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Falkensee RB 14 fällt fünf Wochen aus: Für Pendler brechen schwere Zeiten an
Lokales Havelland Falkensee RB 14 fällt fünf Wochen aus: Für Pendler brechen schwere Zeiten an
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09:26 16.02.2020
Hinweisschilder am Falkenseer Bahnhof zeigen, was auf die Bahnnutzer in den nächsten Wochen zukommt. Quelle: Danilo Hafer
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Falkensee

Einen Vorgeschmack auf das, was die Pendler auf der Bahnstrecke zwischen Nauen und Berlin in den kommenden Wochen erwartet, gab es schon an diesem Freitag. Ab 8.30 Uhr fielen die Züge der Linie RB14 aus. Nicht jeder Zugreisende war darauf vorbereitet.

Für zusätzliches Chaos und viele ratlose Gesichter sorgte zudem, dass die Züge der Linien RE2 und RB10 in Richtung Berlin plötzlich vom anderen Gleis abfuhren. Davon überrascht wurde auch Thomas Kuschel. Der Falkenseer fährt täglich mit dem Zug zur Arbeit, in der Regel mit der Regionalbahn 14.

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RB14 fällt ab Dienstag aus

„Man muss sich mit der Situation arrangieren. Was anderes bleibt einem als Pendler nicht übrig“, sagt er. Er orientiere sich nun jeden Tag neu, wie er am besten zur Arbeit kommt.

Ab Montagnachmittag soll die RB14 wieder fahren, jedoch nicht lange. Ab Dienstag um 6 Uhr ist wieder Schluss und das dann gleich für knapp fünf Wochen, bis zum 24. März. In dieser Zeit erneuert die Deutsche Bahn die Gleise auf der Strecke zwischen Brieselang und Falkensee sowie Falkensee und Berlin-Spandau. Schon vor knapp vier Wochen wurden die Arbeiten im Bereich Nauen begonnen. Da für die Maßnahme jeweils ein Gleis gesperrt werden muss, sind laut Bahn Einschränkungen unvermeidbar.

Auch RE2 der Odeg ist betroffen

Betroffen von den Bauarbeiten ist auch die Regionalexpresslinie 2 der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg). „Die regulären Züge verkehren, jedoch schon jetzt zu veränderten Fahrzeiten. Die Verstärkerzüge am Morgen und Abend müssen jedoch entfallen“, teilt eine Odeg-Sprecherin mit. Die Eisenbahngesellschaft sei vom Start der Baumaßnahme vor vier Wochen indes genauso überrascht worden, wie vielen Pendler. „Wir haben erst ein oder zwei Tage vorher von der Bahn erfahren, dass nun Bauarbeiten beginnen. Das ist sehr kurzfristig“, so die Sprecherin.

Weitere Informationen

Bei der Odeg entfallen wegen der Bauarbeiten auf der Linie RE2 die Verstärkerzüge nach Berlin um 7.23 Uhr, 16.44 Uhr und 18.39 Uhr ab Nauen. Zudem hält der RE6 nicht in Falkensee, Spandau und Jungfernheide.

Ab Nauen ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Der erste Bus fährt um 4.30 Uhr. Danach fahren die Busse stündlich ab dem Bahnhofsvorplatz.

Die Züge der Linie RB10/13 verkehren zwischen dem 18. März und dem 24. März zu veränderten Fahrzeiten.

Auch etliche ICE-Züge nach Hamburg sind von den Bauarbeiten betroffen.

Laut Berliner Fahrgastverband nutzen täglich 21 000 Pendler aus dem Havelland die Strecke nach Berlin. Sie gehöre damit zu den höchstbelasteten in Deutschland.

Alle Informationen zu den geänderten Fahrzeiten und anstehenden Bauarbeiten gibt es im Internet unter www.reiseauskunft.bahn.de oder www.bauinfos.deutschebahn.de sowie unter www.odeg.de

Während die RB14 und der RE6 komplett ausfallen, fahren die Züge der Linien RB10 und RE2 mit einigen Einschränkungen weiter. Zudem hat die Bahn zwischen Nauen und Spandau einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. „Wir setzen dazu unsere eigenen Busse ein und haben zusätzlich Fahrzeuge angemietet“, so ein Bahnsprecher.

Wer auf den Bus umsteigt, muss allerdings mehr Zeit einplanen. Die Fahrt mit dem Bus von Nauen über Brieselang, Finkenkrug, Falkensee, Seegefeld und Albrechtshof nach Spandau dauert eine Stunde. Mit der Bahn schafft man die Strecke in knapp 20 Minuten. Wer pünktlich zur Arbeit oder einem anderen wichtigen Termin muss, sollte sich also rechtzeitig informieren.

Viele Schüler und Pendler nutzen den Bahn. Quelle: Tanja M. Marotzke

Viele Bahnkunden nutzen dafür Apps, die anzeigen, welche Züge fahren und welche nicht. „Ich verlasse mich voll auf die App. Und in der Vergangenheit hat das auch immer gut geklappt“, sagt Jacqueline Wolff. „Ich fahre aber nur sehr selten Bahn. Heute habe ich einen Termin in Berlin und hoffe, dass ich trotz allem pünktlich ankomme.“ Dass ihr Zug am Freitag vom anderen Gleis abfährt, hatte ihr die App allerdings nicht gesagt.

Verlängerung der S-Bahn gefordert

Eine verbesserte und vor allem gemeinsame Fahrgastinformation von Bahn und Odeg wünscht sich auch Jens Wieseke, stellvertretender Vorsitzender des Berliner Fahrgastverbandes. Dieser setzt sich auch für den Nahverkehr im Umland ein. „Gleise müssen irgendwann erneuert werden, das ist so. Dass wir jetzt aber diese ärgerliche Situation für die Bahnnutzer haben, liegt am 25-jährigen Widerstand gegen die Verlängerung der S-Bahn“, sagt Wieseke.

Ohne diese sei eine Verbesserung des Nahverkehrsangebots nicht möglich. Die ICE-Fernverkehrsstrecke Berlin-Hamburg, die sogenannte Hamburger Bahn, gehöre zu den höchstfrequentierten in Deutschland. Der Regionalverkehr habe da immer das Nachsehen.

Überfüllte Züge kennt auch Manja Schütz zu Genüge. Die Falkenseerin arbeitet im Schichtsystem und muss täglich zum Potsdamer Platz. „Besonders schlimm ist es morgens, wenn ich zur Frühschicht muss. Da fahre ich inzwischen meist gemeinsam mit meinem Mann mit dem Auto. Das ist deutlich entspannter“, sagt sie.

Von Danilo Hafer

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