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Falkensee Vierfach für bessere Kulturpolitik
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01:16 12.01.2019
Die Vorsitzenden von vier Falkenseer Fördervereinen unterschrieben Mittwoch ein gemeinsames Positionspapier zur Kulturpolitik. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

 So hat man diese vier Falkenseer noch nie zusammen gesehen: Die Vorsitzenden von vier Fördervereinen der großen städtischen Kultureinrichtungen traten gemeinsam öffentlich auf und unterzeichneten Mittwochabend im Museum ein Positionspapier. Das haben sie programmatisch mit „Für die Stärkung der Kulturpolitik in Falkensee“ überschrieben.

Anregung aus dem Museumsförderverein

Die Idee, die vier Vereine auf diese Art zusammenzuführen, hatte Torsten Bathmann, der neue Vorsitzende des Museumsfördervereins. Gemeinsam mit den Vereinsvorsitzenden Stefanie Witt (Bibliothek), Ingrid Kaufmann (Becher-Kulturhaus) und Heinz Cornel (Haus am Anger) hatte er ein Positionspapier erarbeitet, das Nachdenken und Diskussionen über die Kulturpolitik in der Stadt anregen soll und zu Verbesserungen in dem Bereich führen kann.

Mehr als Ornament

Ausgehend von dem Satz „Kultur ist kein Ornament. Sie ist das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft steht“, die sie dem Schlussbericht der Enquete-Kommission zur Kultur in Deutschland entnahmen, beschreiben die vier Falkenseer den Stellenwert, den Kultur in Falkensee hat. Die Kultureinrichtungen bieten ein lokales, qualitativ hochwertiges Angebot – und das seit Jahrzehnten. Und das aber auch seit Jahrzehnten in ziemlich unveränderten Rahmen.

Anteil der Kommune

Heinz Cornel vom Haus am Anger verwies darauf, dass die Stadt die Arbeit der Kultureinrichtungen ermöglicht hat. „Nicht jede Kommune war so klug, das zu tun“, sagte er. Er verwies aber auch darauf, dass die Stadt ihre Einwohnerzahl seit der Wende mehr als verdoppelt hat – die Personalausstattung der Kultureinrichtungen blieb jedoch seit 1995 gleich.

Die vier großen K

Mit dem Positionspapier geht es jedoch nicht vordergründig darum, hier um eine halbe Hausmeisterstelle und da um einen neuen Computer zu kämpfen. Vielmehr wollen die Vereinsvorsitzenden der vier großen K, wie sie es selbst nennen, mit dem Papier den Grundstein für ein Gespräch legen, das Kultur in den Fokus einer erfolgreichen Stadtentwicklung rückt.

Blick auf Insek

Torsten Bathmann verwies zudem auf den Stellenwert der Kultureinrichtungen und ihrer Vereine, wenn es um die urbane Qualität einer Stadt geht, wenn es um sozialen Zusammenhalt und lokale Identität gehe, wie sie im Insek, dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept festgeschrieben ist. Bei der Entwicklung einer gemeinsamen Stadtgesellschaft spielt der Bereich Kultur eine große Rolle. Diese Erkenntnis wollen die vier Falkenseer auch bei anderen Falkenseer fördern – bei der Stadtverwaltung, bei den Abgeordneten, bei anderen, vielleicht bisher nicht einbezogenen Bürgern. Der Bogen wird dabei vom neuen Computer bis zu anspruchsvoller Baukultur gespannt.

Aus dem Positionspapier der Vereine:

1. Es war eine richtige Entscheidung nach der Wende, die Kultureinrichtungen zu erhalten... Das Niveau nun nicht nur zu konservieren, sondern auch weiterzuentwickeln, erfordert Kooperationen über bewährte Tätigkeitsfelder hinaus.

2.Kultureinrichtungen tragen wesentlich zur Belebung des städtischen Lebens in Falkensee bei, sind wichtige Stütze für das Bildungswesen, fördern innovative Ideen, ermutigen zu Kreativität und Selbstverwirklichung...

3. Kultureinrichtungen können die neuen Herausforderungen meistern. Dafür brauchen sie aber die geeignete bauliche Infrastruktur und den Personalbestand...

4. Wir brauchen in unseren Kultureinrichtungen eine sachgerechte und exzellente Ausstattung (Technik, Einrichtungen, Informationsmedien) auf der Höhe der Zeit...

5. Kultur wird von Menschen für Menschen gemacht... Es ist dringend an der Zeit, die Kultureinrichtungen personell zu stärken.

6. Die Fördervereine engagieren sich im Ehrenamt... Das Ehrenamt braucht dafür starke Partner – also starke Kultureinrichtungen, um diese Partnerschaft mit Leben erfüllen und auch in Zukunft erfolgreich gestalten zu können.

Das frisch unterschriebene Positionspapier wurde am Mittwochabend schon mal an Bürgermeister Heiko Müller (SPD) übergeben..

Das Papier wurde Bürgermeister Heiko Müller übergeben. Quelle: Tanja M. Marotzke

„Wir halten die vier Einrichtungen für wichtig, es wird nicht über Abbau oder ähnliches diskutiert“, sagte er, verwies aber auch auf andere kulturelle Einrichtungen in der Stadt wie das Bürgerhaus, den bisher noch recht wenig genutzten Musiksaal oder die Stadthalle als großen Kulturort.

Da wurde in den vergangenen Jahren viel investiert. „Wir wollen die Einrichtungen weiterentwickeln“, sagte er mit Blick auf Infrastruktur und Personal, „mit Augenmaß.“ Den Blick dafür zu weiten, dazu will das Positionspapier anregen.

Von Marlies Schnaibel

Vier Kilo Limetten und Unmengen an Eis verarbeitet Enrico Hübner an einem ganz normalen Abend. Seine kleine „Rumbar“ in Falkensee hat grade einmal 20 Plätze, ohne Reservierung geht hier gar nichts. Und obwohl der 38-Jährige offiziell nur einmal in der Woche öffnet, hat er bereits seinen eigenen Fan-Club.

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