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Falkensee Mehrweg für alle: So soll Falkensee nachhaltiger werden
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17:49 14.11.2019
Maia Kubis füllt in ihrem Café Maiko am Bahnhof einen mitgebrachten Becher aus der MAZ-Redaktion. Quelle: Vivien Tharun
Falkensee

Schnell aus dem Bett gesprungen, angezogen und ab zur Arbeit nach Berlin: Etwa 9000 Pendler hat Falkensee. Viele davon fahren mit der Bahn und machen vor dem Einsteigen in den Zug alle dasselbe – sie holen sich einen Kaffee im Wegwerfbecher. Das verursacht Müll und verbraucht Ressourcen.

>>LESEN SIE AUCH: Mehrwegbecher zur Müllvermeidung: Sportverein in Falkensee will die ganze Stadt anstecken

Die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 hat ein Konzept erarbeitet, das den herumliegenden Kaffeebechermüll einschränken soll: „Falkenseer sollen die Möglichkeit haben, ihren eigenen Behälter in einem Laden auffüllen zu lassen“, sagt Olaf Schwetje von der Lokalen Agenda 21.

Schwetje habe darum Cafés und Geschäfte in Falkensee entweder angeschrieben oder persönlich besucht, um die Betreiber für das Projekt „Kaffeegenuss im Mehrwegbecher“ zu gewinnen. „Einige hatten Bedenken, dass sie Hygienebestimmungen nicht einhalten würden, wenn sie mitmachen“, sagt Schwetje. Darum habe er beim Gesundheitsamt des Landkreises nach den Bedingungen zum Befüllen privater Becher gefragt. „Das ist leichter als viele denken“, sagt er.

Olaf Schwetje von der "Lokalen Agenda 21 Falkensee" zeigt auf den kleinen runden Aufkleber, der Kunden deutlich macht, dass sie ihre eigenen Becher in diesem Geschäft mit Kaffee befüllen lassen können. Quelle: Vivien Tharun

Anhand der Antwort des Amtes konnte die Umweltgruppe einen Leitfaden erstellen, den Schwetje Interessierten Café- und Ladenbesitzern zur Verfügung stellt. Im Schreiben des Amtes steht, dass es die Mehrwegaktion für den Umweltschutz begrüße.

Das erste Café, das mitgemacht hat, war das vegane „Café Maiko“ am Bahnhof. „Ich habe sofort auf Herrn Schwetjes E-Mail geantwortet, als er fragte, ob wir mitmachen möchten“, so Inhaberin Maia Kubis. Im „Café Maiko“ gehört Nachhaltigkeit zum Konzept. „Darum beteiligen wir uns auch schon am Pfandbechersystem ’Recup’.“

Das kommt gut an: Nach den Aussagen Kubis’ hätten Kunden sogar nach früheren Öffnungszeiten gefragt, damit sie ihren Kaffee nicht woanders in Einwegbechern kaufen müssten. „Daher öffnen wir in der kalten Jahreszeit nun schon um 7 Uhr.“ Und übrigens: Wer Speisen aus dem Café mitnehmen möchte, darf auch dafür die eigene Tupperdose nutzen.

Weitere Läden, die beim Mehrwegsystem mitmachen, sind „Denn’s Bioladen“, „Jannys Eis“ und das Geschäft „Biofreunde“. „Auch drei Filialen der Bäckereikette Thonke sind dabei“, weiß Schwetje. Er sei angenehm überrascht gewesen, dass Thonkes Bereichsleiter Klaus Brunow gleich zugestimmt habe.

An den Eingangstüren all dieser Geschäfte klebt nun ein runder beige-grüner Aufkleber, der auf das Umweltprojekt aufmerksam macht. Darauf sind drei verschiedene Kaffeebehälter zu sehen: „Wir möchten damit zeigen, dass jedes Trinkgefäß befüllt werden kann“, erklärt Schwetje.

Vom einfachen Steingut- bis zum Thermobecher. Die Voraussetzung fürs Befüllen: Die Oberfläche der Becher muss glatt, leicht zu reinigen und sauber sein.

„Die Umweltgruppe möchte, dass bei den Kunden die Hemmschwelle sinkt, den eigenen Mehrwegbecher auf den Weg zur Arbeit mitzunehmen“, sagt Schwetje. Das habe viele Vorteile: weniger Müll quillt aus den öffentlichen Abfalleimern, wertvolle Ressourcen, die zur Herstellung der Einwegbecher nötig sind, werden geschont und die Ladenbetreiber sparen Geld, da sie weniger Behälter bestellen müssten.

Genau wie sich der „Big Bag“, den die Umweltgruppe vor zehn Jahren für die Laubabfuhr angeregt hatte, in Falkensee etabliert habe, sollen auch Mehrwegbecher für Kaffee zur Selbstverständlichkeit werden.

Im nächsten Schritt wünscht sich Schwetje, dass sich auch die Falkenseer Tankstellen beteiligen, weil sie viel Kaffee verkaufen, und dass die involvierten Läden auf der Internet-Karte der Berliner Bewegung „Better World Cup“ erscheint. Dafür sei die Umweltgruppe schon mit der Bewegung in Kontakt.

„Auf der Übersicht sind alle Berliner Läden verzeichnet, die an einer Pfandbecher- oder Nachfüllaktion dabei sind“, sagt Schwetje. Und Falkensee mit seinen vielen Berlinpendlern gehöre einfach auch auf diese Karte.

Wer mit seinem Geschäft bei „Kaffeegenuss im Mehrwegbecher“ mitmachen möchte, kann eine E-Mail schreiben an: umwelt@agenda21-falkensee.de. Das Projekt und der Aufkleber für die Tür sind kostenlos. Die Lokale Agenda 21 Falkensee freut sich außerdem über Menschen, die die Projekte der Gruppe aktiv unterstützen möchten. Der Kontakt erfolgt über E-Mailadresse.

Von Vivien Tharun

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