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Neuer Ort für junge Kunst in Spandau

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11:03 27.06.2020
Die imposante Wehranlage der Zitadelle Spandau kann wieder bei Führungen erkundet werden. Quelle: promo
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Spandau

Spandau erwacht wieder. Zumindest kulturell. Vor allem die Zitadelle bringt sich wieder ins Gespräch, aber auch andere Ausstellungsorte zeigen Neues. Die Spandauer bieten eine neue Ausstellung in der Galerie Historischer Keller, eine Ausstellung im neuen Kunstquartier Bombentrichter e. V., bieten wieder öffentliche Führungen auf der Zitadelle an und haben das Archäologische Fenster geöffnet.

Historischer Keller. Quelle: Kunstamt

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Der Historische Keller in der Carl-Schurz-Straße hat seine eigene Atmosphäre. Auf diese lassen sich die Künstlerinnen Cécile Belmont, Marula Di Como, Eleni Papaioannou und Birgit Szepanski ein. Die vier Frauen stellen unter dem Titel „Zeit Ort Raum“ zeitgenössische Kunst aus. Sie zeigen textile Bilder, Papiercollagen, Videoarbeiten mit Gartenvisionen und Wolkenkonstellationen und unterbreiten ein Archiv mit Fundstücken aus Natur und Büchern. In ihren Arbeiten wird das Thema „Archäologie“ auf ganz verschiedene Weise umgesetzt.

Im neuen Kunstquartier Bombentrichter e. V. ist „Süßes Elend I“ zu sehen. Für den 3. Juli ist die Ausstellungseröffnung angekündigt: um 19 Uhr mit „Apocalypse Reloaded“ von Mirjam Schaub, um 20 Uhr „Schmerz“ von Byung-Chul Han und um 21 Uhr beginnt eine Performance von Anna Erdlenbruch. Die Ausstellung junger Kunst wird mit Mitteln des Fonds Dezentrale Kulturarbeit, Kulturamt Spandau, gefördert.

Kultur und Geschichte

Neben den beiden Ausstellungsräumen lädt auch ein Spandauer Kulturklassiker ein. Öffentliche Führungen auf Zitadelle sind im Juli wieder möglich. Der Juliusturm bleibt aber vorerst geschlossen. Jeden Samstag und Sonntag können Besucher die imposante Anlage erkunden. Die Spandauer Zitadelle gilt als eine der besterhaltenen Renaissancefestungen Europas. Sie ist heute Kulturstandort und Geschichtsinsel zugleich. Aufgrund der Corona-Situation ist die Teilnehmerzahl auf 15 Personen begrenzt, die Teilnehmer werden gebeten, sich in eine Liste einzutragen.

Ausstellung auf der Zitadelle Spandau Quelle: promo

Geöffnet hat ab Juli auch wieder das Archäologische Fenster auf der Zitadelle. In der Westkurtine können die Besucher die frühe Geschichte des Ortes kennenlernen. Ein Grabungsfeld zeigt Überreste einer slawischen Holz-Erde-Mauer, die darauffolgende steinerne Burgmauer und die Schlossanlage aus der Renaissancezeit. Außerdem sind jüdische Grabsteine zu sehen, die vermutlich im 15. Jahrhundert vom jüdischen Friedhof in Spandau entfernt und für den Bau der Burg genutzt wurden.

Orte der Kunst in Spandau

Galerie Historischer Keller in der Carl-Schurz-Straße 49/51 von Spandau, geöffnet mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Kunstquartier Bombentrichter e. V. in der Schönwalder Straße 44 von Spandau, geöffnet ist der neue Kulturort donnerstags bis sonnabends von 17 bis 20 Uhr.

Zitadelle Spandau Am Juliusturm 64 von Spandau. Führungen ab Juli jeden Sonnabend und Sonntag ab 11 und ab 14 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.

Eine Hörinstallation erschließt die Bedeutung der Fundstücke durch das Verlesen der Inschriften in Hebräisch sowie in deutscher und englischer Übersetzung.

Enthüllt auf der Zitadelle

In der Zitadellen-Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ sind seit Ende Mai und mit Blick auf das Ende des Zweiten Weltkrieges temporär Objekte und Installationen zu sehen. Sie thematisieren die Spuren jener Zeit bis in die Gegenwart und zeigen zumeist sichtbare Versuche, nationalsozialistische Symbole und Zeichen der Wehrmacht unsichtbar zu machen.

Von Marlies Schnaibel