Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Falkensee Neue Glocken für Falkenseer Kirche
Lokales Havelland Falkensee Neue Glocken für Falkenseer Kirche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 23.04.2018
Glockenweihe in Falkensee. Quelle: Hubert Frank
Falkensee

Wenn 16 Mitglieder der Falkenseer Gemeinde St. Konrad von Parzham im Alter zwischen 8 und 88 Jahren nach Gescher ins Münsterland fahren, muss sie dort etwas Aufregendes erwarten. Tatsächlich verfolgten die Interessierten im Dezember 2017 den spannenden Prozess des Gusses ihrer neuen Kirchenglocken. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat sie bei einem Festgottesdienst geweiht.

„Das habe ich in 28 Jahren als Priester noch nicht erlebt“, erzählte Pfarrer Thorsten Daum, als er über die Seltenheit dieses Brauches sprach. „Die Lebenszeit einer Glocke erstreckt sich über Jahrhunderte.“ Entsprechend groß wurde dieser Tag gefeiert, der in das Jahr des 200. Jahrestags der Geburt des Namensgebers der Gemeinde, Konrad von Parzham, fällt.

Die kleine Glocke wurde nach Gottesmutter Maria benannt

Passend zu diesem Anlass wurde eine der beiden Glocken dem 1934 heiliggesprochenen Laienbruder aus dem Kapuzinerorden geweiht. Der Bauerssohn war nach seiner Profess – einem Versprechen, nach einer bestimmten Ordensregel zu leben – ab 1852 Pförtner in Altötting. Er zeichnete sich durch große Demut und seine Sorge für die Armen und Hilfsbedürftigen aus. Seine Heiligsprechung sowie die dazugehörigen Feierlichkeiten sollten ein Zeichen des geistigen Widerstandes gegen die Ideologie des Nationalsozialismus darstellen.

Die zweite, etwas kleinere Glocke wurde nach der Gottesmutter Maria benannt und soll an zwei Kapellen in Schönwalde-Glien und Finkenkrug erinnern, die eben dieser galten und seit kurzer Zeit geschlossen sind.

Kirchengemeinde 1934 gegründet

Die katholische Gemeinde St. Konrad von Parzham wurde 1934, im Jahr der Heiligsprechung des Bruders Konrad, wie ihn die Gemeindemitglieder nennen, gegründet. Seitdem sorgte eine Eisenglocke für das tägliche Geläut. „Als ich im Oktober das Amt übernahm, betrieb ich die Glocke noch mit Hand und Seil“, verriet der Nachfolger des in Ruhestand gegangen Pfarrers Clemens Pullwitt. Das neue Geläut funktioniere vollständig automatisch, wie Pfarrer Daum ergänzte.

Der Ursprung des Brauches der Glockenweihe ist nicht abschließend geklärt. Während viele davon ausgehen, dass die erste Weihung im Jahre 986 in Rom vorgenommen wurde, versuchte Karl der Große anderen Überlieferungen zufolge bereits 789, eine solche zu verbieten.

Insbesondere im Mittelalter dienten Glocken als wichtiges Informationsmittel. „Läuteten die Glocken, war das oft ein Zeichen dafür, dass etwas geschehen ist“, erklärte Thorsten Daum. Diese besondere Bedeutung wurde durch eine Segnung gewürdigt, die stets einem Bischof vorbehalten war.

Mit Weihwasser besprengt

Um die Tradition zu erhalten, wird dieses Ritual bis heute begangen. So ließ es sich der Metropolit der Berliner Kirchenprovinz und damit Oberhaupt von 400 000 Katholiken, Heiner Koch, am Sonntag nicht nehmen, die im Münsterland gegossenen Glocken zu weihen. „Das ist für uns natürlich eine große Ehre“, freute sich Pfarrer Daum.

Dem Brauch entsprechend sprach der Bischof nach seiner Predigt ein Weihegebet. Anschließend besprengte er die Glocken mit Weihwasser und salbte sie an vier Stellen mit Chrisamöl. Dann wurde die Glocken ein erstes Mal angeschlagen, wobei die beim Gottesdienst anwesenden Kinder den Bischof unterstützen durften.

„Die Weihe verbindet uns innerhalb der Gemeinde sehr“, ist sich auch der in Spandau predigende Pfarrer Daum sicher. Seit dem Mauerfall sei diese deutlich größer geworden, auch lebendiger. Viele Menschen aus den alten Bundesländern, insbesondere Berliner, hätten in den letzten Jahren die Gemeinde bereichert.

Erstmals sollen sie am 29. April läuten

Bis Pfarrer Daum, Pfarrer Pullwitt, der in die Vorbereitungen und Planungen der Weihe maßgeblich involviert war, langjährige und neue Gemeindemitglieder sowie alle Falkenseer das neue Läuten hören werden, vergehen noch einige Tage. Am Sonntag, 29. April, sollen die mit den Glocken der übrigen Falkenseer Kirchen abgestimmten Klänge zum ersten Mal für wenige Minuten ertönen. Am Montag wurden sie per Kran an ihren Platz im Kirchturm gebracht. Vielleicht für die nächsten Jahrhunderte.

Von Jerome Müller

Beim 24. Umwelttag in Falkensee beteiligten sich so viele Gruppen wie noch nie. Von der Klobrille über einen Nachttopf bis zum alten Fahrrad holten die Helfer nahezu alles aus der Natur. Am Ende kamen 50 Kubikmeter Siedlungsmüll zusammen.

22.04.2018

Drei Pianistinnen vereint an nur einem Instrument – das erlebten die Besucher des Konzertes von Some Handsome Hands am Wochenende in der Falkenhagener Kirche. Es war Teil der 19. Falkenseer Musiktage. Am Ende spielte auch ein Zuschauer mit.

23.04.2018

Mit Steinen haben Unbekannte die Fenster des AfD-Wahlkreisbüros von Landtagsabgeordneten Rainer van Raemdonck zerstört. Verletzt wurde niemand, es entstand hoher Sachschaden.

23.04.2018