassen die Schicksalstage von Falkensee beim Mauerfall vor 30 Jahren lebendig werden.

Bilder in Schönwalde

In Schönwalde-Glien wird bereits am 25. Oktober auf „30 Jahre Mauerfall“ eingestimmt. Im Rathaus wird dazu eine Ausstellung gezeigt, an der sich Künstler aus der Region beteiligen.

Einen besonderen Platz in der deutschen Teilungsgeschichte nimmt die Staakener Kirche ein. Nach der Teilung Staakens lag das Gotteshaus plötzlich in der DDR, die Grenze verlief direkt an der Friedhofsmauer.

Die Dorfkirche von Staaken am Nennhauser Damm: Die Mauer befand sich genau vor der Kirche. Quelle: MAZ/Mende

An den Mauerfall und die 1990 erfolgte Wiedereingliederung des Staakener Teils nach Berlin wird hier auf vielerlei Art erinnert. Für den 6. November wird zum Gesprächsabend „Wo Mauern fallen……30 Jahre Ost und West“ mit Pfarrerin Evelyn Frenzel in die Dorfkirche Alt-Staaken eingeladen.

Von Spaltung und Versöhnung

Am 8. November machen sich die Staakener auf einen Ökumenischen Pilger- und Gedenkweg von Staaken bis Kladow unter dem Motto „Spaltung und Versöhnung, Tod und Leben, Abbruch und Neubeginn, Suchen und Finden“. Los geht es an dem Tag am Mahnmal für Willi Block, gelegen an der Ecke Finkenkruger Weg und Albrechtshofer Weg.

Wanderung auf dem Mauerweg

8. November Pilger- und Gedenkweg von Staaken bis Kladow, Beginn um 13.30 Uhr an der Ecke Finkenkruger/Albrechtshofer Weg, gegen 14.45 Uhr Kurzandacht „Versöhnte Einheit“ in der Kirche Alt-Staaken.

9. November Pilgern auf dem Mauerweg von Albrechtshof bis Eiskeller und zur Heilig-Geist-Kirche Falkensee, Beginn um 12.05 Uhr am Bahnhof Albrechtshof.

13. November Filmvorführung „Zeitenwende“ im Rathaus Falkensee, 15 und 18 Uhr.

Für den 9. November wird zur Langen Staakener Chornacht in die Zuversichtskirche am Brunsbütteler Damm 312 eingeladen. Es singen unter anderen: die Spirit Singers, Kammerchor Cantiamo, be:one, Kantorei zu Staaken, Cappella Vocale Berlin, Frauenchor Spandau und Berliner Chorfreunde.

Von Marlies Schnaibel

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