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Falkensee Russische Kunst aus Finkenkrug
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22:15 15.07.2019
Der Hafen von St. Tropez, gemalt 2004.
Der Hafen von St. Tropez, gemalt 2004. Quelle: Judith Meisner
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Falkensee/Berlin

Anna Filimonova ist mit Leib und Seele Künstlerin. In ihrem Atelier in Falkensee-Finkenkrug entstehen realistische Gemälde in Aquarell oder Öl. Regelmäßig veranstaltet sie Kurse zum Thema „Jeder ist ein Künstler“. An einem Nachmittag malen Laien mit ihrer Hilfe ein Bild – und gehen sehr oft glücklich nach Hause.

Anna Filimonovas Mann, Edmund Becker, hatte seit 2010 in seinem Restaurant „Hexenhaus“ ihre Werke ausgestellt. Seit er sich im Mai vom Gasthaus zurückzog, fiel diese Möglichkeit der Präsentation flach.

Farben des Sommers

Alle Freunde der realistischen russischen Malerei müssen aber nicht auf ihre Lieblingsbilder verzichten – bis zum 18. August sind echte Filimonovas in der Schau „Farben des Sommers“ in der Friedenskirche in Berlin-Charlottenburg zu sehen.

Üppige Blumenstillleben in zartem oder kraftvollem Kolorit, minutiös ausgeführte Porträts und ruhige Landschaften sind in der evangelischen Freikirche, einer so genannten Hinterhofkirche, an der Bismarckstraße zu sehen.

Kontrast zu Schönwetterbildern

Die großformatigen Blumenstücke vermitteln in duftigen Pastelltönen sommerliche Atmosphäre. Auch die porträtierten jungen Damen in romantischem Ambiente und luftigen Kleidern passen in die warme Jahreszeit.

Einige der mediterranen Landschaften jedoch – wie das Bild „Toskana“ oder die griechische Insel „Paros“ – zeigen eine ungewöhnlich triste Palette, sie sind mitnichten im Sommer entstanden, sondern im Herbst oder Winter. Das Ergebnis hebt sich wohltuend von landläufigen Schönwetter-Bildern jener Regionen ab und zeigt das eigenständige Arbeiten der Malerin.

Das Licht des Südens

Die gebürtige Petersburgerin lebte lange mit ihrem Mann an der französischen Mittelmeerküste, bevor beide nach Brandenburg zogen. Die mediterrane Landschaft liebt die Künstlerin besonders, vor allem das Licht des Südens begeistert sie.

„Es ist der Gegensatz zu meiner Heimatstadt St. Petersburg. Wir haben nur drei Monate Sommer. Der Winter zeigt sich oft Grau in Grau“, sagt sie. Am liebsten malt Anna Filimonova nach der Natur, nur im Notfall greift sie auf Fotos zurück.

Mit 11 Jahren begann sie zu malen

Schon früh fiel ihre Begabung auf. Mit elf Jahren begann sie bei Irina Wassiljewna Balakova zu malen. Das war eine perfekte Vorbereitung für das Studium an der Petersburger Akademie der bildenden Künste. Anna Filimonova gewann mit ihrer Diplomarbeit den 2. Preis der russischen Föderation. Es folgten Ausstellungen in Galerien in den USA, Russland, Frankreich, der Schweiz und Deutschland.

Bei ihrer Lehrerin Balakowa erlernte Anna Filimonova eine spezielle Technik, in der sie am liebsten malt: Die Aquarellfarben werden nebeneinander auf das Papier getupft. Eine Korrektur ist nicht möglich. Zur Mischung kommen die Farben erst im Auge des Betrachters.

Kurse werden angeboten

So malten auch die Pointillisten in Frankreich vor mehr als 100 Jahren. In Kursen in ihrem Finkenkruger Atelier vermittelt Anna Filimonova diese Kunst an Interessierte.

Die Schau „Farben des Sommers“ läuft bis 18. August in der Friedenskirche, Bismarckstraße 40 (zweiter Hinterhof), in Berlin-Charlottenburg, geöffnet von 9 bis 15 Uhr nach Anmeldung unter Telefon 030/3 41 49 74.

Von Judith Meisner