Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Falkensee Vor 25 Jahren wurde die Owa gegründet
Lokales Havelland Falkensee Vor 25 Jahren wurde die Owa gegründet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:33 19.03.2019
Der Hennigsdorfer Wasserwerk wird derzeit umgebaut: Die alten Filterkessel werden ersetzt.
Der Hennigsdorfer Wasserwerk wird derzeit umgebaut: Die alten Filterkessel werden ersetzt. Quelle: Owa
Anzeige
Falkensee

Der Supersommer hat der Owa gut getan. Betriebswirtschaftlich gesehen. Sie verkaufte 7,45 Millionen Kubikmeter Trinkwasser, eine Million mehr als im Jahr zuvor.

Aber auch ohne Supersommer steht der Betrieb gut da. Die Osthavelländische Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung mit Sitz in Falkensee ist eine regionale Erfolgsgeschichte. Das wurde am Montag auf einer Festveranstaltung in Groß Behnitz feierlich begangen.

Jürgen Bigalke und Andreas Schulz gehören zu den Gründern der Owa. Quelle: Marlies Schnaibel

Zwei Männer vom Anfang waren gestern auch dabei: die Ex-Bürgermeister Jürgen Bigalke aus Falkensee und Andreas Schulz aus Hennigsdorf. Gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Veltener Bürgermeister Günter Hellwig hatten sie am 9. März 1994 in einem Notariat am Kudamm die Owa-Gründungsurkunde unterzeichnet.

Weitsichtige Entscheidung

„Was technisch sinnvoll zusammengeführt war, wollten wir belassen und nicht zerschlagen“, sagte Andreas Schulz rückblickend. Nicht überall war man so weitsichtig, würdigte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller die Entscheidung von damals. Falkensee ist der größte der zehn Owa-Gesellschafter.

Dem offiziellen Gründungsakt vom Kudamm waren damals turbulente Zeiten vorausgegangen. In DDR-Zeiten waren Wasser- und Abwasserfragen bezirksweise geregelt.

Wandbild von 1974 im Owa-Firmensitz Falkensee. Quelle: Marlies Schnaibel

„Mit der Wende wurde alles anders“, erinnert sich Günter Fredrich, der heutige Owa-Geschäftsführer. Aus dem VEB wurde eine GmbH, die der Treuhand unterstellt war. Das Ganze wurde einem Eigentümerverein übergeben, in dem 399 Kommunen vertreten waren.

Großer Eigentümerverein

„Das war in der Art nicht zu strukturieren“, blickte Fredrich zurück und gesteht, er hatte damals die naive Hoffnung, so ein Übergang würde staatlich begleitet und gelenkt werden. „Aber es kam der freie Fall“, wertete er das damalige Geschehen. Der Eigentümerverein beschloss die Liquidation, alles zerfiel in kleine Einheiten.

„Wir sind heute die fünftgrößte Einheit im Land“, sagte Günter Fredrich, auch dank der Voraussicht der vor 25 Jahren agierenden Kommunen Hennigsdorf, Velten und Falkensee. Die Trinkwasserversorgung blieb so in einer Hand, beim Abwasser – wo große Gebührenunterschiede bestanden – gelang das so nicht. Hier bildeten die Kommunen Eigenbetriebe, in deren Auftrag die Owa agiert.

Klärwerk GmbH in Wansdorf. Quelle: Konrad Radon

So war ein effektives Arbeiten im Sinne der Kunden und Kommunen möglich. Waren es zu Owa-Beginn 16700 Kunden, werden heute fast 40000 betreut. Der Anschlussgrad bei Trinkwasser und Abwasser ist bei fast 100 Prozent, lediglich im Zweckverband Havelländisches Luch (Friesack) ist er geringer. Das Rohrnetz für Trinkwasser wurde fast verdreifacht. Die leidigen Wasserverluste vom 25 Prozent auf 5 Prozent gesenkt.

Großkunden in Oberhavel

Die Owa betreut den kleinen Einzelkunden wie den Großbetrieb. Der größte Wasserabnehmer ist die Fleischfabrik in Perwenitz, dann folgen vier große Abnehmer in Oberhavel: die Kliniken Sommerfeld und in Hennigsdorf das Krankenhaus, das Stahlwerk und Bombardier.

Hennigsdorf ist auch die derzeit größte Baustelle des Betriebes. Das Wasserwerk wird gründlich umgebaut. Die acht alten Filterkessel werden durch neue ersetzt. Das größte der sieben Wasserwerke der Owa bleibt aber Staaken.

Das alte Wasserwerk in Staaken. Quelle: Marlies Schnaibel

88 Millionen Euro hat die Owa in ihre Trinkwasseranlagen gepumpt, 219 Millionen Euro wurden in die Eigenbetriebe Abwasser investiert. Die stabile Versorgung mit gutem Trinkwasser und die sichere Entsorgung des Abwassers – die Aufgabe hat die Owa gut erfüllt, lobten auf der Festveranstaltung Ludger Weskamp, Landrat von Oberhavel, und Elke Nermerich, Vizelandrätin im Havelland.

Festveranstaltung in Groß Behnitz Quelle: Marlies Schnaibel

Auf die erfolgreiche Betriebsgeschichte wurde am Montag mit Mineralwasser und Sekt angestoßen. Am 10. August wird in der alten Maschinenhalle Staaken ein großes Betriebsfest gefeiert.

Von Marlies Schnaibel